Martin Gertler | 15. Februar 2008, 00:00 Uhr

398 | Auch nach Stefan Austs unfreiwilligem Abschied ist der Spiegel noch nicht wirklich ein besserer geworden. Am Valentinstag verbreitet er ohne Not Schreckensmeldungen über die angeblich hohe Zahl der Bachelor-Abbrecher.

»Überraschend viele Abbrecher im Bachelor-Studium« will er der Welt weismachen. Pustekuchen! Denn: »mein« erster Bachelor-Kurs Mediendesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln marschiert gerade geschlossen und ohne einen einzigen Abbrecher in die Zielgerade ein.



Presentation Day: Projektarbeiten werden zur Diskussion gestellt. Mediendesign (Bachelor) an der RFH ist ein Studiengang, der auf dem höchst möglichen Niveau arbeitet und sich zudem immer mehr mit führenden deutschen und internationalen Design-Agenturen vernetzt. Und – er ist weltweit der einzige mit diesem Degree.

In nicht einmal einem halben Jahr wird der erste Bachelor-Kurs »Mediendesign« in Köln sein sechssemestriges Studium mit dem neuen Degree abschließen können – natürlich aufgrund der erfolgreichen Akkreditierung, die rechtzeitig vor dem Studienbeginn im Wintersemester 2005/06 erfolgte.

Hingegen waren im alten Diplomsystem ständig Studierende abgesprungen, hatten auf halber Strecke das Handtuch geworfen.

Und dieser Unterschied fällt auf. Wir hatten von Anfang an im Bachelorstudiengang die Anforderungen deutlich erhöht. Offenbar wollen Studenten heute mehr gefordert werden!?!

In einer Pressemitteilung hatte die HIS Hochschul-Informations-System GmbH auf eine Studie namens »Die Entwicklung der Studienabbruchquote an den deutschen Hochschulen – Ergebnisse einer Berechnung des Studienabbruchs auf der Basis des Absolventenjahrgangs 2006« hingewiesen.

Die dort erwähnten Studienabbrüche bei Bachelorstudiengängen beziehen sich auf Immatrikulationen aus den Jahren 2000 - 2004. In der aktuellen Debatte um Studienabbrüche bei Bachelorstudiengängen vermisse ich zwei wichtige Faktoren, die zu diesen Ergebnissen beigetragen haben könnten:

1. In jenen Jahren wurden Langzeitstudenten durch die Einführung erster Gebühren aus den Hochschulen vertrieben; dies dürfte zu einer Zunahme von Umentscheidungen geführt haben.

2. In jenen Jahren entstand gerade erst das Akkreditierungswesen, es gab also bereits eine Reihe nicht akkreditierter Studiengänge, die noch gar nicht den heutigen Standards entsprachen. Alter Wein in neuen Schläuchen – auch die damit verbundene Unwucht dürfte in der Pilotphase des BaMa-Modells zu manchen Abbrüchen geführt haben.

Zurück zu Hamburgs Spiegel.

Um das Blatt mal zu zitieren: »Das überraschende Ergebnis: Viele Bachelor-Absolventen sind mit ihrem Studium zufriedener als diejenigen, die traditionelle Studiengänge absolviert haben. Sie haben also zumindest das Gefühl, höher, schneller und weiter zu kommen.«

Wieso überraschend?!? Wieso zumindest und wieso Gefühl?!?

Nur Qualität setzt sich auf Dauer durch…! :D

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391 | Wie schnell die Zeit doch vergeht! Das Wintersemester geht zu Ende – zumindest die Vorlesungszeit, nun gab es noch Fachprüfungen und die abschließenden Kolloquien der Diplomprüfungen.

Diplom-Kolloquium mit Alexander de Baptistis, der die Symbolik von zwei Logo-Versionen vergleicht. Rechts im Bild: Studiengangsleiter Prof. Ansgar Eidens; links: ich. Am Schluss konnten wir Alex als frisch gebackenen »Diplom (FH) Medien-Designer« beglückwünschen.

Im Kolloquium fragen viele Kollegen an deutschen Hochschulen nochmals den Stoff ab, der bereits in den Fachprüfungen früherer Semester »dran« war.

Ich hatte diese Vorgehensweise in den letzten Jahren auf eine »Kompetenzprüfung« umgestellt: Konkrete Ereignisse bzw. Fälle werden zum Gegenstand des Gesprächs, meist simuliere ich eine »Beratungssituation«.



