Martin Gertler | 30. Juni 2007, 16:30 Uhr

211 | Ein Semesterende kennt stets einen Schlussakkord. In Köln traf sich am Samstag, 30. Juni, von 11 bis 19 Uhr der gesamte Studiengang Mediendesign der RFH, um am »Presentation Day« alle Semestergruppen mit ihren jeweiligen Projektarbeiten zu prüfen und natürlich zu feiern. Und zum krönenden Abschluss präsentierten die Diplomanden ihre Arbeiten.

In der Reihenfolge der Semester stellten die Studierenden ihre Werke vor: die Erstsemester gestalteten, begleitet von Ansgar Eidens, erneut die diesjährigen Plakate, Programmhefte und Auftritte von »Cinepänz«.

Die Zweitsemester erarbeiteten sieben Videospots über die verschiedenen Bereiche der RFH für eine Einbindung in die Website der Hochschule. Dazu wählten sie eine neue Form der Zusammenarbeit: Sie simulierten eine Produktionsfirma mit entsprechenden »Spezialisten« - eine im wahren Wortsinn sehr produktive Strukturentscheidung ihres Dozenten Andreas Beusker.

Die Drittsemester hatten bei mir ihre Web-Projekte realisiert. Die Präsentation der zehn Websites und ihrer Gestaltungsansätze protokollierte der Studienkurs ganz gespannt mit einer Videokamera.

Zwei Crossmedia-Projekte realisierten die Studenten des vierten Semesters bei Stefan Ludwigs: eine Gruppe entwarf eine Kampagne zu einem neuen »Samsung«-Handy, die andere eine opulente Komplettgestaltung mitsamt einer ungewöhnlich perfekten Präsentation für ein Maßnahmenpaket von »Fairtrade«.

Das fünfte, berufsbegleitend studierende Fachsemester berichtete über sein Crossmedia-Projekt »Designpreis Halle« bei Ansgar Eidens zum Thema »Strom«.

Strahlende Gesichter

»Was für ein Tag!« - »Toll, all das einmal von einander zu erleben.« - »Nun weiß ich, was mich im nächsten Semester erwartet…« Die Reaktionen auf den »Presentation Day« waren einhellig: Dieser Tag hat dazu beigetragen, dass sich die mehr als 170 Studierenden und ihre Dozenten als eine Gemeinschaft erfahren konnten. Zusammen stärken sie die von diesem RFH-Studiengang seit 2004 geprägte Marke Mediendesign, die bundesweit immer mehr Verbreitung und Durchsetzung im Markt findet.

»Ihr seid die künftigen Architekten der medialen Kommunikation, und heute zeigt sich, wie nah Ihr diesem Ziel bereits seid!«, so mein Kommentar zur Bedeutung dieses ersten »Presentation Day«.

Studiengangsleiter Stefan Ludwigs fasste das Ergebnis der Präsentationen so zusammen: »Ich bin begeistert! Manches von dem, was wir hier gesehen haben, kann sich problemlos neben dem behaupten, was die langjährig erfahrenen Profis in den Agenturen leisten. Weiter so!»

Nach den Präsentationen der Diplomanden, die die Zusammenfassungen ihrer Erarbeitungen in feierlicher Atmosphäre den zahlreichen Anwesenden und allen beteiligten Prüfern vortrugen, ging es schlussendlich für eine lange und entspannende Nacht ins »Goldfinger« am Friesenplatz.

Photos by my mobile phone

Druckvorschau
Per Email versenden

210 | Worauf konzentriert sich der Masterstudiengang zum Management im Dienstleistungssektor? Auf welche Zukunftsperspektiven setzen die Hotelmanager? Warum soll man sich wissenschaftlich mit Freizeit und Tourismus beschäftigen? Wie erleben die Studenten die CHN Leeuwarden, was passiert alles in der internationalen School of Graduate Studies?

Viele Fragen und viele Antworten - daher startet die School of Graduate Studies in der friesischen Hauptstadt Leeuwarden nun ein eigenes Web-TV, das in iTunes gratis angeboten wird. Außerdem kann man die Beiträge auch für alle weiteren Feedreader abonnieren.

