467 | Der Film dauert zwei Stunden. Wer es wagt, ihn komplett zu sehen, wird danach noch mindestens so viel Zeit brauchen, um ihn zu »verdauen«.

Hier kommt der Teaser (zwei Minuten vierzig Sekunden):

Und hier der gesamte Film (gut zwei Stunden) - Tipp: Schalten Sie auf Vollbild-Modus!

Prädikat: sehenswert plus

Druckvorschau
Per Email versenden

452 | The »Free Bees« are looking for help in spreading their »9/11’s a lie« music video and song far and wide. Reluctantly they have decided that even though they’re extremely proud of the work, they are releasing it anonymously.

They believe that this music video has the potential to reach a large audience and as a work of infotainment is amusing, informative and thought provoking.



      Well you can tell
      By the way the buildings fell
      There was something wrong
      Now it’s time to tell
      Spread the word it’s nothing new
      You’ve gotta educate yourself in truth
      Well it’s not alright, it’s not okay
      For you to look the other way
      We can help you understand
      The New York Times effect on man

      Whether you’re a brother
      Or whether you’re a mother
      9/11’s a lie
      9/11’s a lie
      Neo-cons are shaking
      The world has started waking
      9/11’s a lie
      9/11’s a lie
      Ah ah ah ah
      9/11’s a lie
      9/11’s a lie
      Ah ah ah ah
      9/11’s a lie

      Well we can’t give in we can’t let go
      If we wanna see some justice flow
      It’s time for us to make a stand
      And together we can end this plan
      It’s not alright, it’s not okay
      For you to look the other way
      The wars they fight, just ain’t right
      I don’t know how they sleep at night

      Whether you’re a brother
      Or whether you’re a mother
      9/11’s a lie
      9/11’s a lie
      Neo-cons are shaking
      The world has started waking
      9/11’s a lie
      9/11’s a lie
      Ah ah ah ah
      9/11’s a lie
      9/11’s a lie
      Ah ah ah ah
      9/11’s a lie

      We’re getting stronger
      Won’t take much longer
      The truth will set us free
      Let’s break our silence
      No need for violence
      Become the change we want to see
      9/11 was an inside job
      9/11 was an inside job

      We need a peaceful revolution
      We need to know we have a choice
      We’ve let them get away with murder
      It’s time for us to find our voice

      Whether you’re a brother
      Or whether you’re a mother
      9/11’s a lie
      9/11’s a lie
      Neo-cons are shaking
      The world has started waking
      9/11’s a lie
      9/11’s a lie
      Ah ah ah ah
      9/11’s a lie
      9/11’s a lie
      Ah ah ah ah
      9/11’s a lie

    Regardless of your personal music taste please help spread this music video and song around…

    Druckvorschau
    Per Email versenden
    Martin Gertler | 9. Mai 2008, 00:00 Uhr

    438 | Der Staat Israel wurde vor 60 Jahren gegründet. Vertreibung und Gewalt, steigender Reichtum und sich verschärfende Armut kennzeichnen die einzige westliche Demokratie in der Region.

    Staatliche Mordkommandos, vom obersten Gericht des Landes legitimiert, schalten seit Jahren nach amtlichem Gutdünken »Extremisten« unter den Nachbarn mit Bomben und Erschießungen aus. Der Begriff »Staatsterrorismus« wird aus solchen Praktiken genährt.

    Viel zu wenig friedfertig tritt dieser Staat auf, der sämtliche UN-Resolutionen ignoriert, die seine widerrechtlichen Besatzungen verurteilten.

    Dennoch gratulieren wir gern, denn es sollte natürlich dringend besser werden im Lande Israel! Und damit auch im Lande Palästina…

    Den nachdenklichen Festvortrag hält an dieser Stelle Uri Avnery, ein jüdischer Staatsbürger, zudem Westfale aus Beckum. Er hatte die Gründung des Staates Israel als Soldat erlebt.

