232 | Eine bemerkenswerte Kommentierung des anhaltenden Kolonialismus gegenüber den Palästinensern veröffentlichte telepolis am 21. Juli 2007.
Kostproben:
Dass Israel und die “internationale Gemeinschaft” (dominiert von einigen westlichen Ländern) sich so gut verstehen, hat viele Gründe, zu denen nicht zuletzt dieser gehört: Israel wirkt westlicher. Es hat nichts mit einem fernen, “finsteren” Orient zu tun, von dem die, welche die “internationale Gemeinschaft” anführen, bis heute offenkundig nicht viel verstehen (George W. Bush war lange unklar, dass es Sunniten und Schiiten gibt, Nicolas Sarkozy wusste nicht, welcher Richtung al-Qaida angehört.)
… Merkel wiederum gelang es bei ihrem Besuch Anfang April dieses Jahres, “alle Punkte der Etikette, Anständigkeit und Diplomatie zu übergehen, indem sie die Gefühle des palästinensischen Volkes provozierte, seine Führer abwies, die Nase rümpfte und ihre Besorgtheit um die Gefühle der israelischen Seite unterstrich”, schrieb das ehemalige arabische Knesset-Mitglied Azmi Bischara am 5. April in der saudischen Tageszeitung Al-Hayat.
Merkel hatte es nicht nur abgelehnt, den von den Palästinensern demokratisch gewählten Premier Haniyeh zu treffen, sie wollte auch Präsident Abbas nicht sehen – zumindest nicht wie vorgesehen in Bethlehem. Von dort aus wäre Israels “Sicherheitszaun” in seinem vollen Ausmaß sichtbar gewesen. Möglicherweise aber, überlegt Bischara, wollte sie genau dies vermeiden und der Frage nach einem Vergleich mit der Berliner Mauer aus dem Weg gehen. Merkel sagte zudem ein Treffen mit Vertretern von Zivilgesellschaften ab – eine Tradition, die bislang kein europäischer Besucher des besetzten Bodens ignoriert hatte.
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