144 | In Deutschland kennen wir die intensive Art des Gedenkens an die Opfer des Nazi-Regimes nicht, auch nicht die Freude über die Befreiung von dieser Knechtschaft. In den Niederlanden hingegen sammelten sich auch 2007 wieder die Menschen zum Stillen Gedenken an den Plätzen des Landes, in allen Städten und Dörfern, überall hingen die Staats- und Provinzfahnen auf Halbmast, auch an sehr vielen Privathäusern, und alles Geschäftliche und Private kam für einige Minuten am Abend des 4. Mai zum Erliegen. Ein beeindruckendes Erlebnis für mich, einen Nachkriegs-Deutschen.
Dazu gibt es in der deutschen Version von Wikipedia nur wenige erläuternde Sätze:
Am 5. Mai 1945 unterzeichnete auf deutscher Seite Johannes Blaskowitz im teilweise zerbombten und nicht mehr existierenden Hotel »De Wereld« (Die Welt) im niederländischen Ort Wageningen die Kapitulationsdokumente, wodurch der Zweite Weltkrieg in den Niederlanden offiziell zu Ende war.
Dieses Aktes wird jährlich am 5. Mai mit einer Parade von Kriegsveteranen gedacht. Bis zu seinem Tode 2004 war Prinz Bernhard der Niederlande, der am 5. Mai 1945 auch mit unterzeichnet hatte, dabei immer die leitende Person. Blaskowitz beging später Selbstmord.
Das Gedenken war am Abend des 4. Mai; der 5. Mai ist danach ein echter Feier-Tag in den Niederlanden – ein Tag des Feierns.
Warum eigentlich feiert Deutschland nicht den Kapitulationstag, den 8. Mai, als seinen Befreiungstag?
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