    “… Nämlich den Staat Israel”

    JEDES MAL, wenn ich wieder einmal die berühmten Worte David Ben-Gurions höre: „Deshalb sind wir hier versammelt …“, muss ich an Issar Barsky denken, einen charmanten jungen Mann, den jüngeren Bruder meiner Freundin.

    Das letzte Mal trafen wir uns vor dem Speiseraum des Kibbuz Hulda am Freitag den 14. Mai 1948.

    In der kommenden Nacht sollte meine Kompanie al-Kubab, ein arabisches Dorf an der Straße nach Jerusalem, östlich von Ramleh, angreifen. Wir waren sehr mit den Vorbereitungen beschäftigt. Ich reinigte mein in der Tschechoslowakei für die deutsche Wehrmacht fabriziertes Gewehr, als jemand kam und uns erzählte, Ben Gurion halte gerade eine Rede über die Gründung des Staates.

    Ehrlich gesagt, war keiner von uns an Reden von Politikern in Tel Aviv interessiert. Die Stadt schien uns weit weg zu sein. Der Staat, das wussten wir, war hier bei uns. Wenn die Araber gewinnen sollten, dann würde es keinen Staat geben und uns auch nicht. Wenn wir gewännen, dann würde es einen Staat geben. Wir waren jung und selbstbewusst und zweifelten keinen Augenblick daran, dass wir gewinnen würden.

    Aber da gab es etwas, was mich wirklich neugierig machte: wie würde der neue Staat heißen? Judäa? Zion? Jüdischer Staat?

    Also eilte ich zum Speisesaal. Ben Gurions unverkennbare Stimme schallte aus dem Radio. Als er zu den Worten kam „…nämlich den Staat Israel …“ war ich zufrieden und ging.

    Draußen begegnete ich Issar. Er gehörte zu einer anderen Kompanie, die in jener Nacht ein anderes Dorf angreifen sollte. Ich teilte ihm den Namen des Staates mit und sagte noch „Pass auf dich auf!“

    Einige Tage später fiel er. Deshalb erinnere mich an ihn so, wie er damals war: ein Junge von 19 Jahren, freundlich lächelnd, ein groß gewachsener Sabre (ein im Lande Geborener), voller Lebensfreude und Unschuld.

    JE MEHR WIR uns jetzt den grandiosen 60-Jahr-Feiern nähern, um so mehr werde ich von der Frage umgetrieben: wenn Issar seine Augen öffnen und uns sehen würde - noch immer ein Junge von 19 Jahren - was würde er über den Staat denken, der offiziell an jenem Tag gegründet worden war?

    Er würde einen Staat sehen, der sich weit über seine wildesten Träume hinaus entwickelt hat. Aus einer kleinen Gemeinschaft von 635 000 Seelen (mehr als 6000 von ihnen waren mit ihm in jenem Krieg gefallen) sind wir nun zu einer Gemeinschaft von mehr als sieben Millionen angewachsen. Die beiden großen Wunder, die wir erreicht haben – die Wiederbelebung der hebräischen Sprache und die Errichtung der israelischen Demokratie – sind weiterhin Realität. Unsere Wirtschaft ist stark, in manchen Gebieten – wie z.B. High-tech – sind wir Weltspitze. Issar wäre begeistert und stolz.

    Aber er würde auch spüren, dass mit unsrer Gesellschaft etwas nicht in Ordnung ist. Der Kibbuz, wo wir damals unsere kleinen Biwakzelte aufgestellt hatten, ist ein wirtschaftliches Unternehmen geworden – wie jedes andere. Die soziale Solidarität, auf die wir so stolz waren, ist zusammengebrochen. Viele Erwachsene und Kinder leben unterhalb der Armutslinie, alte Leute, Kranke und Arbeitslose werden hilflos sich selbst überlassen. Die Kluft zwischen reich und arm klafft in unserem Lande auseinander wie nirgendwo sonst in der wirtschaftlich entwickelten Welt. Und unsere Gesellschaft, die einst das Banner der Gleichheit und Gerechtigkeit hochhielt, schnalzt nur noch mit der kollektiven Zunge und geht zur Tagesordnung über.

