165 | Eine Spurensuche in mehreren Folgen. Heute: »Universities«.

Gern wird immer wieder behauptet, dass ja schon mehr als 80 Universitäten ihre Dependancen in Second Life eröffnet hätten. (Also muss man als Hochschule doch auch dabei sein.)

Was ist dran an dieser Mär? Immerhin 61 Ergebnisse zeigt das Suchfenster des Online-Spiels:

Das sieht nur auf den ersten Blick nach »Universitäten« aus. Die »akademische Einrichtung« zeigt sich beim Besuch meines Muskelmännchens dann auch gleich von einer ganz anderen Seite:

Hier kann man all den Geschäften nachgehen, die einem im First Life nicht vergönnt sind.

Nicht nur die Namen, sondern auch die Beschreibungen der »Universitäten« zeigen dem lesekundigen Besucher – auch Muskelmännchen durfte Lesen lernen – den Weg der Erkenntnis…:

Aha, hier lernt man also alles Wichtige fürs Second Life. Und da selbiges ja nur ein elektronisches Puppenspiel ist, erscheint es gelistet unter »Universitäten«.

Sehr positiv ist der Eindruck, den Anna aus Darmstadt von der »Rockcliffe University« hat.

Allerdings hat Anna das penetrante Wiehern eines virtuellen Pferdes davon abgehalten, einen kompletten Rundgang durch diese »Universität« zu machen. Muskelmännchens Eindruck: hier wurde, dem Namen des Campus entsprechend, offenbar amerikanisch eingerichtet, also nicht in jener zeitgemäßen Architekturströmung des Westens, ganz puristisch Glas und Beton und Stahl zusammenzuschrauben, auf dass der Mensch sich nicht wohlfühle in solchen Gebilden. Die »Rockcliffe University« hat durch ihre Kombinationen schon ihren Reiz.

Also schaut Muskelmännchen sich ein wenig um und findet dann im Airport-Terminal-Look gelistete Lehrangebote:

Whow! Da scheint ja Tag für Tag studiert zu werden. Doch Muskelmännchen vergeht das Staunen schnell: diese Ami-Look-Nummer bietet in deutscher Sprache wenig Lernenswertes an:

  • Typgerechte Farben
  • Baggern – Flirten
  • Bluete fuers Haar
  • Schmuck Fortg.
  • Selbstverteidigung

Tolle »Universität«…! :-(

Die Liste der 61 Universities ist voll des Unsinns, wie ihn sich nur Spielkinder ausdenken können:

McMaster bietet offenbar Postgraduales wie der Massenfütterer seine Burger im getoasteten Brötchen an, und die Elumenata lockt als Traumschlösschen.



Nun denn. Das Wenigste von dem, was in diesem Spiel »Universität« genannt und entsprechend gelistet wird, stammt also von realen Unis.

Warum sollte es auch anders sein?

(Alle Bilder vom 12. und 22.4.2007)


Zuvor besucht:

  • RFH Köln. Da bekanntlich die im Glaspalast präsentierte Bildungseinrichtung im Ersten Leben keine Erste-Hilfe-Kurse anbietet, kein Kindergarten ist, keine Waffen ausstellt und auch nicht mit schwarz-rot-goldenen Fahnen schwenkt, bleibt unverständlich, warum hier ihr Logo prangt.
  • Hochschulen in den Niederlanden. In dieser Spielsoftware prunken sie mit monumentalen und nicht einladenden Phantasiegebilden. Es gibt keinen Grund, sie anzusteuern.
  • FH Darmstadt. Wer sie im Zweiten Leben antreffen will, landet bloß auf einer kleinen Insel und steht da rum wie ein begossener Pudel. Recht geschehen!
  • FHM Bielefeld. Sie tritt in Second Life mit einer modernen Villa in einem karibischen Urlaubsambiente auf. Ihr Auftritt wirkt schick, nicht verwirrt. Es geht dabei offensichtlich um ein virtuelles Begegnungs- und Beratungszentrum.



Second Life in den News

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This entry was posted on Donnerstag, Mai 24th, 2007 at 12:12 and is filed under Hochschulen, Internet, Medientechnik, Spielen, Kommerz, Second Life. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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