Von »Hogescholen« ist abzuraten.

29. Jul. 2010 von Martin Gertler

Natürlich ist ein Auslandsstudium in den Niederlanden eine tolle Erfahrung. Aber was nützt es, wenn man dort im Vergleich zu "daheim" im Grunde weniger lernt?

Um es gleich zu sagen: "Hogeschool" ist nicht gleichbedeutend mit dem deutschen Wort "Hochschule", schon gar nicht mit "University". Dahinter steckt vielmehr ein nicht-akademisches Bildungsmodell, das es in Deutschland in früheren Zeiten als "Technikum" bzw. "Polytechnikum" gab. So sieht man es auch in den Niederlanden selbst: "Eine niederländische oder flämische Hogeschool ist mehr oder weniger eine Einrichtung, die mit dem zu vergleichen ist, was in UK, Irland und den USA College genannt wird." ("Een Nederlandse of Vlaamse Hogeschool is min of meer een instelling die te vergelijken is met wat een college genoemd wordt in het Verenigd Koninkrijk, Ierland en de Verenigde Staten.")

Beispiel: Media Management studieren.

Wer sich als Medienökonom qualifizieren will, braucht einen hochstehenden Hochschulabschluss und eine namhafte Hochschule, die in dem Land branchenbekannt ist, wo er später arbeiten will. "Hogescholen" sind in den Niederlanden Einrichtungen der "höheren Berufsausbildung" – Fachhochschulen in Deutschland hingegen haben inzwischen den Universitäten gleichwertiges wissenschaftliches Niveau in der Lehre und arbeiten zugleich konsequent berufsvorbereitend.

Machen wir es einmal konkret: "Media and Entertainment Management" an der Stenden hogeschool im friesischen Leeuwarden studieren, "International Media and Entertainment Management" an der NHTV in Breda - oder "Media Management" an der Rheinischen Fachhochschule in Köln (RFH)...? Alle drei sind private Bildungseinrichtungen. Vierter Vergleichspunkt: Studium der "Medienwirtschaft" an der staatlich getragenen Hochschule der Medien in Stuttgart.

Eingangsbereich einer Hogeschool mit Lernprogramm "Trashcan".

Eingangsbereich einer Hogeschool mit Lernziel "Trashcan".

1. Kosten.

Die Regelstudienzeit in Leeuwarden und Breda: 4 Jahre (das 4. Jahr läuft ohne Lehrveranstaltungen, nur Praktika und Abschlussarbeit sind dann vorgesehen).

Regelstudienzeit in Köln und in Stuttgart: 3 Jahre.

Studiengebühren in den Niederlanden: pro Jahr 1.672 Euro = 6.688 Euro plus alle Kosten, die durch höhere Mieten und Reisen und Versicherungen entstehen.

Studiengebühren an der RFH: in 3 Jahren insgesamt 15.120 Euro. Studiengebühren an der HdM: in 3 Jahren insgesamt 3.700 Euro, inkl. Verwaltungskosten und Studentenwerk.

Das eine Studienjahr mehr in Holland bedeutet allerdings auch ein Jahr Berufsleben weniger. Sprich: das Holland-Modell kann dadurch schnell ein Verlust von 30.000 Euro oder mehr werden, die man auf seine Studiengebühren aufschlagen muss.

2. Berufsfeld-Vernetzung.

Leeuwarden hat gerade mal 90.000 Einwohner, mit Umfeld 140.000, und es gibt keine nennenswerte Medienbranche. Dort studiert man also wie im Gewächshaus – mit Hilfe eines hochschuleigenen Lehrbetriebs macht man natürlich praxisnahe Erfahrungen, die sich aber auf diese kleine Erfahrungsfläche beschränken.

Breda hat immerhin gut 170.000 Einwohner und liegt anderthalb Fahrstunden von den Medienstädten der Niederlande entfernt. Auch in Breda hat man daher für ein Inhouse-Training gesorgt.

