Martin Gertler | 10. Mai 2007, 22:40 Uhr

150 | Warum auch immer: manche Dinge laufen einfach gut, andere nicht. Doch die guten Meldungen sind die wichtigsten! Für mich ist es eine gute Nachricht, dass ich nächste Woche – wenn alles gut geht – den Vertrag über ein Häuschen auf einer kleinen Insel unterzeichnen kann.

Am äußersten Ende der »Zuiderburen« liegt dieses kleine Eiland. Der Wind braust darüber hinweg, ich habe Zweifel, dass ein ernstzunehmender Baum hier Wurzeln schlagen mag. Auch das Haus ist – man kann es buchstäblich so sagen – auf Sand gebaut.

Innendrin erschreckt den gründlichen Deutschen die knüsselige Leichtbauweise mit jenen Pappedeckelwänden a la Baracke, die in den Niederlanden seit einigen Jahrzehnten alles dominiert, wo Menschen sich aufhalten.

Aber dafür wird der Naturliebhaber mit Aussichten und Möglichkeiten verwöhnt, die für die Bescheidenheit des Knusperhauses gründlich entschädigen.

Dort hinten verläuft der Van-Harinxma-Kanaal. Jetzt ist da gerade ein Frachtschiff unterwegs. Im Sommer fahren große Segelyachten durch dieses Panorama.

Andere Deutsche, die in der Nähe meines künftigen Hauses ihr Boot liegen haben wollen, brauchen mindestens drei bis vier Stunden Anfahrtszeit von daheim aus. Ich demnächst: ein paar Schritte durch den eigenen Garten!

Wohnen im privaten Yachthafen… Und auch das ist klar: dieser eigene Anleger wird nicht lange ohne Anlieger sein.

Bei Interesse gibt es auch dazu demnächst mehr Details.

Das ist First Life, nicht Second Life!

Oder wie meine Kölner Studies sagen würden: »Go outside« – und sie haben bereits eine komplette Website dazu in Arbeit. Auch dazu demnächst mehr…

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149 | Im wirklichen Leben sind Terrorakte und öffentliche Perversionen tödlich und verboten, in Second Life ist es angeblich bloß ein virtuelles Spielen. Aber jenes geschieht dennoch nicht in einem straffreien Raum.

Die für ernsthafte Zeitgenossen eher alberne Puppenshow der ferngesteuerten Avatare verkommt zunehmend zum Treff der Gewaltbereiten und Hemmungslosen.

Der üblicherweise nicht grundsätzlich medienkritische »Kölner Stadtanzeiger« überraschte seine Leser gestern mit einer skurrilen Zusammenschau all dessen, was Mitspieler bei Second Life inzwischen präsentiert bekommen:

  • Bombenanschläge bei Reebok, American Apparel und an einer Bushaltestelle
  • Verlockende Angebote an Pädophile
  • Produktpiraten und Vandalismus
  • Kasinos mit illegalen Glücksspielen
  • Eine Terrororganisation »Second Life Liberation Army (SLLA)«
  • Erschießungen, die beliebig wiederholbar sind
  • u.v.m.

»Das erste holt das zweite Leben ein« ist der Artikel überschrieben. Staatsanwälte in Europa und sogar das FBI ermitteln längst wegen immer mehr Untaten in der angeblichen Spielwelt, die offenbar zunehmend nicht blauäugig und heiter, sondern mit Sorge betrachtet werden muss.

Die Suche nach einer heileren (Traum)Welt endet wie bei anderen süchtig machenden Konsumgütern eben auch hier im Fiasko.

Umso unverständlicher ist es, wenn Hochschulen noch immer stumpf im werbenden Engagement für Second Life einen positiven Lern- und Mehrwert sehen wollen, anstatt sich – wenn überhaupt – bestenfalls kritisch und wissenschaftlich damit auseinanderzusetzen.

Beiträge zum Thema:

Kölner Stadtanzeiger
FOCUS
Berliner Morgenpost
Frankfurter Allgemeine Zeitung
DIE ZEIT

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