Florida Gulf Coast University.

01. Mrz. 2008 von Martin Gertler

Unsere erste Begegung war im Februar 2005 in Fort Myers. Prof. Dr. Maria Roca ist tätig am College of Arts & Sciences der Florida Gulf Coast University (FGCU). Diesmal sprachen wir ausgiebig über unsere Sicht des Studiums und natürlich auch über mögliche gemeinsame Aktionen für die Zukunft.

Maria ist liberal katholisch engagiert, liebt Gandhi und Frieden und Zuhören, und sie war eine der ersten Professoren der FGCU bei der Gründung im Jahr 1997.

Die University ist also erst 10 Jahre alt und zählt doch schon rund 10.000 Studenten.

Sogar das erste Ph.D-Programm wird gerade vorbereitet. Eine University in den Vereinigten Staaten ist nicht einem schlichten binären System zugeordnet, wie wir das in Europa kennen (also FH vs. Uni). Wenn eine Einrichtung dort University geworden ist, weil die die notwendigen Akkreditierungen erlangt hat, kann sie weiter wachsen. Man findet jede University schlussendlich wieder in der Carnegie Classification und kann sich so über das Leistungsangebot informieren.

Wir sitzen bei Starbucks Coffee –  diese Kette hat eine Niederlassung auch auf dem Campus.

In ihrem Arbeitszimmer hat nur sie selbst noch Platz. Es ähnelt meinem Büro daheim… ;-)

Die Studenten genießen den Campus, der so groß ist wie eine kleine Stadt in Europa. Meist leben sie auch auf dem Gelände.

Im vergangenen Jahr hat die FGCU ein weiteres Bibliotheksgebäude angebaut. »Wir nutzen auch Distance Learning, aber müssen die heutige junge Generation auch noch an das Lesen essentieller Bücher heranführen, denn das sind sie nicht gewohnt, es gehört aber zum Studieren dazu«, sagt Maria.

Der Sport spielt eine enorm große Rolle im Alltag einer amerikanischen Uni. Ich staune über die große Arena, über die Schwimmbahne und Football-Felder.

Die FGCU ist engagiert für die Umwelt, ein wichtiges Thema in Southwest Florida, wo immer mehr alles zugebaut wird, denn der Zustrom an Menschen lässt nicht nach.

Solche Themen sind auch in Fort Myers wichtig, außerdem Hospitality: die FGCU baut gerade, von der Hotelindustrie gesponsort, einen neuen großen Zweig dazu auf, inklusive eigenem Hotel.

Ein öffentlicher TV-Sender residiert auf dem Campus; das ist üblich in den Vereinigten Staaten.

So habe ich mit Maria, head of communication studies, über eine Menge spannender Themen sprechen können: über Bachelor-, Honours- und Master-Studienangebote, und über eine internationale Zusammenarbeit. Die FGCU kooperiert in bestimmten Bereichen bereits mit anderen ausländischen Hochschulen, z. B. Würzburg.

Maria Roca ist Associate Professor of Communication an der Florida Gulf Coast University, seit 1997. Vorher war sie Dozentin an der Purdue, NYU, St. John’s University, der State University of New York at Oneonta, und der State University of New York at Purchase.

Sie wurde als erste Professor of the Year an der Florida Gulf Coast University für das Studienjahr 1997-1998, und sie bekam den Faculty Excellence in Service award für das Studienjahr 2001-2002.

Ihre Forschungsinteressen gelten listening, gender issues, und civic engagement. Sie ist promoviert an der New York University, über Media Ecology. Ihren Master erlangte sie ebenfalls an der NYU in Performing Arts Management, ihren Bachelor of Arts degree an der Purdue University in Interpersonal and Public Communication.

Kurz vor dem Abflug aus Fort Myers werde ich am Samstag, wie öfters in den letzten Jahren, noch ein paar Schritte am großen See hinter diesen Studentenwohnungen der FGCU machen.

Eine gute Gelegenheit, um noch einen Gedanken weiterzuspinnen, den Maria und ich hatten:

Wir möchten gern zu einem regelmäßigen Studentenaustausch kommen, denn in den Vereinigten Staaten überwiegt eine Prägung zu weltweitem Machtstreben und zu einem Selbstverständnis des Einzelnen, dass es sein Ziel werden müsse, ein guter Konsument zu sein. Und europäische Jugendliche haben wiederum andere Vorstellungen davon, was Lebensqualität bedeuten könnte.

Wenn wir einen internationale und interkulturellen Austausch erreichen, können wir den jungen Menschen an beiden Seiten besser das Verständnis mitgeben, dass es nur eine einzige Welt für alle Menschen gibt und man daher die Umwelt und die Lebensbedingungen allüberall erhalten und schützen muss, um diese unsere Erde auch noch für künftige Generationen bewohnbar zu erhalten.



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