Köln hingegen hat 1 Million Einwohner, mit Umfeld sind es 3 Millionen, und Köln ist halt eine der 4 Medienhauptstädte in Deutschland. Stuttgart hat 600.000 Einwohner und ist eine der großen Medienstädte in Deutschland.

3. Qualität.

Hogescholen sind in den Niederlanden den Universitäten in keiner Weise ebenbürtig. Hogescholen kennen keine Professoren. Wer dort doziert, hat in der Regel keinen Doktortitel (an einer der genannten Einrichtungen sind nur ca. 1 Prozent der Lehrenden promoviert). Und mehr als die Hälfte hat in der Regel nicht einmal ein vollwertiges fünf- oder sechsjähriges Studium (Masterniveau) absolviert, sondern allenfalls Bachelor-Niveau (drei bis vier Jahre höhere Berufsschule).

Seit zwei Jahren dürfen sich die Hogescholen - wie bei uns in Deutschland seit vielen Jahren für die FHs üblich - "University of Applied Sciences" nennen. Aber wie kann eine Einrichtung ohne Professoren und Promovierte eine "University" sein, und wie sollte man denn Wissenschaften anwenden können, wenn die Lehrenden in der Überzahl keine Wissenschaftler sind...? Diese Entscheidung der holländischen Behörden ist äußerst fragwürdig.

In Deutschland hingegen müssen qua Gesetz überwiegend hauptberufliche Professoren (in der Regel haben sie promoviert) an den Fachhochschulen für die Lehre eingesetzt werden. Das ist ein völlig anderes Niveau, das ist Hochschule.

4. Quantität.

Media Management ist ja ein doppelt qualifizierendes Fachgebiet, denn man studiert Ökonomie (Management) plus die Spezifika der Medien und ihrer Märkte. Ein "Studium light" ist das nicht – wenn man es in Deutschland, insbesondere an der RFH, studiert, dem mit mehr als tausend Studierenden größten Studiengang seines Fachs in diesem Land.

Nun sollten ein paar Zahlen verglichen werden, um zu verstehen, was wirklich passiert.

Keinerlei fachliche Detailinformationen: "Stenden university".

Keinerlei fachliche Detailinformationen: "Stenden university".

Die Hogescholen in den Niederlanden bieten ihren Studies zwischen 10 und 14 Lehrveranstaltungsstunden (LVS) pro Studienwoche an. Dies mitteln wir der Einfachheit halber auf 12 LVS. Am Beispiel des Jahreskalenders jener Stenden hogeschool lässt sich nachvollziehen, wie viele Kontaktstunden mit Dozenten im Jahr überhaupt anstehen. Stenden kennt 4 "Module" (Modulperioden wäre der richtigere Name, denn Modul ist die internationale Bezeichnung für eine inhaltliche Lehreinheit, nicht für eine Zeitstrecke) mit Kontaktzeiten im Jahr; die 5. Periode liegt in den Sommerferien der Dozenten. Jede Periode hat 7 Wochen Schulzeit ("Modulwochen").

Also gibt es dort pro Jahr 4 * 7 = 28 Wochen à 12 Kontaktstunden; und das 3 Jahre lang – denn im 4. Jahr gibt es nur Raum für ein Praktikum "irgendwo" und das Verfassen der Abschlussarbeit. 28 Wochen x 12 Kontaktstunden x 3 Jahre = 1.008 Kontaktstunden. Die Begleitung von Praktikum / Abschlussarbeit ist individuell und nicht festgelegt.

NHTV: Nur ungefähre Angaben zu Modulzielen, keine Details, keine Zahlen.

NHTV: Nur ungefähre Angaben zu Modulzielen, keine Details, keine Zahlen.

Die NHTV zeigt sich zwar enorm farbenprächtig, gibt aber sowohl in der Website als auch in der downloadbaren Broschüre noch weniger Informationen preis. Hier dürften die Zahlen der Kontaktzeiten ähnlich liegen wie in Friesland.

Genaue Übersicht der Module und Teilmodule bei der RFH Köln.

Genaue Übersicht der Module und Teilmodule bei der RFH Köln.