    Am meisten wäre er bei der Entdeckung erschrocken, dass der brutale Krieg, der ihn tötete und mich verwundete, wie Tausende andere, immer noch in vollem Gange ist. Er bestimmt das ganze Leben der Nation. Er füllt die ersten Seiten der Zeitungen und steht zu Beginn aller Nachrichtenprogramme.

    Dass unsere Armee, die Armee, die einmal wirklich „wir“ war, etwas völlig anderes geworden ist, eine Armee, deren Hauptbeschäftigung es ist, ein anderes Volk zu unterdrücken.

    IN JENER NACHT griffen wir tatsächlich al-Kutab an. Als wir in das Dorf kamen, war es schon verlassen. Ich brach in eines der Häuser ein. Der Topf war noch warm, das Essen stand auf dem Tisch. In einem der Regale fand ich einige Photos: ein Mann, der sich offensichtlich gerade die Haare gekämmt hatte, eine Frau vom Dorf, zwei kleine Kinder. Ich habe diese Photos noch immer bei mir.

    Ich vermute, dass das Dorf, das in jener Nacht von Issar angegriffen wurde, sich ähnlich darstellte. Die Dorfbewohner – Männer, Frauen und Kinder – flohen im letzten Augenblick und ließen alles, was zu ihrem Leben gehörte, zurück.

    Vor dieser historischen Tatsache gibt es kein Entrinnen: Israels Unabhängigkeitstag und der palästinensische Nakba- ( Katastrophen-) Tag sind die beiden Seiten ein und derselben Münze. In 60 Jahren ist es uns nicht gelungen – tatsächlich haben wir es nicht einmal versucht - den Knoten aufzulösen, um eine andere Realität zu schaffen.

    Und so geht der Krieg weiter.

    FÜR DEN 60. Unabhängigkeitstag bildete sich ein Komitee, das für dieses Ereignis ein Emblem wählte. Das, was schließlich ausgewählt wurde, könnte ebenso gut auch für Coca Cola oder einem Eurovision Liederwettbewerb passen.

    Das wirkliche Emblem dieses Staates ist ganz anders, und kein Bürokratenkomitee musste es erfinden. Es ist fest mit dem Boden verbunden und man sieht es schon von weitem: die Mauer. Die Trennungsmauer.

    Trennung zwischen wem? Zwischen was?

    Anscheinend zwischen dem israelischen Kfar Sava und dem benachbarten palästinensischen Kalkilia, zwischen Modiin Illit und Bilin. Zwischen dem Staat Israel (und einigem gestohlenen Land) und den besetzten Gebieten. In Wirklichkeit aber zwischen zwei Welten.

    In der fiebrigen Phantasie derjenigen, die an den „Zusammenprall der Kulturen“ glauben, ob nun George Bush oder Osama Bin-Laden – die Mauer ist die Grenze zwischen zwei Titanen der Geschichte: der westlichen Kultur und dieser islamischen Kultur, zwei Todfeinden, die den Krieg zwischen Gog und Magog kämpfen.

    Unsere Mauer ist die Frontlinie zwischen diesen beiden Welten geworden.

    Die Mauer ist nicht nur ein Bau aus Beton und Stacheldraht. Mehr als alles andere, ist solch eine Mauer, wie jede Mauer ein ideologisches Statement, eine Absichtserklärung, eine psychische Realität. Die Erbauer erklären damit, dass sie mit Leib und Seele zu einem Lager gehören – zum westlichen; und dass auf der anderen Seite der Mauer die andere, die entgegengesetzte, die feindliche Welt beginnt, die Massen der Araber und Muslime.

    Wann wurde das entschieden? Wer traf diese Entscheidung? Und wie?

    Vor 102 Jahren schrieb Theodor Herzl in seinem grundlegenden Werk „der Judenstaat“, das die zionistische Bewegung ins Leben rief, einen bedeutungsschweren Satz: „Für Europa würden wir dort (in Palästina) ein Stück des Walles gegen Asien bilden; wir würden den Vorpostendienst der Kultur gegen die Barbarei besorgen.“

    So wurde in 22 deutschen Wörtern das Weltbild des Zionismus – und unser Platz darin – dargelegt. Und jetzt nach einer Verzögerung von vier Generationen folgt die materialisierte Mauer der geistigen.