Das zu bewerbende Produkt einmal hautnah erfahren: Hans Schultheiß, der sich eigentlich auf die filmische Kommunikation verlagert hatte, kann mit geübtem Auge die wichtigsten Merkmale des Designs der »Radius 9«, einer mit dem »Red Dot« wegen ihrer Designqualität ausgezeichneten Armbanduhr, erkennen und sie beschreiben, um daraus erste Folgerungen für die Konzeption einer Kommunikations-Kampagne zu ziehen.

Es waren ungewöhnlich intensive und ergiebige Prüfungsgespräche, so viel sei verraten.

Zuvor war ich noch in der »Chefetage« zu Besuch – und es gab eine nette Überraschung dort!

Links: Prof. Dr. G. Cox, Rektor der RFH Köln; rechts: Prof. J. Schinke, Geschäftsführer/Präsident der RFH Köln

Die Leitung der Rheinischen Fachhochschule Köln überreichte mir die Urkunde zur bereits im laufenden Semester ausgesprochenen Ernennung als Honorarprofessor.

Das ehrenamtliche Professorat »kann Personen verliehen werden, die auf einem an der Hochschule vertretenen Fachgebiet hervorragende Leistungen in der beruflichen Praxis bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden oder hervorragende Leistungen in Forschung, Kunst und Lehre, künstlerischen Entwicklungsvorhaben und Kunstausübung erbringen, die den Anforderungen für hauptberufliche Professorinnen und Professoren entsprechen. – Die Verleihung setzt eine in der Regel fünfjährige erfolgreiche selbständige Lehrtätigkeit voraus, die durch ein Gutachten nachzuweisen ist.« (Hochschulfreiheitsgesetz NRW von 2007, § 41, Ziff. 2 u. 3)

Ein guter Anlass, um »Prosit« zu sagen und auf die bisherigen Jahre der hauptberuflichen Zusammenarbeit zurückzuschauen!

Neben dem Aufbau und der Leitung des berufsbegleitenden Diplomstudiengangs »Medienwirtschaft« (die kommende Bachelorversion davon heißt »Media Management«) hatte ich den Diplomstudiengang »Medien-Design« entwickelt und dessen Leitung übernommen.

Nach Überarbeitung des Konzepts konnte ich die Bachelorversion im Sommer 2005 erfolgreich akkreditieren lassen und noch im Herbst des Jahres starten. Seither entwickelt sich der Studiengang zum sowohl zahlenmäßig als auch qualitativ stärksten seiner Art in NRW.

Übrigens ist nach derzeitigem Stand der Online-Suchdienste dieser Studiengang der sogar weltweit einzige mit diesem Konzept und diesem namentlichen Abschluss Bachelor of Arts des Studienfachs Media Design…!

Zum Wintersemester 2007/08 hatte ich mein hauptberufliches Engagement nach Leeuwarden zur heutigen Stenden University als Director of Academic Affairs verlagert.

Somit bin ich dankbar, weiterhin – wenngleich in geringerem Maße als früher – an der Entwicklung und auch am wissenschaftlichen Niveau des Kölner Mediendesign-Bachelors mitarbeiten zu können, und freue mich, dass dies von Leeuwarden und der Stenden University aus möglich ist.

Mein Nachfolger als Studiengangsleiter des Studengangs zum Bachelor of Arts im Fach Media Design, Prof. Dr. Stefan Ludwigs, war unterdessen in diesen Tagen gut damit ausgelastet, den Bewerberinnen und Bewerbern für den Einstieg zum Sommersemester (März 2008) die Zu- und Absagen durchzugeben.

Meinen herzlichen Dank den Professoren Schinke, Cox und Ludwigs für die hervorragende Zusammenarbeit!

Derweil werde ich noch zwei Tage in Prüfungsarbeit, nämlich das Durcharbeiten und Bewerten der Fachforumsbeiträge in unserer elektronischen Lernplattform »Moodle« sowie der Hausarbeiten und Klausuren, investieren müssen, bevor das Wintersemester wirklich zu Ende sein wird…

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Martin Gertler | 17. Januar 2008, 00:00 Uhr

388 | Steve Jobs stellte in seiner »Keynote« das (womöglich) dünnste Notebook der Welt vor.

Hier bekommen es die Normalos dieser Welt – und hier (ca. 100 bis 200 Euro günstiger) meine Studenten und Dozenten-Kollegen der RFH in Köln!

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Martin Gertler | 1. Dezember 2007, 00:00 Uhr

355 | An diesem Wochenende, am Freitag und am Samstag, ist für mich und die Erstsemester bereits Endspurt dieses Wintersemesters im Fach Medientheorie des Bachelor-Studiengangs Mediendesign der RFH in Köln.

