Leadership authentisch leben.

04. Dez. 2007 von Martin Gertler

Erfolgs­au­tor Ste­phen Covey hat in den letz­ten Jah­ren mit sei­nen »7 Wegen zur Effek­ti­vi­tät« viele Men­schen erreicht. Seine Prin­zi­pien für den per­sön­li­chen und beruf­li­chen Erfolg grün­den in ver­schie­de­nen Quellen.

Er ist ein wer­te­kon­ser­va­ti­ver Mensch und ver­tritt einen im wahrs­ten Sinne des Wor­tes wert­vol­len Ansatz, des­sen Ver­bin­dun­gen zu man­chen Strö­mun­gen der seit lan­gem beste­hen­den Reli­gio­nen sicher­lich unter­su­chens­wert wären.

»Leben auf­grund von Prin­zi­pien« hat eine lange Tra­di­tion. Als katho­lisch gepräg­ter Mensch bin ich in einer sol­chen Tra­di­tion auf­ge­wach­sen und als ich 1973 Kapu­zi­ner wurde, habe ich eine beson­dere Aus­prä­gung erfah­ren dür­fen: die fran­zis­ka­ni­sche Lebens­hal­tung – »Jedem ein Bru­der sein«.

Sie kennt viel­fach Schnitt­stel­len, man­che sogar mit Covey, habe ich inzwi­schen festgestellt.

Aber sie unter­schei­det sich in einem wesent­li­chen Punkt, denn sie ist schluss­end­lich nicht auf gesell­schaft­li­che Aner­ken­nung und Erfolg und Gewinn aus, son­dern bleibt allein auf die je eigene »brü­der­li­che« Lebens­hal­tung aus­ge­rich­tet. Sie ver­spricht nicht Erfolge, son­dern ein – nach ent­spre­chen­der Rei­fung – authen­ti­sches (oder um es anders zu sagen: ewi­ges) Leben.

Auf wel­che Form man sich immer ein­las­sen mag: es geht um den Weg. Buch­wis­sen allein ver­än­dert nichts.

Ein Weg ist zudem nicht auto­ma­tisch eine Erfolgs­story. Die all­zeit Strah­len­den ver­kör­pern nicht den Weg, der ja stets auch Täler und Sack­gas­sen bereit­hält, son­dern ledig­lich die Ideen, manch­mal auch nur Ideologien.

Wer sich aus­rich­tet auf eine cha­rak­ter­volle und authen­ti­sche Lebens­füh­rung, auf Trans­pa­renz und Tran­szen­denz, ern­tet nicht wie von selbst den Bei­fall der ande­ren und den Erfolg der Bilan­zen. Schon gar nicht lernt man dabei das Mana­gen an sich.

Wohl aber kön­nen die Mit­men­schen und die Umge­bung mit neuen Wer­ten erlebt wer­den – und dadurch sich bes­ser und erfolg­rei­cher ent­fal­ten können.

»Brü­der­lich leben« als ein Kon­zept für »Lea­dership«? Viel­leicht ist es min­des­tens eine ent­schei­dende Vor­aus­set­zung dazu – und dies ist an sich schon wertvoll.

Die Gott­be­zo­gen­heit des fran­zis­ka­ni­schen Lebens aner­kennt grund­sätz­lich eine Lea­dership, die grö­ßer ist als man selbst – und Ziele, die wei­ter rei­chen als man selbst.

»Ich darf in Fülle leben.«

Das Ein­üben von Lebens­hal­tun­gen braucht Zeit und natür­lich den rich­ti­gen Rah­men, um nicht abzu­schwei­fen. Auch das lesen wir seit Jahr­hun­der­ten bereits in den Regeln und der Pra­xis der Orden.

Ein­drü­cke vom fra­nis­ka­ni­schen Weg der neu begin­nen­den Kapu­zi­ner, der Novi­zen, ver­mit­telt die­ser Film. Und er sagt auch man­ches über ihre Ziele.

Brü­der­li­ches Leben wird erfahr­bar als Teil­habe an einer uni­ver­sa­len Leadership.

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