    Das Bild ist klar und deutlich: wir sind ein Teil Europas (wie Nordamerikas), ein Teil der Kultur, die ganz europäisch ist. Auf der andern Seite: Asien, ein (angeblich) barbarischer Kontinent, ohne Kultur, der auch die muslimische und arabische Welt umfasst.

    Man kann Herzls Weltbild verstehen. Er war ein Mensch des 19.Jahrhunderts, und er schrieb diese Abhandlung, als der Imperialismus der Weißen seinen Höhepunkt erreicht hatte. Er bewunderte ihn mit ganzer Seele. Er bemühte sich (vergeblich), ein Treffen mit Cecil Rhodes zu arrangieren, den Mann, der damals den britischen Kolonialismus symbolisierte. Er ging auf Joseph Chamberlain zu, den Britischen Kolonialminister, der ihm Uganda anbot, zur damaligen Zeit eine britische Kolonie. Zur selben Zeit bewunderte er auch den deutschen Kaiser und sein so wohl geordnetes Reich, das - in Herzls Todesjahr - einen schrecklichen Völkermord an den Hereros in Südwest-Afrika beging.

    Herzls Maxime blieb kein abstrakter Gedanke. Die zionistische Bewegung folgte ihr vom ersten Augenblick an, und der Staat Israel führt diese bis zum heutigen Tage fort.

    HÄTTE ES anders werden können? Hätten wir ein Teil der Region werden können?
    Hätten wir eine Art kulturelle Schweiz werden können, eine unabhängige Insel zwischen Ost und West, eine Brücke bilden und ein Vermittler zwischen beiden Teilen werden können?

    Ein Monat vor dem Ausbruch des Krieges von 1948 und sieben Monate bevor der Staat Israel offiziell gegründet worden war (also bald nach dem 29.November 1947), veröffentlichte ich eine Broschüre unter dem Titel: „Krieg oder Frieden in der semitischen Region“. Ich begann mit den Worten:

    „Als unsere zionistischen Vorväter entschieden, eine sichere Zufluchtsstätte in Palästina
    zu errichten, hatten sie die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten:

    „Sie hätten in Westasien als europäischer Eroberer erscheinen können, der sich selbst
    als Brückenkopf der weißen Rasse und als Herr über die „Eingeborenen“ empfindet,
    wie die spanischen Eroberer und die angel-sächsischen Kolonialisten in Amerika.
    So wie es die Kreuzfahrer zu ihrer Zeit taten.

    „Die andere Möglichkeit wäre die gewesen: sich selbst als ein asiatisches Volk zu sehen,
    das in seine Heimat zurückkehrt – sich selbst als ein Erbe der politischen und kulturellen
    Tradition der semitischen Region zu sehen.“

    Die Geschichte dieses Landes hat Dutzende Invasionen erlebt. Sie können in zwei Kategorien eingeteilt werden.

    Da waren die Invasoren aus dem Westen, wie die der Philister, Griechen, Römer, Kreuzfahrer, Napoleon und die Briten. Solch eine Invasion errichtete einen Brückenkopf, und seine psychische Einstellung ist auch die eines Brückenkopfes. Die Region ist ein feindseliges Territorium, seine Bewohner Feinde, die unterdrückt oder umgebracht werden müssen. Am Ende wurden alle diese Invasoren wieder vertrieben – außer den Philistern.

    Und es gab die Invasoren, die aus dem Osten kamen, wie die Amoriter, die Assyrer, die Babylonier, die Perser und die Araber. Sie eroberten das Land und wurden ein Teil davon, beeinflussten seine Kultur und wurden beeinflusst von dieser Kultur und schließlich schlugen sie Wurzeln.