Für iTunes

Für alle Feedreader

School of Graduate Studies

Druckvorschau
Per Email versenden

209 | Fachhochschule, Kunsthochschule, Universität – drei Kategorien kennt die Hochschullandschaft in Deutschland und in manchen anderen europäischen Ländern, zumindest ist das Hochschulsystem dort oft ähnlich gegliedert. Eine niederländische Untersuchung, finanziert im Rahmen des Socrates-Programms, zeigt einen Weg auf, wie die klassische Einteilung, die der heutigen Realität der Hochschulen nicht mehr gerecht wird, überwunden werden kann.

Die universitären Hochschullehrer, die diese Untersuchung durchführten, waren sich sehr wohl bewusst, dass sie damit nicht gerade die Interessen ihrer eigenen Hochschulen vertraten – in den Niederlanden zieht das binäre System aus wissenschaftlichen Universitäten und berufspraktisch ausgerichteten Fachhochschulen nach wie vor tiefe Gräben zwischen den beiden Lagern.

Projektleiter Prof. Dr. Frans van Vught – auf dem Foto in der Mitte, links von ihm José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, bei der Eröffnung des »Netherlands house for Education and Research«, Neth-Er, am 21. Februar 2007 – stellte in seinem Forschungsbericht heraus, dass die Verschiedenheit der Bildungseinrichtungen erhalten und sogar weiter ausgebaut werden soll. Die Europäische Kommission hatte das in den Jahren 2003 und 2005 bereits postuliert.

Van Vughts Projektgruppe entwarf ein Szenario, das sich grundsätzlich am US-amerikanischen System der »Carnegie Classification« sowie an den Entwicklungen in Großbritannien orientiert.

In den USA werden dabei unterschiedliche Klassifikationen angewandt, an denen man die Grundlagen einer Einrichtung sowie die speziellen Ausrichtungen und Dimensionen von Lehre und Forschung gut und schnell erkennen kann; in England, wo die damaligen Fachhochschulen (»Polytechnics«) schon 1992 zu Universitäten ernannt wurden, kennt man immerhin sieben Kategorien.

Klassifizierung in den USA

Carnegie lässt zum Beispiel die Florida Gulf Coast University, die berufsfeldorientiert arbeitet, überwiegend Bachelorstudiengänge, wenige Masterstudiengänge und keine eigenen Promotionsmöglichkeiten kennt (bei uns also eher eine Fachhochschule), so zuordnen:

Ein anderes Beispiel sei hier die University of Florida, die erkennbar als forschende Universität eingeschätzt werden kann:

Beide Institutionen dürfen sich Universität nennen; dank der Carnegie Classification kann aber jeder sofort erkennen, welches Angebot er dort erwarten kann.

Klassifizierung für Europa

Für den Entwurf eines europäischen Klassifikationssystems legten die Forscher zunächst fest, dass sich eine Typologie von Hochschulen an objektiven Daten über das gegenwärtige Verhalten der Einrichtungen orientieren sollte, also a posteriori, nicht an den Vorgaben der jeweiligen Regierungen und ihren a priori festgelegten Demarkationslinien. Damit hat Van Vught einen Stein ins Rollen gebracht, der über kurz oder lang zu einer Aufgabe der bisherigen Kategorien (Fachhochschule, Kunsthochschule, Universität) führen muss.

Die Gruppe konstruierte 4 Schemata, die sich auf Lehre, Forschung und Innovation, Profile der Studenten und der Mitarbeiter sowie auf die Institutionen selbst beziehen:

Lehre

Art der Abschlüsse
Dort geht es um die angebotenen Abschlüsse und ihre Wege dorthin.

Lehrfächer
Dazu wird eine Liste der Fächer aus der ISCED-Struktur der Unesco verwendet.

Orientierung der Abschlüsse
Unterschieden wird zwischen akademischer, beruflicher, kombinierter und nicht relevanter Orientierung.

Europäisches Lehrprofil
Indikatoren sind Teilnahmen an Programmen wie Socrates, Erasmus, Tempus, Leonardo und Erasmus Mundus.

Forschung und Innovation

Forschungsintensität
Wissenschaftliche und in den Forschungsfeldern thematisierte Publikationen der Lehrenden werden dafür ermittelt.

Innovationsintensität der Forschung
Verschiedene Kriterien werden angelegt, etwa die Zahl der Start-up-Firmen, die Zahl der Patente, das Volumen der Forschungsverträge mit Wirtschaft und Industrie.

