357 | Erfolgsautor Stephen Covey hat in den letzten Jahren mit seinen »7 Wegen zur Effektivität« viele Menschen erreicht. Seine Prinzipien für den persönlichen und beruflichen Erfolg gründen in verschiedenen Quellen.

Er ist ein wertekonservativer Mensch und vertritt einen im wahrsten Sinne des Wortes wertvollen Ansatz, dessen Verbindungen zu manchen Strömungen der seit langem bestehenden Religionen sicherlich untersuchenswert wären.

»Leben aufgrund von Prinzipien« hat eine lange Tradition. Als katholisch geprägter Mensch bin ich in einer solchen Tradition aufgewachsen und als ich 1973 Kapuziner wurde, habe ich eine besondere Ausprägung erfahren dürfen: die franziskanische Lebenshaltung – »Jedem ein Bruder sein«.

Sie kennt vielfach Schnittstellen, manche sogar mit Covey, habe ich inzwischen festgestellt.

Aber sie unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt, denn sie ist schlussendlich nicht auf gesellschaftliche Anerkennung und Erfolg und Gewinn aus, sondern bleibt allein auf die je eigene »brüderliche« Lebenshaltung ausgerichtet. Sie verspricht nicht Erfolge, sondern ein – nach entsprechender Reifung – authentisches (oder um es anders zu sagen: ewiges) Leben.

Auf welche Form man sich immer einlassen mag: es geht um den Weg. Buchwissen allein verändert nichts.

Ein Weg ist zudem nicht automatisch eine Erfolgsstory. Die allzeit Strahlenden verkörpern nicht den Weg, der ja stets auch Täler und Sackgassen bereithält, sondern lediglich die Ideen, manchmal auch nur Ideologien.

Wer sich ausrichtet auf eine charaktervolle und authentische Lebensführung, auf Transparenz und Transzendenz, erntet nicht wie von selbst den Beifall der anderen und den Erfolg der Bilanzen. Schon gar nicht lernt man dabei das Managen an sich.

Wohl aber können die Mitmenschen und die Umgebung mit neuen Werten erlebt werden – und dadurch sich besser und erfolgreicher entfalten können.

»Brüderlich leben« als ein Konzept für »Leadership«? Vielleicht ist es mindestens eine entscheidende Voraussetzung dazu – und dies ist an sich schon wertvoll.

Die Gottbezogenheit des franziskanischen Lebens anerkennt grundsätzlich eine Leadership, die größer ist als man selbst – und Ziele, die weiter reichen als man selbst.

»Ich darf in Fülle leben«

Das Einüben von Lebenshaltungen braucht Zeit und natürlich den richtigen Rahmen, um nicht abzuschweifen. Auch das lesen wir seit Jahrhunderten bereits in den Regeln und der Praxis der Orden.



Eindrücke vom franiskanischen Weg der neu beginnenden Kapuziner, der Novizen, vermittelt dieser Film. Und er sagt auch manches über ihre Ziele.

Brüderliches Leben wird erfahrbar als Teilhabe an einer universalen Leadership.

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324 | Die »Philosophisch-Theologische Hochschule Münster« (PTH), eine wissenschaftliche Hochschule (Universitätsrang) in Trägerschaft der Ordensprovinz der Rheinisch-Westfälischen Kapuziner, bereitet derzeit zwei weiterbildende Master-Studiengänge auf ihre Akkreditierung vor. Für die School of Graduate Studies der CHN (SGS) in Leeuwarden ergeben sich dabei möglicherweise interessante Formen einer Zusammenarbeit mit der PTH in Münster.

Zum einen führt die PTH bereits seit einigen Jahren ein zweijähriges Weiterbildungsstudium durch, das sich an leitende Mitarbeiter in Krankenhäusern und Alten- sowie Behinderteneinrichtungen wendet. Dieses Angebot wird derzeit so überarbeitet, dass es als akkreditiertes Masterstudium zugelassen werden kann.

Zum anderen hat die PTH ein »Institut für Kirche, Management und Spiritualität« eingerichtet, das bereits in der laufenden Akkreditierungsphase den Masterstudiengang »Organisationsmanagement und Spiritualität« anbietet. In einer ersten kleinen Gruppe von 8 Teilnehmern aus ganz Deutschland wird nun der Brückenschlag zwischen der auf Effizienz ausgerichteten Seite der Organisationen und ihrer Spiritualität versucht. Kirchliche Hilfswerke, Verwaltungen und sogar Finanzinstitute lassen am IGMS der PTH in Münster ihre Manager berufsbegleitend studieren.

Bei einem Arbeitstreffen im Provinzialat der Kapuziner in Frankfurt haben Br. Christophorus Goedereis OFMCap (mitte), Provinzialminister der Kapuziner und zugleich Generalmoderator der Hochschule, Br. Prof. Dr. Thomas Dienberg OFMCap (rechts), Rektor der PTH und Vikar der Ordensprovinz, und ich (SGS/CHN und u. a. Gastprofessor an der PTH) in dieser Woche über Gemeinsamkeiten in einigen Elementen der Masterstudiengängen beider Hochschulen nachgedacht.

Denn es gibt elementare Berührungspunkte zwischen SGS und PTH: das Forschen und Lehren über Management im Zusammenhang mit Spiritualität und Werten.