An der RFH in Köln stehen pro Semesterwoche hingegen im Schnitt 20 Lehrveranstaltungsstunden (LVS) auf dem Programm, und das Semester hat 16 Wochen "Vorlesungszeit", wie man das in Deutschland nennt. Der genaue Verlaufsplan des Studiums (so etwas gibt es in Holland nicht) sieht 120 Semesterwochenstunden vor. So kann man's nachrechnen: 120 LVS * 16 Wochen (pro Semester) = 1.920 Kontaktstunden. Es kommen auch hier die Stunden der Betreuung bei der Abschlussarbeit hinzu.

HdM: Genaue Angaben zu Qualifikationszielen und Inhalten sowie Vorlesungen und Credit Points pro Lehrveranstaltung.

An der HdM in Stuttgart stehen pro Semesterwoche im Schnitt ebenfalls 20 Lehrveranstaltungsstunden (LVS) auf dem Programm, und das Semester hat dort 15 Wochen "Vorlesungszeit". 120 LVS * 15 Wochen (pro Semester) = 1.800 Kontaktstunden, plus die Stunden der Betreuung bei Praxisphase und Abschlussarbeit.

Sprich: im ganzen Studium bekommt man an einer Hogeschool lediglich 1.008 Kontaktstunden, an einer Fachhochschule in Deutschland 1.800 bis 1.920 Kontaktstunden - an FHs mit Trimestern liegt die Zahl sogar über 2.000 Stunden. In Deutschland erwartet einen also fast das Doppelte oder sogar mehr an Kontaktzeit, und das auch noch mit überwiegend Promovierten und Professoren.

5. Abschluss.

Bei den niederländischen Hogescholen verhält sich das so: als "HBO"-Einrichtungen ("Hoger Beroeps Onderwijs" = Höhere Berufsschule) können sie keine den Universitäten gleichwertigen Abschlüsse anbieten.

Man bekommt darum in Friesland nur einen "Bachelor of Media and Entertainment Management", und der lässt kein nahtloses Weiterstudium an einer Universität zu. Ähnliches gilt für den "Bachelor of International Media and Entertainment Management" in Breda.

Die international üblichen Abschlussbezeichnungen "Bachelor of Arts" und "Bachelor of Sciences" bleiben in den Niederlanden allein den Universitäten vorbehalten, siehe auch hier unten bei "Ergänzende Quellen", 1. Item.

Zur besseren internationalen Verwendung der Abschlüsse, so scienceguide.nl am 22. April 2009, können die Abschlüsse der Hogescholen nun je nach Studienart "Bachelor of Applied Arts" (BAA) bzw. "Bachelor of Applied Sciences" (BASc) genannt werden. Diese Abschlussbezeichnungen drücken gegenüber den Uni- und FH-Abschlüssen eine Einschränkung aus und gehören nicht zum nach Einheitlichkeit strebenden Bologna-Konzept, sie sind ansonsten nur in wenigen angelsächsischen Ländern anzutreffen.

In Köln und Stuttgart erhält man hingegen einen vollwertigen Abschluss "Bachelor of Arts" in der Fachrichtung Media Management bzw. Medienwirtschaft. Die Bachelor- und Masterabschlüsse der deutschen Fachhochschulen sind denen der Universitäten uneingeschränkt gleichwertig – dafür sorgt hierzulande der Gesetzgeber. Man schließt ab mit einem "Bachelor of Arts" bzw. einem "Master of Arts". Vom Bachelorabschluss aus kann man direkt auch an einer Universität einen Masterstudiengang belegen, und der Masterabschluss der RFH bzw. der HdM berechtigt genauso zum Promotionsstudium wie der Masterabschluss einer Universität.

NHTV: Hinweis auf ein Ergänzungsprogramm.

