Martin Gertler | 1. Februar 2007, 00:21 Uhr

058 | Es ist Mittwoch, 31. Januar, 10:30 Uhr. Präsentation eines Semesterprojekts in der Stadtverwaltung von Wermelskirchen im Bergischen Land. Julia Moll, René Adrian und Mark Rickert – sie studieren Mediendesign im 3. Semester an der Rheinischen Fachhochschule Köln – stellen ihr Projekt vor. Leitende Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen und der Bürgermeister warten seit Wochen gespannt auf das Ergebnis des Semesterprojekts im Fach »Website-Authoring«.

Viele Besonderheiten hat dieses Web-Projekt. Es ist natürlich, wie für Kommunen vorgeschrieben, barrierefrei angelegt und dabei auf verblüffende Weise für nahezu jede Bildschirmgröße skalierbar. Die eindeutige Farbgebung der verschiedenen Bereiche wurde konsequent umgesetzt, so dass ein Leitsystem entstand, wie man es von komplexen Gebäuden – Flughäfen, Messen und Museen – kennt.

Ganz auf die unterschiedliche Interessentengruppen ausgerichtet hatten die künftigen Mediendesigner ihre Website konzipiert: die Bereiche »Leben in Wermelskirchen«, »Wirtschaft« und »Tourismus« stehen für die Zielgruppen dieses Kommunikationsprojekts.

Wer sich für die Wirtschaftsfaktoren dieses attraktiven Standortes interessiert, wird im Bereich »Wirtschaft« fündig:

Schnell zeigt sich, welche speziellen Module das Content Management System »Weblication« für ein solches kommunales Vorhaben bereit hält und wo die Stärken dieses benutzerfreundlichen Systems liegen.

Wer etwa eine Beschwerde loswerden will, kann online ein »Ticket« erzeugen und mit seinen damit verbundenen Zugangsdaten die Bearbeitung seiner Beschwerde rund um die Uhr verfolgen.

Alle Ämter und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich erkunden und kontaktieren.

Viele neue und nützliche Tools – vom Fundbüro über den Immobilienmarkt und die E-Cards bis zum individuellen Müllabfuhr-Kalender zum Ausdrucken werden die Wermelskirchener zukünftig nutzen können. So mancher Weg zum Amt dürfte ihnen dadurch erspart werden.

Auch als Ziel für Urlauber aus nah und fern stellt sich die aufstrebende 37.000-Einwohner-Stadt vor. Gelungene Bilder der örtlichen Photographen können einzeln oder auch als »Slideshow« mit bewegten Bildern betrachtet werden.

Nicht nur von der Gestaltung, sondern auch von der leichten »Pflegbarkeit« der Website waren die Wermelskirchener Mitarbeiter beeindruckt.

Bürgermeister Eric Weik kam regelrecht ins Schwärmen: »Dies ist die erste kommunale Website, die mir begegnete, in der man sich nicht mehr verirrt, sondern auf schnellstem Wege zu den benötigten Informationen findet!«

Solches Lob nahmen die Studierenden nur zu gern entgegen, denn gerade die »Usability« hatte ihnen besonders am Herzen gelegen. Generelle und kontextbezogene Linkboxen rechts neben dem Content jeder Seite helfen – über die übliche Navigation hinaus – jedem Nutzer, seine Interessensbereiche so schnell wie möglich zu finden.

Nun wird abzuwarten sein, was die Stadt angesichts dieses evidenten Fortschritts gegenüber der bisherigen Website, in der man sich schneller »verläuft« als dass man etwas schnell finden könnte, beschließt. Die Stadt kann diese Projektarbeit nun übernehmen und somit zu einer neuen Webpräsenz gelangen, die ohne erröten zu müssen »state of the art« genannt werden darf. Dann warten aber noch viele Stunden Arbeit jenseits des Studienprojekts meines Fachs BD-WA (Website-Authoring im Bachelor-Studiengang Mediendesign) auf die Studierenden, denn eine Menge Informationen und Datenbankausgaben der bisherigen Website wollen in das neue System umgesetzt und optimiert werden…

Julia, Mark und René: meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem anspruchsvollen und gelungenen Projekt, das in Euer Portfolio gehört und für Eure Zukunft als Nachweis Eurer Konzeptions- und Gestaltungskraft dienen mag!

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