117 | Die Antrittsvorlesung von Hans Revier konnte nicht anders ausfallen: Statt Hörsaal gab es eine Fahrt von Lauwersoog aus durch das Wattenmeer vor den beiden niederländischen Provinzen Friesland und Groningen.
»Marieme Wetland Studies« heißt der neue Lehrstuhl des früheren Direktors der Waddenvereniging. Der Verein stiftete das Forschungsvorhaben zusammen mit der Hanzehogeschool (Groningen) und der CHN (Leeuwarden). An beiden Hochschulen wird Hans Revier nun, zusammen mit einem Forschungskreis, die Herausforderungen für die Zukunft des Wattenmeeres untersuchen.

Bei der Hanzehogeschool Groningen arbeitet das »Lectoraat«, wie forschende Lehrstühle an niederländischen Hochschulen genannt werden, im Fachbereich Architektur, Bau- und Ziviltechnik; bei der CHN mit den Managementstudiengängen Leisure & Tourism – hier hat die CHN sowohl einen Bachelor- als auch einen international ausgerichteten und sogar doppelt akkreditierten Masterstudiengang anzubieten.
Lector Hans Revier verfolgt einen integrativen Ansatz: das Wattenmeer gilt es als Natur-, Lebens-, Wohn- und Arbeitsraum zu erhalten und zu fördern. »Der Ausbau der Häfen und der Fischerei, Tourismus und Bauvorhaben stößt sogar bei den Touristen auf Skepsis«, so Hans bei seiner inauguralen Rede am 5. April, »sie erwarten zu Recht Vorgehensweisen, die erkennbar auf Nachhaltigkeit angelegt sind. Darauf muss die Region sich mehr einlassen.«
Die Richtung ist erkannt, nun gilt es, den Kriterienkatalog zu erarbeiten. Durch seine Arbeit an der CHN erfährt Hans Revier vor allem Unterstützung auf der konzeptionellen Seite, weil man sich in Leeuwarden schon lange mit Kategorien wie »quality of life« und »leadership for sustainability« beschäftigt. Hier arbeiten u. a. die Lectoren Dr. Adriaan Bekman und Dr. Elena Cavagnaro an benachbarten Themenfeldern. Die Fragen der praktischen Umsetzung seiner Forschung wird Hans Revier in Groningen einbringen, wo Architekten und Ingenieure ausgebildet werden.
Für die CHN, die internationalste Hochschule der Niederlande, wie auch für die künftige Universität Friesland bedeutet der neue Lehrstuhl von Hans Revier einen wichtigen Impuls, denn sein regionales Thema ist zugleich ein globales Thema.
Hans, herzlich willkommen!
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