Um ihren Studierenden den Weg zu einem akademischen Abschluss zu ebnen, bieten manche Hogescholen Ergänzungsprogramme an, die von ambitionierten Studierenden belegt werden können. Wer sich dafür entscheidet, packt sich weiteren Workload im Umfang von bis zu 60 Credit Points in sein vierjähriges Studienprogramm - etwas, das zwar das Manko an Wissenschaftlichkeit der Hogeschool auffangen mag, aber eine Überbelastung im Workload bedeutet, die in Deutschland nicht zulässig wäre. In Deutschland dürfen Vollzeitstudiengänge pro Jahr nicht mehr als 60 CP Workload erfordern.

Klartext.

Abschlüsse aus benachbarten EU-Ländern sind nicht immer unseren Abschlüssen gleichwertig. Der Bachelorabschluss an einer niederländischen Hogeschool ist es offenbar nicht, auch wenn allüberall in der Bildungsbranche die Hogescholen als Fachhochschulen bezeichnet werden.

Angesichts der oben genannten Unterschiede in Qualität und Quantität der Lehre kann - bei ehrlicher Betrachtung - der dortige Bachelorabschluss (wie auch der dortige Masterabschluss, dessen Qualität und Forschungsbasis ebenfalls nicht durch lehrende Promovierte und Professoren gewährleistet sein muss) gemäß den strengen deutschen Kriterien nicht als gleichwertiger Hochschulabschluss eingestuft werden.

Selbst wenn der nächste Arbeitgeber für die Absolventen mit dem Holland-Abschluss keine Probleme haben sollte: sobald man in Deutschland oder auch in anderen Ländern weiterstudieren, gar promovieren möchte, könnte es schwierig werden.

"Studium light" mit einem Irgendwas-Abschluss geht also prima an einer Hogeschool in den Niederlanden. Ein gediegenes wissenschaftlich fundiertes Studium gibt es hingegen an Fachhochschulen in Deutschland.


Ergänzende Quellen.

1. Landesbeauftragter NRW-Benelux.

Die Frage nach der Gleichwertigkeit der Hogeschool-Abschlüsse wirft bereits 2005 der "Statusbericht zu den Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf den Wissenschaftsraum Niederlande - Nordrhein-Westfalen" von Prof. Dr. Friso Wielenga (Hrg.), Landesbeauftragter NRW-Benelux, auf:

S. 9: "Bachelor- und Masterstudiengänge an Hogescholen und Universitäten haben nach Angaben des niederländischen Wissenschaftsministeriums eine unterschiedliche Zielsetzung. Bachelor- und Masterabschlüsse an Hogescholen (HBO-Bachelor bzw. HBO-Master) sind berufsorientiert, was sich auch im erworbenen Titel wiederfindet, in dem das Berufsfeld bzw. Fachgebiet ohne Zufügung des Anhangs 'science' bzw. 'arts' aufgeführt wird. Ein wissenschaftlicher Abschluss als Bachelor bzw. Master of 'science' oder 'arts' kann nur an Universitäten erlangt werden."

Anders in Deutschland, s. S. 11: "Eine Unterscheidung zwischen Bachelor- und Master-Abschlüssen an Fachhochschulen bzw. Universitäten ist nicht vorgesehen."

2. Gleichwertigkeitsabkommen D - NL.

In § 1 (a) des Abkommens zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung des Königreichs der Niederlande über die Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich vom 23. März 1983 ist definiert, dass es sich um akademische Grade handeln muss.

Es darf aber bezweifelt werden, dass die in den Niederlanden (anders als in Deutschland) bewusst nicht den universitären Abschlüssen gleichgestellten, nicht als wissenschaftlich klassifizierten Hogeschool-Abschlüsse akademische Grade sind und dass sie gemäß diesem Abkommen als den Abschlüssen deutscher Hochschulen gleichwertig einzustufen seien.

Abschlüsse von Einrichtungen, die ein EU-Land in seinem Territorium als Bestandteil der tertiären Bildung zulässt, können zwar inzwischen (in Abweichung vom Abkommen aus 1983) in Deutschland ohne Zusatz der Herkunft geführt werden. Damit ist aber nichts über eine tatsächliche Gleichwertigkeit mit konkreten deutschen Hochschulformen und -abschlüssen ausgesagt.

