327 | Martin (ich) & Martin (der andere) waren an jenem kalten 9. November von Münster aus nach Utrecht gefahren. Auf der abendlichen Rückfahrt erzählten uns die niederländischen NOS-Nachrichten im Radio etwas Seltsames aus Berlin: die Mauer sei geöffnet worden…
Damals schon gab es das Tempolimit in den Niederlanden, das ich heute so sehr schätze, weil es das Fahren zum Reisen (statt zum Rasen) macht.
Aber am 9. November 1989 konnten wir nicht schnell genug ins Sendegebiet der deutschen Radios gelangen. Denn Martin (ich) verstand zwar aufgrund der Studienzeit in Nijmegen die holländischen Nachichten, aber Martin (der andere), der einen Monat später nach Berlin umziehen wollte, verstand sie nicht so gut – und konnte die Story vor allem noch weniger glauben.

Am späten Abend verfolgten wir dann in Münster mit ungläubigem Staunen die Berichte des deutschen Fernsehens mitsamt Live-Bildern, dass gerade die bisher konstruierte Welt aus angeblichen Gegensätzen von Ost und West zusammenfiel.
Der Jubel war jedoch schon damals gebremst durch Zweifel, durch Sorgen. Das schon bald mit uns »vereinigte« Sorgenkind »DDR« war schließlich wirtschaftlich eine Ruine, über Wasser gehalten durch den ständigen Staatsterrorismus, durch Waffengewalt an der Grenze, durch die Stasi.

Und so zahlen die Wessis noch immer für dieses inzwischen volljährige Kind namens »neue Bundesländer« den Solidaritätszuschlag – mancher hält ihn für eine Art Kindergeld.
Die deutsche Wirtschaft hat dieses Zusammengehen bis heute nicht wirklich auffangen können. Und die vor allem aus dem Osten zugewanderte anhaltende Erwartung einer Rundum-Versorgung mit allen erdenklichen sozialen Sicherheiten hält mein Heimatland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – wie etwa meine neue Wahlheimat Niederlande – bis dato gefesselt.
Das Ende des Kalten Krieges, das Ende des Ost-West-Konflikts – es geschah im Zusammenbruch des ostdeutschen Regimes und durch die Öffnung der Grenze in Berlin. Es geschah in Deutschland, und – diese persönliche Bemerkung sei mir erlaubt – dort wird auch bis heute überwiegend die Zeche für diese Befreiung gezahlt.
Leider hat der gewonnene Friede nicht lange vorgehalten. Die Nachfolger der damaligen Herrscher dieser Welt erliegen hemmungslos ihren gnadenlose Geld- und Machtinteressen. Sie zelebrieren mit Lügen Feindbilder (…wie war das doch noch mit den Märchen von den Massenvernichtungswaffen des Saddam Hussein und denen von den teppichmesserschwingenden Arabern, die angeblich den 11. September 2001 auf dem Kerbholz haben? …wie glaubhaft sind die Geschichten vom angeblichen Antiterrorkampf des KGB-Putin in Tschetschenien und überall sonst?) und führen ungestraft Überfallkriege, ziehen auch unsere / meine Länder mit hinein in diesen verbrecherischen Mist.
Der damalige Ost-West-Konflikt resultierte aus den schrecklichen Konstruktionen und Verbrechen des Adolf Hitler und seiner Schergen. Sie wurden allzugern aufgegriffen und gar instrumentalisiert von den Machthabern in Moskau und Washington.
Den Faschismus sind wir gottseidank los, die Ost-West-Teilung in Deutschland und Europa ebenfalls, die anderen bösen Geister leider nicht.
Wer hätte all das gedacht, vor 18 Jahren, als wir die Universitätsstadt Utrecht besuchten und auf dem Rückweg waren in die Universitätsstadt Münster, Stadt des Westfälischen Friedens…
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Als Schirmherr des neuen Instituts, das sich der wissenschaftlichen und beruflichen Weiterbildung u. a. mit einem eigenen Masterstudiengang widmet, stellte der frühere Bundesbankpräsident Prof. Dr. Hans Tietmeyer heraus, dass Prozesse der Reorganisation und Führung in der Wirtschaft oft an Sinnmangel leiden, wenn sie lediglich den Sinn darin erkennen lassen, mehr zu erwirtschaften als die Konkurrenz. Hier erwartet er inspirierende Impulse und neue Erkenntnisse für die Teilnehmer der Programme des Instituts.
In seinem Festvortrag unterstrich Prof. Dr. Walter Krieg, Emeritus der Universität St. Gallen, dass es neben den an seinem schweizerischen Institut gelehrten Prinzipien für Manager vor allem auf die Seele, ja gewissermaßen sogar auf eine eigene Spiritualität ankomme, die den Führenden leitet.
Aus Platzgründen konnte der Festakt nicht in der »kleinen, feinen Hochschule von Münster« (so die Prorektorin der Uni Münster, Prof. Dr. M. Ravenstein, in ihrem Grußwort) selbst stattfinden, einer prächtigen Villa am Hohenzollernring (Bild rechts). 