    Die alten Israeliten gehörten zur zweiten Kategorie. Selbst wenn es Zweifel über einen Exodus aus Ägypten gab, wie es in den Büchern Moses beschrieben wurde und keine Eroberung von Kanaan, wie es im Buch Joshua beschrieben wurde, ist es vernünftig zu vermuten, dass es sich um Stämme handelte, die aus der Wüste kamen und sich langsam zwischen den befestigten kanaanitischen Städten niederließen, die sie nicht erobern konnten, wie es tatsächlich im 1.Buch der Richter beschrieben wird.

    Die Zionisten andrerseits gehörten zur ersten Kategorie. Sie brachten das Weltbild eines Brückenkopfes, eine „Vorhut Europas“ zu sein, mit sich. Dieses Weltbild ließ die Mauer zum nationalen Symbol werden. Es müsste grundlegend geändert werden.

    EINE UNSERER nationalen Eigentümlichkeiten ist es, dass in einer bestimmten Diskussionsweise, bei der alle Teilnehmer - ob von der Linken oder der Rechten - das Argument benutzen: „Wenn wir nicht dies oder jenes tun, dann wird dieser Staat zu existieren aufhören!“ Könnten wir uns solch ein Argument in Frankreich, England oder in den USA vorstellen?

    Dies ist ein Symptom von „Kreuzfahrer“-Ängsten. Auch wenn die Kreuzfahrer in diesem Land fast 200 Jahre blieben und acht Generationen als „Einheimische“ dort aufwuchsen, waren sie sich ihrer andauernden Existenz dort nie sicher.

    Ich mache mir keine Sorgen über die Existenz des Staates Israel. Er wird so lange existieren, wie Staaten existieren. Die Frage ist nur: Welche Art von Staat wird es sein?

    Ein Staat mit permanentem Krieg, der Schrecken seiner Nachbarn, ein Staat, in dem Gewalt alle Lebensbereiche durchdringt, wo die Reichen gedeihen und die Armen im Elend leben; ein Staat, der von seinen besten Kindern verlassen wird …

    Oder ein Staat, der im Frieden mit seinen Nachbarn lebt – zum gegenseitigen Nutzen aller; eine moderne Gesellschaft mit gleichen Rechten für alle seine Bürger und ohne Armut; ein Staat, der seine Ressourcen in Wissenschaft und Kultur, Industrie und Umwelt investiert; ein Staat, in dem künftige Generationen gerne leben wollen; eine Quelle des Stolzes für alle seine Bürger.

    Das sollte das Ziel der nächsten 60 Jahre sein. Ich denke, das ist es, was sich auch Issar gewünscht hätte.

    (Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs und Christoph Glanz, vom Verfasser autorisiert)

    Botschaft von Uri Avnery zum 14. Mai 2008

    Israel ist 60 Jahre alt – darüber dürfen wir uns freuen.

    Die Nakba – die Katastrophe für die Palästinenser - ist auch 60 Jahre alt – das müssen wir beklagen.

    Es liegt auch im Interesse Israels, dass dieser Tragödie ein Ende gesetzt wird. Auf eine Art, die gerecht, moralisch und praktisch ist und die alle Seiten befriedigt.

    Als ein Israeli, der als Soldat 1948 den Beginn dieser Tragödie miterlebt hat, fühle ich mich besonders verpflichtet.

    Man braucht nicht gegen Palästina zu sein, wenn man Israel liebt, man braucht nicht gegen Israel zu sein, wenn man Palästina liebt.

    Lasst uns für Israel, für Palästina, für den Frieden, für Gerechtigkeit, und für eine gemeinsame Zukunft sein.

    Uri Avnery ist Gründer der Friedensbewegung Gush Shalom. Der langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Gestalten der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden. Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden.

    Druckvorschau
    Per Email versenden

    432 | Inzwischen kommen immer mehr Machenschaften der US-Regierung ans Licht, mit denen sie in ungeahntem Umfang Desinformation betrieb.



    mehr »

    Druckvorschau
    Per Email versenden
    Martin Gertler | 25. März 2008, 00:00 Uhr

    419 | Wer sich die ca. 37 Minuten Zeit nimmt für dieses Video, mit der Rede von jemandem, der künftig die USA führen will, muss sich fragen: Wie wollen die Menschen in den USA, die nun schon zweimal den massiv gegen internationales Recht verstoßenden, amtierenden Dünnbrettbohrer, Lügner und Kriegstreiber gewählt oder zumindest ertragen haben, ohne sich gegen die gravierenden Verluste an Demokratie und Grundrechten zu wehren, einen solchen Präsidenten akzeptieren können, der gebildet und versöhnungsbereit auftritt…?