3. Enzyklopädie Wikipedia.

Vergleichbarkeit der Berufsschulen/Hogescholen

Hogescholen bezeichnen sich in deutschen Texten gern als Fachhochschule. Hogescholen zählen in den Niederlanden zwar zur tertiären Bildung, gehören darin aber zur Kategorie "HBO" (Hoger Beroeps Onderwijs = Höhere Berufsschule). Die Bezeichnung Hogeschool ist somit nicht mit der deutschen Bezeichnung Hochschule gleichzusetzen.

Da die Hogescholen keine den niederländischen Universitäten gleichgestellte Einrichtungen sind und daher keine Professoren ernennen dürfen und da sie zudem auch nur in der Regel im einstelligen Bereich Promovierte als Dozenten vorweisen können, entsprechen sie nicht dem Niveau der Fachhochschulen in den deutschsprachigen Ländern, wo je nach Landesgesetz in der Regel mindestens fünfzig Prozent der Lehrenden Professoren und promoviert sein müssen[2].

Die Bachelorabschlüsse einer Hogeschool ("Bachelor of XYZ Management" / "Bachelor of Applied Arts") sind nicht den Abschlüssen der niederländischen Universitäten und nicht den Abschlüssen der Hochschulen (mit und ohne Promotionsrecht) in Deutschland gleichgestellt (Bachelor of Arts / Bachelor of Science). Die in Deutschland vorgegebenen Abschlussbezeichnungen für Hochschulen mit und ohne Promotionsrecht (Fachhochschule und Universitäten) sind in den Niederlanden allein den Universitäten vorbehalten.

Bachelor-Absolventen von Hogescholen dürfen in den Niederlanden nicht ohne mindestens einjährige wissenschaftliche Aufholprogramme in Masterstudiengänge an Universitäten eingeschrieben werden. Auch dies kennzeichnet die Hogescholen als den deutschen (Fach)Hochschulen nicht gleichgestellt.

Die von manchen Hogescholen verliehenen Associate Degrees sind in Deutschland und in anderen Ländern Europas nicht führbar. Sie sind nicht Bestandteil des Bologna-Prozesses.

Soweit das deutsche Wikipedia (Stand: 6. Juli 2010).



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Kommentare, Studium
  • http://twitter.com/judithekoch Judith Koch

    Und wenn dann noch die qua­li­fi­zier­ten Kräfte ent­las­sen wer­den, ist sowieso kein Land mehr in Sicht...

  • http://www.facebook.com/dingfan.ding Fan Ding

    By the way, Pro­fes­sor / Dr. Gert­ler, I would like to share the fol­lo­wing facts:
    1. @ MEM Sten­den, Lee­uwar­den, The Nether­lands, we offer 9 weeks‹ study pro­gram per module, but not 7 weeks. One semes­ter inclu­des 2 modu­les, so it should be18 weeks per semes­ter and 36 weeks per year. (exclu­ding self-study weeks).
    2. You for­got to men­tion that each indi­vi­dual stu­dent has a study coach at Sten­den, who pro­vi­des sup­ports and cares to the stu­dent all years long.
    3. We work a lot with small group teaching method (PBL/ CBL): there are 12 stu­dents per group gui­ded by a tutor. An edu­ca­tion insti­tute is not a car manu­fac­ture... I guess... 
    4. An excel­lent rese­ar­cher does not always make him/her a grea­ter teacher.  

    There are a lot more to dis­cuss, I am open to a debate one day. Thank you. 

  • Anony­mous

    1. @ MEM Sten­den, Lee­uwar­den, The Nether­lands, we offer 9 weeks‹ study pro­gram per module, but not 7 weeks. One semes­ter inclu­des 2 modu­les, so it should be18 weeks per semes­ter and 36 weeks per year. (exclu­ding self-study weeks).“
    ad 1.: Nur die offi­zi­el­len Publi­ka­tio­nen der Insti­tu­tio­nen las­sen sich veri­fi­zier­bar ver­glei­chen. Nicht vor­stell­bar ist, dass ein­zelne Aus­bil­dungs­pro­gramme (z. B. MEM) inner­halb einer „car manu­fac­ture“ (hier: Ein­rich­tung mit 10.000 Kurs­teil­neh­mern) abwei­chende Sche­mata anwen­den – so etwas wür­den die Rah­men­be­din­gun­gen der Res­sour­cen­pla­nung und -balance der Bil­dungs­ein­rich­tung gar nicht zulassen.

