Medienstudiengänge bundesweit Spitze.

23. Jul. 2010 von Martin Gertler

Das Team der RFH-Medienstudierenden hat am 23. Juli 2010 alle drei Preise beim bundesweiten 16. GWA Junior Agency Award gewonnen. Damit zeigte sich erneut der starke Bezug des Fachbereichs Medien der Rheinischen Fachhochschule zu den Berufsfeldern der künftigen Mediendesigner und Medienökonomen.

GWA-Preis für das RFH-Team

GWA-Preis für das RFH-Team

Sie konnten ihre Dreifach-Auszeichnung kaum fassen: Mark Angilowski, Désirée Baldauf, Marie-Astrid Becher, Janina Bretz, Lara Bulu, Stefan Halberstadt, Simon Kreiser und Dominika De Silvio.

Bei diesem Branchenwettbewerb müssen Studierende aus mediengestaltenden und medienökonomischen Studiengängen gemeinsam eine Kampagne entwickeln, und zwar im Auftrag und unter Aufsicht einer renommierten Agentur.

Mit ihrer studiengangsübergreifenden Projektarbeit in Zusammenarbeit mit BBDO Düsseldorf erzielten die jungen Mediendesigner und Medienökonomen am Freitagabend, 23. Juli 2010, in Köln alle Preise, die bei diesem zweimal jährlich stattfindenden Wettbewerb ausgelobt wurden:

  • 1. Platz
  • Publikumspreis
  • Making-of-Preis

Die hochkarätig zusammengesetzte Jury dieses Wettbewerbs:

  • Rolf Schrickel, Geschäftsführer BUTTER. (Vors.)
  • Catrin Bialek, Redakteurin Handelsblatt
  • Raphael Brinkert, Geschäftsführer Beratung, Scholz & Friends NRW
  • Prof. Dr. Brigitte Gaiser, Prodekanin der Fakultät Wirtschaft und Recht, Hochschule Pforzheim
  • Constantin Graf von und zu Hoensbroech, Stellvertretender Pressesprecher, Industrie- und Handelskammer zu Köln
  • Till A. Kaestner, Marketing Director Central Europe, Monster Worldwide
  • Prof. Rüdiger Pichler, FB Design Computer Science Media, Hochschule RheinMain
  • Sebastian Schier, Creative Director & Head of Innovation, Saatchi & Saatchi
  • Dr. Konrad Schmidt-Werthern, Kulturamtsleiter, Stadt Köln
  • Marco Seiler, Vorstand Syzygy AG
  • Anne Stilling, Head of Brand Strategy and Manifestation, Vodafone D2

Genau drei Monate Projektzeit standen den Studierenden zur Verfügung. Betreut wurden sie seitens der Hochschule von Dr. Jan-Dirk Kemming.

Gespannte Mienen, während die unterschiedlichen Teams präsentierten: Sebastian Koenen, Sebastian Steller und Achim Metzdorf von der Agentur BBDO Düsseldorf.

Die Agentur betreute für den Kunden Mars dieses Studierendenprojekt. Ziel war die Entwicklung einer Kampagne für die Mars-Minis-Produkte (Snickers, Mars, Twix), um die Penetration in Haushalten mit Familien und Kindern zu steigern, Zielgruppe waren haushaltsführende Mütter, die so genannten Gatekeeper. Sie überwachen, was und wieviel gekauft und wie oft verzehrt wird.

Als Budget standen 1,2 Millionen Euro plus 100.000 Euro für Produktionskosten zur Verfügung.

Ein ungewöhnlicher Ansatz.

Ausgangspunkt der Kampagne war die Leitfrage "Bin ich eine gute Mutter?", zu der auch das Thema Ernährung in der Kindererziehung gehört. Wie viel ist gut für mein Kind, was ist das Beste für mein Kind? Mars hatte die Minis entwickelt, um den Eltern Orientierung in der Portionierung von Schokolade zu geben.

