Martin Gertler | 29. November 2006, 09:36 Uhr

011 | Die Erwartung des Newcomers im Mediendesign ist hoch: die Hochschule soll mich an den Markt bringen! Doch - kann man denn wirklich den Hund zum Jagen tragen müssen?!?

Wenn eine Hochschule Praktika und Jobs im realen Berufsleben vermitteln soll, gerät sie in manches Dilemma. Sie setzt sich für eine/n Studierende/n ein - doch was ist, wenn er/sie die Erwartungen im praktischen Alltag nicht einlöst? Dann fällt das halt auf die Hochschule zurück! Und warum überhaupt sollte eine FH jemandem den Weg bereiten durch Vermittlung, durch Empfehlung? Wäre es nicht viel besser, ein/e jede/r würde aus sich selbst heraus glänzen und sich den Weg bereiten?!

Ich denke, wir sollten nicht in solche Fallen geraten. Und wir versprechen daher nicht Einzelnen eine grundsätzliche »Vermittlung«, sondern schaffen Zusammenarbeit, die von den Beteiligten - im Erfolgsfalle - problemlos genutzt werden kann.

Ein Beispiel: Im Rahmen der Semesterprojekte haben Studenten unseres Fachbereichs Mediendesign der RFH in Zusammenarbeit mit dem Interaktivdienstleister Pixelpark einen Prototypen für eine Website der NRW.BANK konzipiert und gestaltet.

Eine von Grund auf entwickelte »Microsite« – eine ergänzende Webpräsenz - soll helfen, den so genannten »Förderlotsen«, ein interaktives Beratungstool des Finanzinstitutes, zu bewerben.

Die fachliche Begleitung des Projekts erfolgte durch die Internetagentur der NRW BANK, die Pixelpark AG. Die Studierendengruppe erarbeitete passend für das Kommunikationsziel die Grundlagen und zugleich auch das visuelle Design des Vorhabens.

Gemeinsam mit den Konzeptverantwortlichen bei Pixelpark besuchte die zuständige Projektleiterin die Schlusspräsentation und zeigte sich sehr zufrieden mit Projektverlauf und -ergebnis: »Ich fand die Zusammenarbeit mit den Studenten sehr interessant; das hat gut geklappt. Und das Ergebnis, die Kombination aus multimedialer Anwendung und den strikten Vorgaben des Kunden hinsichtlich Barrierefreiheit und Design, kann sich sehen lassen.«

Auch die anderen im Rahmen des Seminars entwickelten Prototypen sind gelungene Beispiele für multimediale Anwendungen: So stellten die einen das Navigationsdesign für eine Fitnessanwendung vor, bestehend aus einem BeatClip, der die Herzfrequenz des Läufers an dessen Handy übermittelt. Andere präsentierten die AVD, eine Multimedia-DVD, mit der sich amerikanische Football-Talente präsentieren, während wieder eine andere Gruppe ihre Entwürfe für ein interaktives Schaufenster zeigte, das demnächst in Köln zu begutachten sein wird.

Weitere Kooperationen wurden uns für das laufende Wintersemester bereits angeboten und sind »in Arbeit«: so will eine aufstrebende Stadt im Rheinland von den RFH-Mediendesignern ein neues Internetportal gestaltet und realisiert bekommen und eine große kulturelle Einrichtung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) hat für ein Kommunikationsprojekt bereits einen studentischen Wettbewerb innerhalb unseres Studiengangs Mediendesign ausgelobt. Eine Studentengruppe dreht einen Film über und für eine Kunstmesse…

Diese offene Form der Kooperationen hilft allen Beteiligten, denn so können sich Studierende in einer wohlwollend eingestimmten Umgebung beweisen, ohne gleich mit ihren Job-Erwartungen erste gemeinsame Projekte strapazieren zu können.

Für Web-Projekte können die Studierenden inzwischen auf das professionelle Web-CMS Weblication zurückgreifen. Vom Entwickler und Lieferanten, der Scholl AG in Kehl, stehen den Mediendesign-Studenten der RFH künftig stets sämtliche Versionen für ihre Projektarbeiten zur Verfügung.

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