    2. You for­got to men­tion that each indi­vi­dual stu­dent has a study coach at Sten­den, who pro­vi­des sup­ports and cares to the stu­dent all years long.“
    ad 2.: Per­sön­li­che Stu­di­en­be­glei­ter für alle sind kein Merk­mal von Hoch­schul­stu­di­en­gän­gen. Per­sön­li­che Tuto­rate wer­den an Hoch­schu­len i. d. R. nur in beson­de­ren Fäl­len ein­ge­setzt, so bei der Eil­te­för­de­rung oder bei gesund­heit­lich belas­te­ten Stu­die­ren­den. Wer die Hoch­schul­reife besitzt und stu­die­ren will, muss prin­zi­pi­ell imstande sein, sein Stu­dium selbst zu orga­ni­sie­ren und zu meis­tern – oder wird halt schei­tern.
    Die Hoge­scho­len inves­tie­ren in Stu­di­en­be­glei­tung, weil sie es sich wegen des nie­der­län­di­schen Finan­zie­rungs­sys­tems gar nicht leis­ten kön­nen, dass jemand schei­tert und ohne Abschluss­zeug­nis geht: dann muss die Bil­dungs­ein­rich­tung Zig­tau­sende Euro der erhal­te­nen staat­li­chen Zuschüsse zurück­zah­len. Die Per­spek­tive, auf jeden Fall zum Abschluss­er­folg getra­gen zu wer­den, mag man­che anlo­cken – sie min­dert aber den Wert des Abschlus­ses enorm. Der „Inholland“-Skandal, bei dem auf­flog, dass ohne hin­rei­chende Leis­tun­gen Abschlüsse ver­ge­ben wur­den, damit die Ein­rich­tung die gezahl­ten Zuschüsse behal­ten konnte, hat auch inter­na­tio­nal jedem deut­lich gemacht, wie pro­ble­ma­tisch das Hogeschool-System der Nie­der­lande ist.

    3. We work a lot with small group teaching method (PBL/ CBL): there are 12 stu­dents per group gui­ded by a tutor. An edu­ca­tion insti­tute is not a car manu­fac­ture... I guess...“
    ad 3.: Pro­blem Based Learning (PBL) hat sich an Hoch­schu­len – also Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len – nicht durch­ge­setzt, da es sich nur für berufs­prak­ti­sche The­men­stel­lun­gen eig­net, die in einem Uni- und FH-Studium i. d. R. nie über­wie­gend ein Modul bestim­men dür­fen; es gibt ledig­lich einige medi­zi­ni­sche Berei­che, die mit die­ser Methode arbei­ten.
    Ein Pro­blem von PBL ist auch, dass die Leis­tun­gen der ein­zel­nen Teil­neh­mer dabei nicht hin­rei­chend erkenn­bar und bewert­bar sind; das min­dert die Chan­cen­gleich­heit der Ein­zel­nen. Es ist all­ge­mein (auch in den Nie­der­lan­den) bekannt, dass sol­che Kurs­for­men meist dazu füh­ren, dass die Moti­vier­ten die eigent­li­che Arbeit in der Gruppe machen und die Mit­läu­fer dann davon pro­fi­tie­ren – aller­dings nicht im Wissens- und Kom­pe­tenz­er­werb, son­dern nur bei der Noten­ver­gabe.
    Die semi­na­ris­ti­schen Lehr­ver­an­stal­tun­gen an Fach­hoch­schu­len haben im übri­gen i. d. R. nur zwi­schen 15 und 40 Teil­neh­mer – und es fin­den dop­pelt so viele Kon­takt­stun­den pro Semes­ter­wo­che statt als an nie­der­län­di­schen Hogescholen.

