Gelebte internationale Solidarität.

26. Nov. 2006 von Martin Gertler

Inter­na­tio­nale »Hilfe« geht allzu oft ein­her mit finan­zi­el­len und poli­ti­schen Inter­es­sen. Dass das auch anders sein kann, zei­gen die »Min­der­brü­der« der Ordens­ge­mein­schaft der Kapuziner.

Noch immer sind viele Men­schen, die beim schwe­ren Erd­be­ben 2005 auf der Insel Nias (Indo­ne­sien) ihr Hab und Gut ver­lo­ren haben, auf Hilfe ange­wie­sen. Noch immer gibt es die Zelt­städte, weil die Infra­struk­tur nur lang­sam und müh­sam wie­der­her­ge­stellt wer­den kann.

Die neu­este Folge der Reihe »Jedem ein Bru­der sein – Kapu­zi­ner« stellt Br. Hein­rich Ter­früchte vor, der bereits 25 Jahre lang auf Nias gelebt und gewirkt hatte, sich damals auch als Gene­ral­vi­kar des jun­gen Bis­tums Sibolga ein­setzte und erst vor kur­zem nach Deutsch­land zurück­ge­kom­men war.

Die Natur­ka­ta­stro­phe hatte so große Schä­den ange­rich­tet, dass aus Nias ein Hil­fe­ruf an die Rheinisch-Westfälische Kapu­zi­ner­pro­vinz geschickt wurde. Br. Bar­na­bas Wink­ler (Süd­ti­ro­ler Kapu­zi­ner im Bis­tum Sibolga) und Br. Ray­mond Laia (Kapu­zi­ner­pro­vinz Sibolga) wer­den ab 2007 nun neue Unter­stüt­zung erfah­ren, denn der inzwi­schen 60 Jahre alte Br. Hein­rich wird seine Auf­gabe im Wall­fahrts­klos­ter Deggin­gen an einen Nach­fol­ger über­ge­ben und ver­ab­schie­det sich der­zeit von den Gläu­bi­gen in der schwä­bi­schen Region, um erneut nach Nias zu rei­sen. In Ida­nö­g­awo wird er sich um den Wie­der­auf­bau der drin­gend benö­tig­ten Poli­kli­nik, der Land­frau­en­schule und der sons­ti­gen kirch­li­chen und sozia­len Ein­rich­tun­gen kümmern.

Gelebte inter­na­tio­nale Soli­da­ri­tät braucht keine Paro­len und darf schon gar nicht den eige­nen wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen die­nen. Die Kapu­zi­ner­brü­der zei­gen uns, dass es anders geht!



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