Europäisches Forschungsprofil
Dieses Schema erfasst das Engagement einer Einrichtung in europäischen Forschungsprogrammen.

Profile der Studenten und der Mitarbeiter

Internationale Orientierung
Dabei steht die Selbstverpflichtung einer Einrichtung im Mittelpunkt, internationale Studenten und Mitarbeiter zu gewinnen.

Einbindung in lebenslanges Lernen
Indikatoren sind die Anteile an erwachsenen und sich weiterbildenden Teilnehmern in der Gesamtheit der Studenten.

Institutionelle Schemata

Größe
Erfasst werden dabei die eingeschriebenen Studenten, aber auch die Lehrenden und Mitarbeiter einer Hochschule.

Umsetzungsformen
Campus-basierte Lehre, Distance Learning, örtlicher Bezug, Filialisierung sind vorgesehene Indikatoren.

Dienstleistung für die Region / Gesellschaft
Dazu werden vor allem Anteile der Arbeitszeit der Mitarbeiter gewichtet, die dem Ziel dieses Schemas dienen.

Charakter
Unterschieden wird zwischen öffentlicher und privater Finanzierung.

Gesetzlicher Status
Unterschieden wird zwischen öffentlichem und privatem gesetzlichem Status.

Die Implementierung dieses hochinteressanten Entwurfs steht aus; zunächst wird über eine Pilotphase zu sprechen sein.

Der Erdrutsch wird kommen

Erkennbar wird, dass diese neue europäische Klassifizierung, die in Deutschland bisher so gut wie gar nicht zur Kenntnis genommen wurde, gerade für unternehmerisch aktive und international vernetzte Fachhochschulen eine wichtige Perspektive für die Zukunft bietet. Denn sie können sich bisher typisch universitäre Elemente wie wissenschaftliche Masterstudiengänge und Forschungsgruppen mit Promotionsmöglichkeiten durch internationale Kooperationen ins Haus holen.

Das ändert zwar gemäß den alten Strukturen und Gattungsnamen zunächst nichts an ihrem Status. Aber mit der Einführung der Van-Vught-schen Klassifizierung wären sie für die Öffentlichkeit, für Studieninteressenten und künftige Mitarbeiter auf jeden Fall sogleich als »neue Universitäten« erkennbar.

Als Vorreiter auf diesem neuen Weg mag eine Initiative aus Friesland gelten. Mit ihren in Kooperation mit der LondonMet-University doppelt akkreditierten Masterstudiengängen hat die CHN in Leeuwarden als ursprüngliche Fachhochschule die ersten Schritte in diese Richtung getan: diese FH bietet nun bereits wissenschaftliche Masterabschlüsse an.

Die alten Strukturen dürften durch solche Initiativen und das Van-Vught-sche Konzept einer differenzierten Klassifizierung beschleunigt verfallen – künftig werden sich alle Einrichtungen gemäß ISCED-Level 5 und 6 als Universitäten verstehen und bezeichnen können. Ihre Vielfalt und Unterscheidbarkeit wird durch eine Klassifizierung gewährleistet, die das konkrete Angebot der jeweiligen Institution spiegelt, und nicht mehr dadurch, wie bisher üblich alle Angebote in gerade mal zwei, drei viel zu enge Schubladen zu zwängen.

PDF: Forschungsbericht

Druckvorschau
Per Email versenden

208 | Eindringliche Fragen an die Lehrer unserer Schulen und Hochschulen stellt diese T4-Präsentation.

Download!
Also availabe by jsdt4 at TeacherTube.com.

Druckvorschau
Per Email versenden
Martin Gertler | , 00:10 Uhr

207 | Der sogenannte Bologna-Prozess hat zu wenig Veränderungen im deutschen Hochschulwesen bewirkt; eine innereuropäische Vereinheitlichung ist auf keiner Ebene feststellbar. Denn (1.) hat sich in Deutschland das veraltete Lehr-Denken nicht verändern können, (2.) müssen Professoren hierzulande zu viele Lehrstunden geben und können daher nicht hinreichend forschen und (3.) ist die Bezahlung der Professoren in Deutschland unter der Würde dieses Berufs.

