Hängen als Menschenrecht?

27. Dez. 2006 von Martin Gertler

Der Korrespondent des »Helgoländer Vorboten« begrüßt – ganz amerikanisch – das Urteil gegen Saddam Hussein, dessen Erhängen binnen 30 Tagen zu vollstrecken sei, in den wahren Worten der echten Satire:

»Zwischen all dem unkontrollierten Schießen, Sprengen und Enthaupten im Irak ist ein ordentlich aufgehängter Exdiktator ein Fanal der Rechtsstaatlichkeit und der Versöhnung.«

Seltsamerweise finden sich bis zum Moment des Schreibens dieses Beitrags keine Meldungen über die Bestätigung des Todesurteils gegen Saddam Hussein bei den normalerweise schnell meldenden Publikationsorganen Spiegel online, Tagesschau online und Netzeitung online.

Andere schreiben, »die USA« könnten es kaum erwarten, die deutsche Bundesregierung hingegen sei »gegen das Urteil«. Nun, letzteres kostet nichts.

Hängen als Menschenrecht… Möchten die, die jetzt als Regierungschefs jubeln, den Tag erleben, an dem sie selbst wegen ihrer eigenen Verbrechen zum Tode verurteilt werden, ganz nach ihrem eigenen unmenschlichen Recht…?





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