Die Konkurrenz wirbt zu ähnlichen Produkten mit der schönen heilen Welt und der heilen Familie. Lara Bulu, Studentin der Medienwirtschaft, stellt klar: "Unehrliche Kommunikation wollten wir nicht anstreben. Jede Mutter weiß doch, dass die Realität anders aussieht. Kinder machen Quatsch, Chaos und Unsinn... und das gehört zur Kindheit einfach dazu - genau wie Naschen. Daher unser Slogan: Minis - weil's dazugehört!"

Frisch und frech bei der Präsentation der Kampagne: Désirée Baldauf und Marie-Astrid Becher.

Die Studierenden haben die familiären Chaossituationen charmant umgewandelt und so ihre Anzeigen entworfen:

  • "Es gibt millionen Rezepte - aber keines für den Monsterschokomatschekuchen!" (Das Kind wollte der Mama mit einem leckeren Kuchen eine Freude bereiten und hat dabei ein großes Chaos in der Küche angerichtet.)
  • "Seit kurzem ist Weiß eine Trendfarbe - aber doch nicht bei Rennautos." (Das schöne weiße Auto vom Papa wurde vom Kind mit bunten Farben umgestaltet, da es als Rennauto fungieren soll.)
  • "Im Wohnzimmer spielt man nicht - aber wohnen darf man da!" (Hier wurde das schicke Wohnzimmer zu einer Kinderhöhle umgestaltet, zusammengesetzt aus Möbeln.)
  • "Ein Garten ist zur Erholung da - aber nur bis zur nächsten Belagerung." (Das Kind hat die gesamte Hecke bearbeitet und zu seiner eigenen Festung umgerüstet.)

Agenturleben mitten im Studium.

Wir wurden zu einem Team aus zwei verschiedenen Studiengängen und durften an der Vorgehensweise einer richtigen Agentur teilhaben. Das war eine sehr eindrucksvolle Praxiserfahrung für uns alle", bringt Lara Bulu die Erfahrungen der Zusammenarbeit auf den Punkt.

Das "Making of" der studentischen Projekte gehört mit zu den Aufgabenstellungen eines solchen Wettbewerbs. Die RFH-Gruppe produzierte dazu einen Animationsfilm und erlangte mit ihm auch in dieser Kategorie die Erstplatzierung.

Die Verkündung der Platzierung bei der Veranstaltung im Kölner Mediapark.

Über das Ergebnis war sich die Jury schnell einig. Die RFH-Studierenden hatten ein Thema bearbeitet, das aktuell ist und dabei kontrovers diskutiert wird. Sie konnten und wollten nicht die perfekten Antworten auf die Fragen geben, die sich stellen: Wie geht man mit Fettleibigkeit um, welche Menge Schokolade ist gut... usw.

Mit ihrem Ansatz, das Unvernünftige des Kinderalltags aufzugreifen und darin den Schokoladenkonsum zu verorten, konnte das Team ein ehrliches Ergebnis realisieren.

Der Veranstalter, Gesamtverband Kommunikationsagenturen e. V., begründete das Ergebnis so: "Die Jury überzeugte die konsequente Umsetzung der Idee, für die Mini-Schoko-Riegel des Kunden Mars keine 'Taste Kampagne' sondern eine Aufklärungskampagne zu entwerfen. Die Botschaft: 'Die richtige Portion Schokolade pro Tag gehört zum Großwerden einfach dazu.'"

Bereits im letzten Jahr hatte ein RFH-Team den besten Platz erzielt - nun schafften die Studierenden es gar, alle drei verfügbaren Preise "abzuräumen".

Zum Start des Mediendesign-Bachelorstudiengangs vor 5 Jahren hatte ich seinerzeit sein Leitbild "Architekten der medialen Kommunikation" entwickelt. Wie schön ist es nun, dass sich dieses Leitbild immer wieder als Praxiserfahrung bewährt. Herzlichen Glückwunsch allen Beteiligten!

Weitere Informationen:




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  • mgertler

    Diesen Award ge­schafft zu haben, und das auch noch gleich drei­fach, ist ein klarer Be­weis für die Kom­pe­tenz der Stu­die­renden im Fach­be­reich Me­dien der RFH, und damit auch ein Indiz für die Qua­lität un­serer Hochschule!

    Auch der Fach­be­reichs­leiter mailte heute be­reits eine hoch­er­freute Re­ak­tion aus den USA nach Köln.