2. Stunden-Input noch immer wichtiger als Studenten-Output?

Absurde Unterschiede zwischen dem deutschen und den benachbarten Hochschulsystemen erlebt der »Grenzgänger«. An einer englischen oder auch einer niederländischen Hochschule – ob Uni oder FH – haben die Studenten 8 bis max. 12 »Kontaktstunden« mit den Dozenten – in meinem Kölner Studiengang Mediendesign belehren wir die Studierenden Woche für Woche 24 (vierundzwanzig!) Stunden lang.

Der nach Bologna in den Blick geratene »Learning Outcome« ist bei einer solchen Stundenlast dann doch wieder nur der Wiederkäuer-Outcome, denn wie sollten wir Dozenten den durch so viel Kontaktzeiten ermüdeten Studierenden noch das ca. Zweifache unserer Kontaktzeiten an Arbeit aufhalsen, durch Hausarbeiten und Referate, wenn sie – ohne Studierlandschaft, ohne Campus – keine Möglichkeit zum ständigen Weiterstudieren in Lesesälen oder Bibliotheken haben? Es wird ein jeder Student nach einer Lehrveranstaltung wieder auf die Straße geschickt, weil der Raum für eine nächste »Vorlesung« benötigt wird…

Diese viel zu hohe Zahl an Semesterstunden hat Tradition in unserem Lande. Ein Marathon des Vorerzählens ergeht über die Studierenden – das geleitete Selbst-Erarbeiten, das Selbst-Erfahren entfällt dadurch hierzulande.

Offizielle Vorgaben hängen damit zusammen: Professoren müssen – das definieren die so genannten »Lehrverpflichtungsverordnungen« der zuständigen Landesministerien – nicht etwa so lehren, dass die Studierenden zu besonders guten Lernerfolgen kommen, sondern sie müssen einfach nur doppelt so viel Lehrstunden halten wie ihre internationalen Kollegen; als wäre das der Weisheit letzter Schluss. Masse war noch nie Klasse! Auch das BAFöG ist auf der Bananenschale der Quantitäten ausgerutscht: Nur wenn der Studiengang mindestens 20 SWS pro Semester anbietet, kommen die Studenten in den Genuss dieser Förderung.

Dieses quantitativ orientierte Denken führt genau in die falsche Richtung, wurde aber konsequent von allen Institutionen, die sich für die Erneuerung gemäß Bologna stark machen (mussten), nicht erkannt, nicht aufgegriffen, nicht durch alternative Konzepte ersetzt.

Wenn es schon um Zahlen geht, dann müssten sie neu bedacht und gerechnet werden. Die Studierenden bräuchten – zumindest an FHs – nur noch die Hälfte der Kontaktzeiten (SWS), dafür aber mehr kompetente Anleiter, die gar nicht immer Professoren sein müssten. Die Regel, dass – je nach Bundesland – 51 bis 60 Prozent der Lehrveranstaltungen an privaten FHs von hauptberuflichen Professoren durchgeführt werden müssen, schießt wieder daneben.

Mehr Professoren und weniger Lehrstunden wünschte sich der Vorsitzende des Deutschen Hochschulverbands, Bernhard Kempen, im DLF-Gespräch am 24. April 2007 mit Armin Himmelrath:

»Schauen Sie mal, in den Vereinigten Staaten von Amerika haben Professoren eine Lehrverpflichtung von fünf oder sechs Semesterwochenstunden, wir liegen in Deutschland mittlerweile bei neun. Und die Amerikaner sind hier ein gutes Vorbild. Sie machen nämlich deutlich, dass im Hörsaal nur dann exzellente Lehre möglich ist, wenn auch in der Forschung etwas geleistet wird. Das einfach auseinanderzudividieren und das Lehrdeputat weiter zu erhöhen, ist keine wirklich zielführende Lösung. Sie führt dazu, dass die Ausbildung qualitativ nachlassen wird und dass die Studenten dann nicht mehr das erleben, was sie erleben sollen, nämlich eine lebendige Forschung, die ihnen auf ihrem Lebensweg weiterhilft.«

Dem mag ich mich nur zu gern anschließen. Was der Vorsitzende der Universitätsprofessoren allerdings nicht erwähnt, ist die doppelt so hohe Lehrverpflichtung für Professoren an Fachhochschulen. Je nach Bundesland müssen sie 18 bis 19 Stunden Lehre absolvieren – für die von ihnen ebenfalls erwartete Forschung bleiben da weder Kraft noch Zeit.