    500.000mal wurde dieser Film binnen 5 Tagen aufgerufen. Und nun: Sie….

    Barack ist einer der gebildetsten US-Präsidenten, die es jemals geben könnte. Der Mann hat wirklich etwas zu sagen, weil er argumentieren kann, nicht nur Klischees bedient.

    Barack Obama: »A More Perfect Union« (Full Speech in Philadelphia)

    Er greift darin das sensible Thema von »Schwarz und Weiss« auf. Und wie! Obama spricht einfach ganz normal, sondert keine Textbausteine und Applaus-Auslöser ab. Ist so einer geeignet, den Show-süchtigen US-Amerikanern als Präsident zu dienen?

    Er sei ihnen von ganzem Herzen gegönnt!


    Druckvorschau
    Per Email versenden
    Martin Gertler | 27. Februar 2008, 00:00 Uhr

    403 | Vor wenigen Jahren war da, wo nun mein Hotel und der angegliederte Golfclub samt 18-Loch-Anlage zu finden sind, nichts, also Savanne. Heute bin ich hier umgeben von vielen alten Menschen, die sich fragen, wie das alles weitergehen soll.

    Letzter Frühstückkaffee dieses Morgens samt Orangensaft auf der Terrasse; hinter ein paar Stellwänden wird gerade unter gelegentlichem Lärm eine neue Rampe für die Nutzung von Rollstühlen und Rollatoren hinunter zum Golfplatz betoniert.

    Ein älterer, dürrer Mann, der gerade irgendwelche Zahlen von Hand korrigierte, fragt mich, wo ich herkomme. Geboren in Deutschland? Oh, er war 1958 in Nürnberg stationiert, und dann war er noch in Schwäbisch Hall und in Stuttgart, und sein Schiff hatte in Bremerhaven angelegt, aber Norddeutschland kannte er sonst nicht. Klar, die amerikanische Besatzungszone war ja im Süden. Es sei eine tolle Zeit gewesen in Germany.

    In der kalten Jahreszeit genießt er inzwischen in einem Appartment um die Ecke die Wärme Floridas, lebt ansonsten mehr im Norden der USA. Aber dass das Benzin inzwischen so teuer geworden ist…! 3,45 Dollar pro Gallone in Florida, daheim sei der Preis noch gerade unter 3 Dollar. Und in Europa? »Da sind Sie nun mit uns fast gleichauf!«, lache ich, »Viele Jahre lang beneideten wir Euch um die niedrigen Energiepreise. Das ist aber nun vorbei.«

    Auch das Brot… 3,70 Dollar für ein geschnittenes Brot (das mich in Leeuwarden ca. 1,30 Euro kosten würde) ist ein normaler Preis in diesem Land. Senior versteht nicht, wie jemand mit normalen Stundensätzen das alles in Florida noch zahlen kann.

    Ich verkneife mir die Frage, warum er und all die anderen in diesem Kontinent nicht längst Sturm laufen gegen den Kriegspolitiker, der ihnen das alles eingebrockt hat. Die Not ist wohl noch lange nicht so groß, dass jemand hierzulande auf revolutionäre Gedanken käme.

    In Deutschland wird in den Bezahlmedien immer noch zu wenig Notiz genommen vom wirtschaftlichen Absturz der USA, und das ist gefährlich, denn auch wir Europäer werden mehr und mehr mit in den Strudel gerissen.

