398 | Auch nach Stefan Austs unfreiwilligem Abschied ist der Spiegel noch nicht wirklich ein besserer geworden. Am Valentinstag verbreitet er ohne Not Schreckensmeldungen über die angeblich hohe Zahl der Bachelor-Abbrecher.
»Überraschend viele Abbrecher im Bachelor-Studium« will er der Welt weismachen. Pustekuchen! Denn: »mein« erster Bachelor-Kurs Mediendesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln marschiert gerade geschlossen und ohne einen einzigen Abbrecher in die Zielgerade ein.

Presentation Day: Projektarbeiten werden zur Diskussion gestellt. Mediendesign (Bachelor) an der RFH ist ein Studiengang, der auf dem höchst möglichen Niveau arbeitet und sich zudem immer mehr mit führenden deutschen und internationalen Design-Agenturen vernetzt. Und – er ist weltweit der einzige mit diesem Degree.
In nicht einmal einem halben Jahr wird der erste Bachelor-Kurs »Mediendesign« in Köln sein sechssemestriges Studium mit dem neuen Degree abschließen können – natürlich aufgrund der erfolgreichen Akkreditierung, die rechtzeitig vor dem Studienbeginn im Wintersemester 2005/06 erfolgte.
Hingegen waren im alten Diplomsystem ständig Studierende abgesprungen, hatten auf halber Strecke das Handtuch geworfen.
Und dieser Unterschied fällt auf. Wir hatten von Anfang an im Bachelorstudiengang die Anforderungen deutlich erhöht. Offenbar wollen Studenten heute mehr gefordert werden!?!
In einer Pressemitteilung hatte die HIS Hochschul-Informations-System GmbH auf eine Studie namens »Die Entwicklung der Studienabbruchquote an den deutschen Hochschulen – Ergebnisse einer Berechnung des Studienabbruchs auf der Basis des Absolventenjahrgangs 2006« hingewiesen.
Die dort erwähnten Studienabbrüche bei Bachelorstudiengängen beziehen sich auf Immatrikulationen aus den Jahren 2000 - 2004. In der aktuellen Debatte um Studienabbrüche bei Bachelorstudiengängen vermisse ich zwei wichtige Faktoren, die zu diesen Ergebnissen beigetragen haben könnten:
1. In jenen Jahren wurden Langzeitstudenten durch die Einführung erster Gebühren aus den Hochschulen vertrieben; dies dürfte zu einer Zunahme von Umentscheidungen geführt haben.
2. In jenen Jahren entstand gerade erst das Akkreditierungswesen, es gab also bereits eine Reihe nicht akkreditierter Studiengänge, die noch gar nicht den heutigen Standards entsprachen. Alter Wein in neuen Schläuchen – auch die damit verbundene Unwucht dürfte in der Pilotphase des BaMa-Modells zu manchen Abbrüchen geführt haben.
Zurück zu Hamburgs Spiegel.
Um das Blatt mal zu zitieren: »Das überraschende Ergebnis: Viele Bachelor-Absolventen sind mit ihrem Studium zufriedener als diejenigen, die traditionelle Studiengänge absolviert haben. Sie haben also zumindest das Gefühl, höher, schneller und weiter zu kommen.«
Wieso überraschend?!? Wieso zumindest und wieso Gefühl?!?
Nur Qualität setzt sich auf Dauer durch…!
This entry was posted on Freitag, Februar 15th, 2008 at 00:00 and is filed under Hochschulen, Mediendesign, RFH, Spiegel. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.
