Martin Gertler | 27. Oktober 2007, 22:39 Uhr

313 | Kurztrip nach Qatar, eines der Länder der Vereinigten Arabischen Emirate. Sjoerd Gehrels und ich wollen dort zusammen mit Diedrik Krom über akademische Expansionsmöglichkeiten der CHN University Qatar nachdenken und zu konkreten Plänen für 2008 kommen.

Der Airbus der KLM trägt den Namen »Potsdamer Platz – Berlin«. Ein gutes Omen, denke ich bei mir. Die Maschine ist bis auf den letzten Platz ausgebucht. Das Reisen in der »Holzklasse«, mit Zwischenstopp in Saudi-Arabien, ist allerdings eine Zumutung. Der Airbus hat unter jedem 2. Sitz eine seltsame metallene Box, so dass man 8 Stunden genau definierte Beinstellungen einhalten muss – Menschen meiner Bauart sind offenbar unerwünscht in diesen Transportmaschinen.

Spannend wird die Reise zumindest für eine Viertelstunde, als wir bei bester Sicht abends auf eine erleuchtete Stadt schauen können: Wir fliegen direkt über Bagdad hinweg. Später sehen wir im Süden des Iraks rote Flammen lodern. Ungute Gefühle kommen auf, und wir denken nach über den unter durchsichtigen Lügen inszenierten, illegalen Überfall der westlichen Übermacht, der – wie erwartet – zu anhaltendem Unfrieden führt. Wer Hass sät, wird Hass ernten!

Elf Stunden nach dem Einchecken in Schiphol hat jeder endlich sein Hotelzimmer in Doha bezogen. Die Bar in der Lobby hatte bereits geschlossen, so plündern wir halt die Minibar. Sjoerd genießt eine Abendzigarre und wir bereiten uns noch zwei Stunden lang in vorläufig ruhiger Umgebung auf den nächsten Tag vor. Kaum zieht sich jeder von uns zurück und hat die Augen gerade mal zugetan, beginnt das Nachtleben im Hause… Schlafen geht hier nur in Etappen und nur mit Ohrenschutz.

Unser Hotel, gekoppelt an die Zentrale von Scheich Feisal. Einige Dutzend Unternehmen steuert er von hier aus. Die Fassade zeigt die Ambitionen des Scheichtums: man bereitet sich mit aller Energie auf die Olympiade 2016 in Doha vor.

Aus meinem Zimmer habe ich direkten Blick auf die Residenz des Landesherrn. Und da man vom 11. Stock des Hotels aus ein wenig zu sehr von oben auf den Palast schauen kann, drohe nun der Abriss des erst 5 Jahre alten Hotels, erzählt uns ein Chauffeur.

Wir erwarten nun gespannt Diederik, um mit ihm eine erste Tour durch die Stadt zu machen und erste Pläne für den Ausbau »seiner« University zu schmieden…

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