Martin Gertler | 25. September 2007, 00:01 Uhr

293 | Seit sechs Semestern bereits arbeiten wir im Studiengang »Mediendesign« der RFH Köln mit der Lernplattform Moodle. Sie ist das Produkt einer Gruppe international vernetzter universitärer Entwickler, überraschenderweise kostenlos und inzwischen weltweit führend: In 150 Ländern arbeiten inzwischen mehr als 4 Millionen Professoren, Dozenten, Studenten und Kursteilnehmer mit Moodle.

Themen dieses Beitrags:

  • Studiengang Mediendesign mit Moodle
  • Honours-Programm und Master-Studiengänge mit Moodle
  • Der einfache Wechsel

Studiengang Mediendesign

Am Beispiel des Fachs »Medientheorie« im Studiengang Mediendesign lassen sich bereits die Stärken dieser Software zeigen.

Im Mittelteil der Seite kann ich wichtige Grundinformationen und den kompletten Ablauf einsetzen, die Blöcke in den Seiten liefern die Vernetzung zum Ganzen, Suchmöglichkeiten, Einstellungen, News und Termine (diese nicht nur zum aktuellen Kurs, sondern alle für den jeweiligen Teilnehmer).

Natürlich kann ich Lernmaterialien bereitstellen – also nicht nur Links zur notwendigen Fachliteratur, sondern auch Skripte, Podcasts, Weblinks etc.

Und ich kann »Aufgaben« stellen, die online zu erledigen sind, etwa Hausarbeiten und Referate.

Diese Teilleistungen kann ich in Moodle sogar direkt bewerten und die Noten sichtbar machen; im Studiengang Mediendesign tue ich das allerdings nicht, da das Prüfungsamt dort andere Vorgaben stellt.

E-learning mit Moodle trägt nicht zur Vereinsamung des Studierenden bei, wenn man als Dozent die vorhandenen Tools des Programms nutzt, um die Kursteilnehmer auch miteinander »an die Arbeit« zu bringen.

Dass sie das gern aufgreifen, zeigen die spontanen Abstimmungsprozesse einer Studiengruppe zur Vorbereitung ihrer ersten Prüfungsleistung – an einem Sonntagabend… Nun sage mir keiner mehr, junge Leute heute wollten heutzutage nicht mehr studieren!!! Wir müssen ihnen lediglich den zeitgemäßen Rahmen anbieten. (Während ich dies schreibe, »hagelt« es weitere Einträge…)

Honours-Programm und Master-Studiengänge

Für das neue Honours-Programm und auch für die laufenden Master-Studiengänge an der CHN in Ljouwert (Leeuwarden) sind wir mit Beginn des neuen Studienjahrs komplett auf Moodle ein- und umgestiegen. Eine halbe Stunde Präsentation von Moodle reichte, um regelrechte Begeisterung bei den Studienleitern aufkommen zu lassen. »Dies ist dem, was wir ansonsten an der Hochschule nutzten, weit voraus!«, so einer aus dem Team.

Mit Moodle behalten die Leiter der Studienprogramme stets den Überblick zum Geschehen in den einzelnen Fächern, nicht nur in ihren eigenen. Dies wird umso notwendiger, je mehr weitere Standorte weltweit und die Frage nach Möglichkeiten zu mehr »distance learning« in den Blick kommen.

Dabei nutzen wir auch die Möglichkeit von Moodle, die Prüfungsformen und -ergebnisse eines jeden Fachs zu registrieren.

Die Noten werden von den Dozenten direkt eingegeben; die Studierenden können jederzeit ihre Einzel- und Gesamtnoten sehen; die Gewichtung der Noten für zusammenfassende Ergebnisse und für Zwischen- und Endnoten können in Moodle eingestellt werden.

Die Ergebnisse können vom Sekretariat jederzeit als Datenlisten exportiert und zum Beispiel für die Zeugniserstellung genutzt werden.

Die Studierenden- und Notenverwaltung sind also komplett in Moodle möglich. Durch entsprechende Zusatzmodule können wir auch demnächst gleich mit dieser Plattform Einzelkurse an Interessenten »verkaufen«: sie können sich online einbuchen und direkt per Paypal ihren Einzelkurs bezahlen. Das ist eine starke Erleichterung für Angebote zur Weiterbildung.

Der einfache Wechsel

Es gibt Hochschulen, die sich noch mit teuren, kommerziellen Lösungen beschäftigen, um eine elektronische Lernumgebung bereitstellen zu können. Das kostet pro Jahr -zigtausend Euro für Lizenzen und man kämpft mitunter vergeblich darum, dass das E-Learning-Tool auch weltweit erreichbar ist.

Wechselwillige werden von der millionenstarken Moodle-Gemeinde nicht im Stich gelassen; sogar Hochschulen helfen inzwischen anderen Hochschulen beim Wechsel:

Ich selbst habe gleich mehrere Moodle-Versionen auf einem einzigen Server laufen und versorge damit mehrere hundert Professoren, Dozenten und Studierenden. Ganze 7,95 Euro pro Monat kostet mich das bei meinem Host-Provider – und auf diese Weise sind die Moodle-Kurse auch tatsächlich weltweit erreichbar.

Moodle wird ständig verbessert, Updates sind problemlos möglich. Und immer wieder kommen neue Funktionen hinzu, auch durch das Engagement derer, die Zeit und Energie einsetzen, um die (ebenfalls kostenlosen) Zusatzmodule zu entwickeln. Unsere Studierenden und auch meine Dozenten mögen Moodle schon längst nicht mehr missen.

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