Martin Gertler | 27. Oktober 2007, 00:02 Uhr

312 | Der Dienst »doit-online.com« vermeldet die erheiternde bzw. erschreckende Nachricht, dass die so genannte »Hochschule der Medien«, eine staatliche und daher allein von Steuergeldern finanzierte FH in Stuttgart, nunmehr im offensichtlich noch immer nicht nicht gänzlich ausgestorbenen Online-Sandkasten Second Life einen Abenteuerspielplatz, einen Urwald eingerichtet habe.

Die Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) eröffnet ihre Repräsentanz in Second Life. Doch statt Gebäuden mit Hörsälen, Seminarräumen und Übungslaboren präsentiert die HdM in der virtuellen Welt einen Urwald.

Nicht nur exotische Pflanzen und Tiere verleihen der Hochschule den Charme einer Spielweise. (Das sollte sicherlich »Spielwiese« heißen?!?) Im Dschungel tauchen vor allem mediale Elemente wie Projektionsflächen, Laptops oder Fernseher auf. Hier finden Besucher Informationen und Weblinks zu den Studiengängen und Veranstaltungen der HdM. HoRadS, das Hochschulradio Stuttgart, hat mit der “Hördose” ein virtuelles Studio erhalten und sendet dort 24 Stunden am Tag.

Das Bauland wurde der Hochschule der Medien kostenlos von der MFG Baden-Württemberg für die Realisierung des Hochschulauftritts zur Verfügung gestellt. Besucher finden die HdM in Second Life auf dem Gelände der MFG Baden-Württemberg, Insel II, Suchbegriff “Baden-Wuerttemberg2″ oder direkt über die SLURL zum Eingangsbereich.

Muskelmännchen passt da sicher hinein in diese wilde »Welt«, kann aber keine Hochschule entdecken, sondern nur Schrott, etwa eine Flugzeugruine oder so etwas ähnliches. Gäbe es ihn wirklich und nicht nur als Kunstfigur, würde er motzen: »Das stinkt aber nach Müll und Leichen hier!«

Und die im normalen Leben, im First Life, abrufbare Website der Medienhochschule verspricht den Überlebenden dieses Kinderspiels auch noch einen Drink an der Bar.

Huhuuu… Gruselig das!

Ach, Ihr lieben Schwaben von der HdM. Habt Ihr denn gar nix Besseres mehr zu tun mit den reichlichen Steuergeldern, die Euch nähren?!?


Zuvor besucht:

  • Universities. Im Online-Sandkasten haben sie mit ursprünglichen Hochschulen meist nichts mehr gemein. Es geht ums Spielen und um Geld.
  • RFH Köln. Da bekanntlich die im Glaspalast präsentierte Bildungseinrichtung im Ersten Leben keine Erste-Hilfe-Kurse anbietet, kein Kindergarten ist, keine Waffen ausstellt und auch nicht mit schwarz-rot-goldenen Fahnen schwenkt, bleibt unverständlich, warum hier ihr Logo prangt.
  • Hochschulen in den Niederlanden. In dieser Spielsoftware prunken sie mit monumentalen und nicht einladenden Phantasiegebilden. Es gibt keinen Grund, sie anzusteuern.
  • FH Darmstadt. Wer sie im Zweiten Leben antreffen will, landet bloß auf einer kleinen Insel und steht da rum wie ein begossener Pudel. Recht geschehen!
  • FHM Bielefeld. Sie tritt in Second Life mit einer modernen Villa in einem karibischen Urlaubsambiente auf. Ihr Auftritt wirkt schick, nicht verwirrt. Es geht dabei offensichtlich um ein virtuelles Begegnungs- und Beratungszentrum.

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