    Immer noch träumt der Springer-Verlag (der nach den merkwürdigen »Terroranschlägen« des 11.9.2001 alle Mitarbeiter auf eine unbedingte und unkritische Treue gegenüber dem Nationalfreund USA verpflichtete) davon, dass die Frau des Kriegsherrn Bill Clinton besser an der Spitze Amerikas stehen sollte. Über Barack Obama, der momentan Frau Clinton hinter sich lässt, mault das Blatt:

    »Das Entzücken über Obama hält nicht an

    Amerika macht einen großen Fehler, hatten Clintons Berater bei dem Pressefrühstück gesagt. Obama sei für den Republikaner John McCain, was 1972 George McGovern für Richard Nixon gewesen sei – ein redegewaltiger, aber politisch viel zu weit links stehender Antikriegs-Kandidat. Mit ihm gehe die Wahl gegen McCain verloren. Das Entzücken über Obama werde nicht reichen, und auch nicht anhalten. Kürzlich fragte der Talkmaster Chris Matthews einen Obama-Unterstützer aus Texas, einen Kongressabgeordneten, welche politische Leistung Obamas er aus dem Stegreif nennen könne. Der Abgeordnete schwieg vor laufender Kamera und kratzte sich auf hartnäckiges Nachfragen am Kopf. Matthews, ein Parteigänger Clintons, genoss es. Die Szene versetzte den Clinton-Stab in helle Aufregung. Da! Er ist doch für Blinde zu sehen, der Graben, in den McCain Obama stoßen wird!«

    Wenig Visionäres bei der Redaktion jener Zeitung – und wenig Vision auch bei den Menschen, die mich in Florida umgeben. Sie wurden auf Konsum und auf Krieg getrimmt. Jeder darf hier mit Waffen rumlaufen und inzwischen jeden totschießen, von dem sich anschließend glaubwürdig behaupten lässt, dass man sich von ihm bedroht fühlte. Und die hiesigen Religionen und Konfessionen unterstützen diese tödliche Weltsicht sogar, fast ausnahmslos.

    Kann Barack Obama dort etwas verändern…?

    »Yes we can«

    Ein Musikvideo mit Obama-Aussagen. Und das Bemerkenswerte: der »Star« setzt nicht irgendein amerikanisches, unehrliches Lächeln auf (wie der derzeitige Amtsinhaber, der noch dümmlich grinst, wenn er über die zweifelhaften Erfolge seiner Gewaltaktionen berichtet), sondern guckt echt und ernst in diese heruntergekommene Welt.

    Mein Chef zeigt seine Position

    Robert Veenstra begegnete in Cincinnati Barack Obama. Der hatte sich in Jura an der Harvard Business School qualifiziert, die zuvor immer nur Weißen eine Chance gegeben hatte. Er zeichnete sich nicht einmal durch Bestnoten aus, aber durch seine Überzeugungskraft.

    Glaube ich ihm mehr als anderen US-Politikern…? Das weiß ich noch nicht. Aber dass Robert und sein inzwischen guter Freund Stephen Covey sich offenbar für Barack Obama entschieden haben und sich mit ihm treffen, finde ich doch sehr bemerkenswert:

    Von links nach rechts: Nancy L. Zimper, President University of Cincinnati – Barack Obama – Stephen R. Covey, Buchautor und Leadership-Guru – Robert Veenstra, President Stenden University, Leeuwarden

    Stephen R. Covey habe ich nicht persönlich, aber über seine Bücher kennengelernt, die in den Niederlanden wie in den USA Bestseller sind (in Deutschland weniger). Der wertekonservative Mormone Covey unterstellt, dass jemand erst einmal sich selbst ändern und optimieren muss, bevor er es als Vorgesetzter von anderen erwarten kann – dies ist eine mir sympathische Grundüberlegung, die ich auch von Franziskus kenne.

    Und dass Robert, mein Chef, sich dem Kandidaten Obama zuwendet, der zumindest momentan als Symbol für Friedfertigkeit und für die Überwindung aller Grenzen durch Herkunft und Hautfarbe steht, freut mich sehr, denn das passt zu unserer Hochschule mit ihrer christlichen Herkunft, und es freut mich auch angesichts der Verzweiflungen mancher Menschen, die ich parallel gerade in Florida erlebe.

    Druckvorschau
    Per Email versenden