    4. An excel­lent rese­ar­cher does not always make him/her a grea­ter teacher.“
    ad 4.: „Teacher“ (Leh­rer) gibt es im pri­mä­ren und sekun­dä­ren Bil­dungs­sek­tor. Der ter­tiäre Sek­tor arbei­tet nicht mit Kin­dern und Jugend­li­chen, son­dern mit Erwach­se­nen und benö­tigt daher aka­de­misch gebil­dete Dozen­ten, die den eigen­stän­di­gen Wis­sens­er­werb der Stu­die­ren­den durch wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Input för­dern.
    Bekannt­lich haben nur vier Pro­zent der Hogeschool-Dozenten in den Nie­der­lan­den pro­mo­viert und hat nur jeder Zweite über­haupt den Abschluss eines mind. fünf­jäh­ri­gen, in der Regel uni­ver­si­tä­ren Stu­di­ums (Master-Niveau). Wenn Hoge­scho­len sich den­noch „Uni­ver­si­ties of Applied Sci­en­ces“ nen­nen dür­fen, aber nur ein unzu­rei­chen­des Fun­da­ment an Wis­sen­schaft­lern auf­wei­sen, wird das zur Farce. Über das „Getue“ der Hoge­scho­len kla­gen auch die nie­der­län­di­schen Uni­ver­si­tä­ten, bei denen nahezu alle Dozen­ten pro­mo­viert sind. → http://bit.ly/kOaBnS
    Auch das nie­der­län­di­sche Minis­te­rium OCW zeigt sich ent­setzt über das zu geringe Niveau der Hogeschool-Dozenten, wenn­gleich die Miss­stände seit Jah­ren im Kabi­nett Thema waren. Seine neuen Vor­ga­ben, nach denen bin­nen weni­ger Jahre alle (!) HBO-Dozenten min­des­tens (!) Master-Niveau haben müs­sen, sind völ­lig unrea­lis­tisch. Siehe: „Zijl­s­tra: Ener­gi­sche Maß­nah­men zur höhe­ren Berufs­aus­bil­dung“ → http://bit.ly/jYGY5f
    Man muss sich in die­sem Zusam­men­hang bewusst machen, dass zwei Drit­tel der ter­tiä­ren Bil­dung in den Nie­der­lan­den an sol­chen aka­de­misch unzu­rei­chend aus­ge­stat­te­ten Ein­rich­tun­gen ange­bo­ten wer­den, nur ein Drit­tel an Uni­ver­si­tä­ten.
    An deut­schen Hoch­schu­len dür­fen Stu­di­en­gänge nur durch­ge­führt wer­den, wenn die Lehr­ver­an­stal­tun­gen über­wie­gend (zu 60 %) von pro­mo­vier­ten Pro­fes­so­ren durch­ge­führt wer­den. Unter sol­chen Bedin­gun­gen ist die Bezeich­nung Uni­ver­sity bzw. Uni­ver­sity of Applied Sci­en­ces ange­mes­sen und hält auch inter­na­tio­nem Ver­gleich stand. Pro­fes­so­ren gibt es an nie­der­län­di­schen Hoge­scho­len hin­ge­gen gar nicht (auch wenn sich man­che Dozen­ten bzw. Lek­to­ren dort uner­laub­ter­weise so bezeich­nen).
    Auch der berufs­prak­ti­sche Bezug hat bei Hoge­scho­len ein wenig über­zeu­gen­des Fun­da­ment, da sie über­wie­gend mit fest­an­ge­stell­ten Dozen­ten arbei­ten. Wenn hin­ge­gen deut­sche Hoch­schu­len Prak­ti­ker ein­set­zen, dann i.d.R. nur frei­be­ruf­lich, pro Lehr­stunde bezahlt und nur im Umfang bis zu einem Tag / Woche, so dass sie ansons­ten in ihrem beruf­li­chen All­tag ver­wur­zelt blei­ben müs­sen und den Pra­xis­trans­fer auch tat­säch­lich aus eige­ner Erfah­rung leis­ten können.