Dem Hype bloß blind nachgelaufen.
Mit erfrischend deutlichen Worten analysiert Thomas Gerteis, CEO von Global Media, in der net-tribune die Fehler, die (nicht nur) Unternehmen machen, wenn sie jetzt auf Second Life setzen und dort investieren.
Er bringt es auf den Punkt: Wo – trotz Millionen irgendwann mal angemeldeter User – immer nur so gerade mal rund 20.000 gleichzeitig eingeloggt sind, weltweit (!), da ist kein wirklicher Markt, da gibt es sicher keinen Return on Investment. Themen wie Kinderpornografie und Gewalt verschrecken zudem neue Investoren.
Und er vermutet, dass sich »virtuelle Welten« fragmentieren werden, also es wird nicht die eine Plattform geben, die Millionen User ständig online erreichen könnte.
Mein Fazit: Jeder Euro und jede Minute, die aus Marketinggründen in Second-Life-Aktivitäten fließen, sollte man offenbar besser fürs First Life verwenden oder auch gern für wohltätige Zwecke spenden.
Halbe Arbeitszeit bereits dem Spiel verfallen
Wie eine internationale Umfrage der Handelshochschule Leipzig (HHL) zeigt, verbringen 30 Prozent der User über 20 Stunden pro Woche in Second Life. 20 Stunden, das entspricht der Hälfte der üblichen Arbeitszeit pro Woche!
Zwei Studentinnen eines meiner Mediendesign-Kurse mussten sich vor kurzem selbst aus der Spielsucht befreien: Sie daddelten täglich sechs Stunden durch die Phantasiewelten von Second Life und konnten Alltag und Studium so nicht mehr bewältigen.
Das durchschnittliche Alter der Nutzer liegt laut HHL bei 29 Jahren. Damit liegt es just an der Schwelle zur unabweislichen Bewusstwerdung, dass man nun doch erwachsen sein muss und nicht mehr ein verspielter Jugendlicher sein kann...
Derweil »bekriegen« sich zunehmend diese wenigen aktiven User – nur ca. 20.000 tummeln sich weltweit gleichzeitig in der Online-Spielwelt – in Form von Avataren:
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