Martin Gertler | 6. Mai 2007, 23:05 Uhr

147 | Einmal muss jeder Studiengang in Europa durch diesen »Schlauch« – und anschließend alle paar Jahre erneut: Zum Bologna-Prozess gehören die Akkreditierungen der Studiengänge und eines Tages auch der Hochschulen selbst. Monatelange Vorbereitungen sind dafür notwendig, um die Kriterien bestmöglich zu erfüllen und die Gutachter zufrieden zu stellen.

Bei der CHN in Leeuwarden muss derzeit der insbesondere bei Deutschen sehr beliebte 4-jährige Bachelor-Studiengang »Media & Entertainment Management« auf diesen entscheidenden Schritt vorbereitet werden.

Der Bachelor-Studiengang »Media & Entertainment Management« stellt den Studierenden verschiedene Praxismöglichkeiten zur Verfügung, u. a. das hauseigene TV-Studio, in dem wöchentlich Sendungen produziert werden.

Sie sind im Verfahren federführend:
Patrick Bemelmans, Dean Media & Entertainment Management,
und Wiep Koehoorn, Onderwijs Expertise Centrum.

Im Unterschied zu Deutschland verfügen niederländische Studiengänge über einen fachlichen Beirat aus dem Berufsfeld, der grundsätzlich schon für die Zulassung der Studiengänge zusammengestellt werden muss und dafür Sorge trägt, dass die Fächer und Module tatsächlich für das definierte Berufsfeld vorbereiten.

Daher kamen nun die Beiräte, ausgewählte Studierende und die Verantwortlichen des Studiengangs zusammen, um letzte Vorbereitungen für den Besuch der Gutachter zu treffen, und zwar in Form eines Probelaufes.

Ein Medienmanagement-Master ist bereits in der Entwicklung.

Viel Erfolg und eine Menge Bestnoten bei der Akkreditierung!

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146 | Murat Kurnaz berichtet in seinem Buch über seine Erlebnisse. telepolis hat dazu eine Review veröffentlicht.

Aus dem Beitrag:

»Ruhig und ohne anzuklagen beschreibt Kurnaz das System Guantanamo. Und der Leser fühlt sich auf unangenehme Weise an Berichte über die Konzentrationslager der Nazis erinnert. In einer der schockierendsten Szenen erzählt Kurnaz von einem Mitgefangenen, dem beide Beine amputiert wurden und der ohne jegliche ärztliche Hilfe, mit eiternden Stümpfen, in seinem kaum vier Quadratmeter messenden Käfig vegetiert. Als Toilette dient ein Eimer. Als der Verwundete sich an den Gitterstäben hochzieht, um sein Geschäft verrichten zu können, wird er von einem der ständig präsenten Einsatzteams brutal zusammengeschlagen. Es ist verboten, die Gitter zu berühren.«

Und der Autor des Beitrags resumiert:

»Das Buch zwingt den Leser, nicht die Augen vor den massiven Menschenrechtsverletzungen zu verschließen, die im Zuge des »War on Terror« begangen werden. Es stellt indirekt die Frage, welche Lehren die Menschheit aus dem Grauen des Zweiten Weltkrieges gezogen hat. Und es stellt auch die Frage nach der Mitschuld der Bundesregierung, die, wie heute zweifelsfrei belegt ist, bereits 2002 in vollem Umfang über die Sachlage im Bilde war, Kurnaz aber weiterhin als potentielle Gefahr einstufte und sich dem amerikanischen Angebot, ihn freizulassen, verweigerte.«

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