Tim on presentation media…

We also discussed the power and value of the good old overhead projector…

Hauptsächlich geht es an diesem Wochenende um die Referate und Hausarbeiten sowie um das Üben der Anwendung von Theorien auf die Praxis – applied sciences.

Kopfzerbrechen bewirkt immer wieder der »Radikale Konstruktivismus«, der auf eine besondere Weise und paradigmatisch die Kommunikationswissenschaften der letzten zehn, zwanzig Jahre prägte.

Tobias und Lukas (Bild links) sitzen während der Pause auf dem Gang und ringen um Verstehen und Standpunkte.

Es soll nicht alles im Leben wie bei einer mathematischen Gleichung aufgehen…?

Ernst von Glasersfeld und Heinz von Förster stehen im Mittelpunkt der Gespräche. Bereits beim letzten Mal hatte ich Video-Aussagen von Paul Watzlawick präsentiert.

Die Unterscheidung zwischen der Realität um uns herum und unserer eingeschränkten Möglichkeiten, sie wahrzunehmen und zu erkennen, so dass unsere Vorstellung von Wirklichkeit nicht ein Abbild von Realität sein kann und stets unzulänglich – das ist eine harte Nuss, mit der ich seit sechs Jahren immer wieder meine Studenten konfrontiere.

Gerade die seltsamen Ereignisse des 11. September 2001 in den USA geben jede Menge Anlässe, über die Konstruktion von Wirklichkeit in Medien und seitens uns selbst als Rezipienten nachzusinnen.

Diese Konfrontation wage ich jedesmal im 1. Semester – damals in Medienwirtschaft, seit mehr als zwei Jahren nun in Mediendesign. Und immer wieder melden sich genau deswegen zum Studienende Kandidatinnen und Kandidaten bei mir für die Begleitung bei ihrer Abschlussarbeit – damals Diplom, heute Bachelor.

Und nach all dem gab es am Abend noch eine Infoveranstaltung zum Studiengang Mediendesign, bei dem wieder einmal die Stühle im Raum nicht ausreichen, weil so viele Interessenten gekommen waren…

»Mein« Studiengang Mediendesign ist nun, das ist offensichtlich, in voller Fahrt. Herrlich! :-)

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345 | Die Menschen, die den Dokumenten- und Publikationsserver der Humboldt-Universität in Berlin betreiben, haben sich mit einer der Auswirkungen des Bologna-Prozesses beschäftigt: der verstärkten Nutzung digitaler Technologien. Dazu haben sie gemeinsam mit Professoren einen interessanten Beitrag erstellt.

Darstellung der wesentlichen Elemente einer begleitenden Seminar-Website in Moodle, wie sie an der Humboldt-Universität, aber auch in der School of Graduate Studies der CHN Leeuwarden und im Studiengang Mediendesign an der RFH Köln strukturiert ist.

Verschiedene Autoren der Humboldt-Universität schreiben in ihrer Publikation »Auf elektronischem Wege nach Bologna« u. a. über die Anpassung vorhandener (IT-)Systeme an Hochschulen und die Integration digitaler Technologien in die Lehre.



Auch »Kollaboratives Lernen«, wie es dem Ansatz vieler moderner Hochschulen wie der CHN in Leeuwarden entspricht, ist mit Moodle möglich, wie die Autoren darlegen.

Moodle zeichnet sich dadurch aus, dass es unterschiedliche interaktive Bausteine bereithält, die für sowohl die grundlegenden als auch die praxisorientierten Fächer eines Studiengangs passend eingesetzt werden können. Sogar Tests und Prüfungen sind mit diesem weltweit führenden elektronischen Lernsystem möglich.

Der Beitrag zeigt praxisnahe Beispiele aus den Instituten der Humboldt-Universität Berlin.

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Martin Gertler | 15. November 2007, 00:14 Uhr

335 | Media Management will ausprobiert werden! Daher hat die Rheinische Fachhochschule Köln seit Sommer 2003 ein Medienzentrum aufgebaut – ich durfte es seinerzeit planen und ins Leben rufen.

Damit die angehenden Medienökonomen eigene Erfahrungen mit den Produktionsprozessen machen können, gehört auch eine passende Medien-Projektarbeit (in Gruppen) zum Lehrplan – eine Gelegenheit, sich als Filmemacher zu erproben.

So können Projekte aussehen, die derzeit in diesem qua Studentenzahl (ca. 1.000) stärksten Medienwirtschafts-Studiengang in Deutschland realisiert werden…

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