»Uns liegt sehr an der internationalen Zusammenarbeit mit Hochschulen, mit denen wir ein Stück unserer Mission und auch unserer Studieninhalte teilen können, und es wäre schön, wenn wir dies auch mit der CHN einmal durchdenken könnten« sagt Rektor Thomas Dienberg.

Wir werden daher in den nächsten Monaten die bereits laufenden und die neu vorzubereitenden Module der jeweiligen Masterstudiengänge analysieren und die Schnittmengen ausloten. Danach werden wir überlegen, ob Möglichkeiten einer Zusammenarbeit umsetzbar sein könnten.

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304 | Unter diesem Motto starteten im Frühjahr 2006 die Kapuziner der Rheinisch-Westfälischen Ordensprovinz eine Video-Reihe, die seither online verfügbar ist. Kurz vor dem Relaunch ihrer Website haben sie ihren Videochannel Kapuziner.TV nun auch bei Youtube.com implementiert.

Vor gut einem Jahr waren dort erste Beiträge platziert worden; sie wurden inzwischen bis zu 1.000 mal abgerufen.

Damit erweist sich diese noch etwas konfuse Plattform als guter Multiplikator, besonders für »Nischenprodukte«.



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159 | Am Freitag, 18. Mai 2007, eröffnete das neue »Institut für Kirche, Management und Spiritualität« der PTH Münster seinen Betrieb mit einem Festakt im Kapuzinerkloster.

Als Schirmherr des neuen Instituts, das sich der wissenschaftlichen und beruflichen Weiterbildung u. a. mit einem eigenen Masterstudiengang widmet, stellte der frühere Bundesbankpräsident Prof. Dr. Hans Tietmeyer heraus, dass Prozesse der Reorganisation und Führung in der Wirtschaft oft an Sinnmangel leiden, wenn sie lediglich den Sinn darin erkennen lassen, mehr zu erwirtschaften als die Konkurrenz. Hier erwartet er inspirierende Impulse und neue Erkenntnisse für die Teilnehmer der Programme des Instituts.

Tietmeyer hatte in den 50er Jahren während seiner Schulzeit in Münster bereits beim berühmten Kapuzinerpater Eugen Henne Hebräisch gelernt, und dies gemeinsam mit seinem Mitschüler, dem heutigen Weihbischof Friedrich Ostermann. In Frankfurt hatte Tietmeyer erneut Kontakt zu den Kapuzinern gefunden und sich dort jahrelang sehr für die Armenarbeit der Brüder (»Franziskustreff«) engagiert.

In seinem Festvortrag unterstrich Prof. Dr. Walter Krieg, Emeritus der Universität St. Gallen, dass es neben den an seinem schweizerischen Institut gelehrten Prinzipien für Manager vor allem auf die Seele, ja gewissermaßen sogar auf eine eigene Spiritualität ankomme, die den Führenden leitet.

»Inspiriert und inspirierend führen: Management braucht den ganzen Menschen!«, so das Thema seines akademischen Vortrags, in dem er die Methoden beschrieb, die sein Institut anwendet.

Dabei griff er auch Ansätze der Vorredner auf und kritisierte die gängige Managementlehre für ihre starke Fixierung auf eine industrielle Produktionswirtschaft, obgleich die Dienstleistungswirtschaft längst eine dominierende Rolle eingenommen hat. Sein strukturierter Vortrag endete mit dem Appell, die spirituelle Dimension bei der Managementausbildung als entscheidend wahrzunehmen.

Aus Platzgründen konnte der Festakt nicht in der »kleinen, feinen Hochschule von Münster« (so die Prorektorin der Uni Münster, Prof. Dr. M. Ravenstein, in ihrem Grußwort) selbst stattfinden, einer prächtigen Villa am Hohenzollernring (Bild rechts).

Die Kapuziner wiederum genossen es, dieses Fest mitsamt einem schwäbischen Festmahl im Kloster ausrichten zu können, denn auf diese Weise begegneten all die Aktiven des neuen Instituts und die Gäste von vielen Universitäten im In- und Ausland auch einmal dem Träger des Ganzen: der Rheinisch-Westfälischen Kapuziner-Ordensprovinz. In der Nachfolge des Franz von Assisi leben sie als »Minderbrüder« in Einfachheit und Solidarität mit den Armen und der ganzen Schöpfung.

Den Kapuzinerbrüdern, den Mitarbeitern des Instituts und dem Initiator, meinem Freund und Kollegen Prof. P. Dr. Thomas Dienberg OFMCap., Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster (PTH), meinen herzlichen Glückwunsch zum Start und viele gute Wünsche für eine erfolgreiche Arbeit!

Bericht der Westfälischen Nachrichten

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Martin Gertler | 12. März 2007, 07:02 Uhr

081 | In der Reihe »Kapuziner.TV« berichtet in dieser Woche der »Provinzial« über seine Akzentsetzungen als Leiter der Ordensprovinz.

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071 | Sicherlich geht man an das Thema »Spiritualität« im westfälischen Münster anders heran als in Rom. Umso interessanter ist die internationale Kooperation, die am 20. Februar die »Philosophisch - Theologische Hochschule (PTH)« Münster mit der »Universität Antonianum (PUA)« in Rom schließen konnte.

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