Managen als ganzer Mensch.

19. Mai. 2007 von Martin Gertler

Am Freitag, 18. Mai 2007, eröffnete das neue »Institut für Kirche, Management und Spiritualität« der PTH Münster seinen Betrieb mit einem Festakt im Kapuzinerkloster.

Als Schirmherr des neuen Instituts, das sich der wissenschaftlichen und beruflichen Weiterbildung u. a. mit einem eigenen Masterstudiengang widmet, stellte der frühere Bundesbankpräsident Prof. Dr. Hans Tietmeyer heraus, dass Prozesse der Reorganisation und Führung in der Wirtschaft oft an Sinnmangel leiden, wenn sie lediglich den Sinn darin erkennen lassen, mehr zu erwirtschaften als die Konkurrenz. Hier erwartet er inspirierende Impulse und neue Erkenntnisse für die Teilnehmer der Programme des Instituts.

Tietmeyer hatte in den 50er Jahren während seiner Schulzeit in Münster bereits beim berühmten Kapuzinerpater Eugen Henne Hebräisch gelernt, und dies gemeinsam mit seinem Mitschüler, dem heutigen Weihbischof Friedrich Ostermann. In Frankfurt hatte Tietmeyer erneut Kontakt zu den Kapuzinern gefunden und sich dort jahrelang sehr für die Armenarbeit der Brüder (»Franziskustreff«) engagiert.

In seinem Festvortrag unterstrich Prof. Dr. Walter Krieg, Emeritus der Universität St. Gallen, dass es neben den an seinem schweizerischen Institut gelehrten Prinzipien für Manager vor allem auf die Seele, ja gewissermaßen sogar auf eine eigene Spiritualität ankomme, die den Führenden leitet.

»Inspiriert und inspirierend führen: Management braucht den ganzen Menschen!«, so das Thema seines akademischen Vortrags, in dem er die Methoden beschrieb, die sein Institut anwendet.

Dabei griff er auch Ansätze der Vorredner auf und kritisierte die gängige Managementlehre für ihre starke Fixierung auf eine industrielle Produktionswirtschaft, obgleich die Dienstleistungswirtschaft längst eine dominierende Rolle eingenommen hat. Sein strukturierter Vortrag endete mit dem Appell, die spirituelle Dimension bei der Managementausbildung als entscheidend wahrzunehmen.

Aus Platzgründen konnte der Festakt nicht in der »kleinen, feinen Hochschule von Münster« (so die Prorektorin der Uni Münster, Prof. Dr. M. Ravenstein, in ihrem Grußwort) selbst stattfinden, einer prächtigen Villa am Hohenzollernring (Bild rechts).

Die Kapuziner wiederum genossen es, dieses Fest mitsamt einem schwäbischen Festmahl im Kloster ausrichten zu können, denn auf diese Weise begegneten all die Aktiven des neuen Instituts und die Gäste von vielen Universitäten im In- und Ausland auch einmal dem Träger des Ganzen: der Rheinisch-Westfälischen Kapuziner-Ordensprovinz. In der Nachfolge des Franz von Assisi leben sie als »Minderbrüder« in Einfachheit und Solidarität mit den Armen und der ganzen Schöpfung.

Den Kapuzinerbrüdern, den Mitarbeitern des Instituts und dem Initiator, meinem Freund und Kollegen Prof. P. Dr. Thomas Dienberg OFMCap., Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster (PTH), meinen herzlichen Glückwunsch zum Start und viele gute Wünsche für eine erfolgreiche Arbeit!



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