Die Verordnungen über die Lehrverpflichtung bieten eigentlich Raum, für die Wahrnehmung besonderer Aufgaben mit weniger Lehrstunden eingesetzt zu werden; aber sie bieten auch Raum fürs Ausnutzen. So wird beispielsweise der Neuprofessor an einer staatlichen FH, der sich um den Aufbau und die Leitung eines Labors kümmert, mit einer 2-SWS-Kürzung bedacht (gemäß LVV § 6 Ziff. 2); und außerdem bekommt jeder eine grundsätzliche 2-SWS-Kürzung, weil er ja grundsätzlich auch immer Diplom-/Bachelorarbeiten zu betreuen hat (siehe LVV NRW, § 4 Ziff. 5). Dieser Neuprofessor an der staatlichen Hochschule bekommt also Freiraum von 4 SWS.

An privaten FHs werden solche vom Ministerium nicht ohne Grund vorgesehenen Kürzungen den Mitarbeitern gern vorenthalten: Man bekommt z. B. möglicherweise nicht die vorgesehene und ihm zustehende 2-SWS-Kürzung wegen der mind. 12 Diplombetreuungen, die man ihm zuteilt. Auch für die »Selbstverwaltung« wird kein ernstzunehmender Ausgleich gewährt: Als die ministerielle Verordnung 1999 in Kraft trat, schaffte der Gründer und Leiter einer Privat-FH die hochschulrechtlich relevante Position »Dekane« kurzerhand ab (sie erfährt laut Verordnung eine Kürzung um zwei Drittel, also von 18 auf 6 SWS, siehe LVV § 6 Ziff. 1) und ersetzte diese Aufgabe durch den netten Begriff »Studiengangsleiter«, den es im Hochschulrecht gar nicht gibt. Diesen zeitraubenden Zusatzjob bekommt der (einen oder auch mehrere Studiengänge) »leitende« Professor mit gerade mal 2 SWS Kürzung (gemäß LVV § 6 Ziff. 2) ausgeglichen: anderthalb Zeitstunden weniger Lehre als Ausgleich für sicherlich zwei wöchentliche Arbeitstage… Wie soll er da noch forschen und Praxiskontakte im Interesse der Studierenden pflegen können?

Das quantitativ orientierte Denken und Handeln stellt nichts sicher, sondern wird immer mehr zum Hindernis für eine gute Lehre.

Mehr Professoren und mehr Betreuung hält Prof. Kempen für notwendig: »Wir haben jetzt eine Betreuungsrelation von 1:60 in Deutschland, das heißt, ein Professor betreut 60 Studierende. In den USA haben wir im Vergleich 1:10. Da müssen wir besser werden, wir müssen da etwas tun, das geht nicht ohne Professorenstellen.«

Ein guter Wunsch. Aber eine Professorenlaufbahn, die in Deutschland immer noch quantitativ – in geleisteten SWS – gemessen und beurteilt wird, verliert zunehmend an Attraktivität und vor allem halt den internationalen Anschluss.

Druckvorschau
Per Email versenden
Martin Gertler | 27. Juni 2007, 21:07 Uhr

206 | Gut siebeneinhalb Minuten lang dauert diese unspektakulär gestaltete PowerPoint-Präsentation mitsamt ihrer Musik. Sie ruft eine Menge Fragen auf. Wer sind die Denker und Lenker von morgen? Wo wächst die Elite der Welt heran?

Ich verspreche eine kalte Dusche für jeden, der glaubt, dass unser Westen so high educated und überhaupt leading sei.

Download!

Posted by hsullivan at TeacherTube.com.

Das Video gibt sicherlich einiges an Anlass zu einer Umkonstruktion mancher Wirklichkeitsvorstellungen.

Finde ich hier eine Antwort auf die Frage, warum unsere Studenten heute so schrecklich politisch uninteressiert sind, so wenig Allgemeinwissen haben und keine Ahnung davon, was daheim aus der Steckdose kommt und wie ein Videoband oder eine Festplatte funktioniert, was analog und digital unterscheidet, was Kapitalismus ist und was Religion…?

Druckvorschau
Per Email versenden