178 | Bei der Ernennung von Piet van Elswijk zum »Lector Economie op Mensenmaat« erläuterte Klaas Wybo van der Hoek, stellv. Vorstandsvorsitzender der CHN, warum dieser Lehrstuhl wichtig ist für die Hochschule und auch für die Gesellschaft.

»Es gibt für uns als CHN neben den übliche Gründen noch zwei typische CHN-Motive, diesen Lehrstuhl einzurichten. Angesichts unseres besonderen Hintergrundes will ich das aus meiner inhaltlichen Verantwortung und Rolle heraus unterstreichen und kurz erläutern.

Wir sind eine Organisation von Menschen, die glauben, aber nicht an irgendwelche Trends. Darin liegt unser erstes Motiv. Wir zählen uns zu der Sorte Organisation und Menschen, die finden, dass es in und mit dieser Welt stets eine Mission gibt. Und wir sind uns sehr dessen bewusst, dass wir mit unseren Studenten die Manager, Meinungsmacher und Führer von morgen ausbilden. Ihnen wollen wir sehr gern mit auf den Weg geben, dass Ökonomie keine Naturerscheinung ist, sondern das Ergebnis von Beziehungen, Auffassungen, Verhalten und Entscheidungen. Das wichtige Fach Ökonomie kann an der CHN daher niemals wertfrei, aber auch niemals fundamentalistisch gelehrt werden.

Wir wollen gern unseren Absolventen eine internationale, ja kosmopolitische Haltung mitgeben. Künftig werden unsere Absolventen ja die Ökonomie entscheidend beeinflussen. Dabei werden wir natürlich nicht Missionare sein, das wollen wir auch gar nicht. Wir besitzen eh nicht die exklusive Weisheit und haben sie nicht gepachtet. Natürlich werden unsere Studenten ihren Weg selbst wählen müssen. Aber die Weitergabe der Erkenntnis, dass Ökonomie keine Naturerscheinung, sondern etwas von Menschen Gemachtes ist, sehen wir als einen Kernauftrag dieses Lektorates an.

Es gibt noch ein zweites Motiv. Wir sind als CHN mit allen unseren Lehrbetrieben – ISM, Restaurant und Hotel Wyswert, den Global Campus Sites – in der sogenannten Service Industry aktiv: von der Dienstleistung bis zur Pflege. Diese Aktivitäten sind dadurch gekennzeichnet, dass man ihre Produktivität nicht oder kaum auf klassische Weise mit Mechanisierung und Automatisierung vergrößern kann. Die Bedienung in unserem Hotel Wyswert könnte man durch Roboter ersetzen, aber dann würden wir der Gastlichkeit buchstäblich das Herz entreißen. Gleiches gilt mutatis mutandis für das helfende Gespräch bei unseren Sozialpädagogen.

Um gerade in unserer Dienstleistungswirtschaft das menschliche Maß zu behalten und die Kosten im Rahmen zu lassen, sind neue Arrangements zwischen den Produktionsfaktoren notwendig. Das gilt für den Westen – darauf wies schon einer der größten Management-Gurus, Peter Drucker, in den 80er Jahren hin –, aber nun sicher auch für die kommenden Wirtschaftsbereiche im mittleren Osten, in Südafrika, Südostasien und Lateinamerika. Robert Veenstra hatte vorhin schon auf diese Bedeutung der internationalen Dimension für uns verwiesen.

Sie hören es: die CHN hat sich nicht für den einfachen Weg entschieden. Wir tun dies von unserer Ausrichtung her, und aus der Überzeugung, dass Dauerhaftigkeit den längsten Atem haben wird.«

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Martin Gertler | 16. Dezember 2006, 18:28 Uhr

029 | An den Tagen um Allerheiligen und Allerseelen, so glauben die Indios im Süden Mexikos, besuchen die Toten ihre Familien.

Mit Gebet und Weihwasser, mit Schnaps und einem Festessen werden die Verstorbenen begrüßt. Sie sind keine Gespenster, sondern gern gesehene Gäste. Die Traditionen sind Ausdruck des Glaubens an ein Leben nach dem Tod. Mit diesem Glauben wird das Fest der Toten zum Fest des Lebens.

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008 | Internationale »Hilfe« geht allzu oft einher mit finanziellen und politischen Interessen. Dass das auch anders sein kann, zeigen die »Minderbrüder« der Ordensgemeinschaft der Kapuziner.

Noch immer sind viele Menschen, die beim schweren Erdbeben 2005 auf der Insel Nias (Indonesien) ihr Hab und Gut verloren haben, auf Hilfe angewiesen. Noch immer gibt es die Zeltstädte, weil die Infrastruktur nur langsam und mühsam wiederhergestellt werden kann.

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