038 | Ein Mediendesign-Studium kann eine Menge Geld kosten. An den staatlichen FHs in NRW (Aachen, Düsseldorf, Köln, Münster) dürfte dazu die Semestergebühr ein Anhaltspunkt sein, die vom Land NRW im Jahr 2006 eingeführt wurde. Welche private Hochschule führt in NRW wirklich ein originäres »Mediendesign-Studium« durch und welche Kosten sind dort zu erwarten?
1.
Ein solcher privater Anbieter ist »Mediadesign«, eine Hochschule mit Zulassung des Landes Berlin, die in Düsseldorf eine Filiale betreibt. Ursprünglich eine kommerzielle Nicht-Hochschule (»Akademie«), konnte dieser Anbieter in Berlin Hochschulstatus erreichen. Professoren findet man vor Ort für den Bachelor-Studiengang »Mediadesign« allerdings nicht in der Zahl, wie es der Akkreditierungsrat und in NRW das Wissenschaftsministerium vorschreiben: im Jahr 2006 keinen einzigen! Auch wird der Studiengang ohne Akkreditierungsnachweis angeboten. Berliner Hochschulgesetze sind offenbar wenig anspruchsvoll im Vergleich zu NRW. Mitsamt Immatrikulations- und Prüfungsgebühren werden - bei Einhaltung der Regelstudienzeit von 6 Semestern - insges. Euro 26.314 verlangt.
2.
Das Studium an der erst vor einigen Monaten im Land Bayern zugelassenen »Macromedia Fachhochschule der Medien« – ebenfalls aus einer Akademie entstanden – folgt dem Curriculum eines anderen Studiengangs, der lediglich eine Ausrichtung namens Mediendesign – also Wahlpflichtfächer – vorhält und ebenfalls nicht überwiegend von hauptberuflichen Professoren durchgeführt wird. Die Kölner Niederlassung bietet Studienverträge an, die - bei Einhaltung der Regelstudienzeit von 6 Semestern - inkl. Immatrikulationsgebühr zu Gesamtkosten in Höhe von Euro 24.000 führen.
3.
Ganz und gar ohne die in NRW vorgeschriebenen hauptberuflichen Professoren, die hierzulande zu mind. 60 Prozent die Lehrveranstaltungen durchführen müssen, kann man im Kölner Mediapark bei der kommerziellen »FHWM« einen Studiengang »Angewandte Medienwirtschaft« u. a. mit einer Ausrichtung auf Mediendesign vorfinden. Dieser Bachelor-Studiengang gehört der staatlichen FH Mittweida (Sachsen), er wird von dort aus über ein kommerzielles Institut namens AMAK bundesweit vertrieben, allerdings ohne Professoren. Allein für die ersten beiden Kölner Studienjahre bei Fresenius werden mind. Euro 15.600 fällig, hinzu kommt das 3. Studienjahr in Mittweida (Gebühren nach Maßgabe des Freistaats Sachsen plus Zusatzkosten für den Aufenthalt dort über ca. 3 Monate).
4.
Die Rheinische Fachhochschule Köln verlangt keinerlei Zusatzgebühren (etwa für Anmeldung, Auswahlverfahren, Immatrikulation oder Prüfungen). Hier werden - bei Einhaltung der Regelstudienzeit von 6 Semestern - Studienbeiträge in einer Gesamthöhe von Euro 15.120 fällig, in monatlichen Raten von Euro 420. Abschluss: Bachelor of Arts Media Design. Mindestens 60 Prozent der Lehrveranstaltungen werden dort gemäß den NRW-Vorschriften von hauptberuflichen, erfahrenen Professoren durchgeführt.
Fazit: Mediendesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln ist offenbar der günstigste und der einzige vom Land Nordrhein-Westfalen staatlich genehmigte und in NRW akkreditierte durchgängige Hochschulstudiengang zum Mediendesign, also nicht lediglich eine Ausrichtung eines andersartigen Studiengangs. Mediendesign der RFH wurde 2005 akkreditiert und endet mit dem Abschluss »Bachelor of Arts in Media Design«.
Interessanterweise sind alle »Fremdanbieter« in NRW sämtlich teurer, obgleich es dort vor Ort in allen 3 Fällen keine hauptberuflichen Professoren für die genannten Studienrichtungen gibt.
Für das Sommersemester 2007 gibt es an der RFH momentan noch 4 freie Studienplätze zur Immatrikulation in den Bachelorstudiengang Mediendesign.
This entry was posted on Mittwoch, Dezember 27th, 2006 at 08:09 and is filed under Hochschulen, Mediendesign. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.
