Martin Gertler | 26. August 2007, 20:37 Uhr

264 | »Kein schöner Land in dieser Zeit…«

Die Reise beginnt – wie immer – mit einer Fahrt durch die Nachbarschaft. So kann Bonsai sich warmlaufen und ich schauen, ob ich die schwimmenden Floßhäuser (links) oder die Inselvillen (rechts) spannender finde.

Der Sonnenstand verrät es: Terrasse und Anleger sind an der Nordseite. Ansonsten doch ein nettes Häuschen, für rund 335.000 Euro…

Nun aber mal raus in die freie Natur. Kurz vor der Einfahrt nach Warga sonnt sich eine Elfe in ihrem Boot. Vermutlich studiert sie gerade ein Buch zum »Leisure Management«. In Friesland wird noch gepaukt, hier gibt es halt noch das echte First Life!

Beim Anlegen in freier Natur stört man schon mal die Ureinwohner bei ihrer Mittagsruhe. Bonsai und ich halten trotzdem hier an, denn drüben gibt es noch ganz anderes Federvieh zu sehen:

Ehepaar Storch macht offenbar einen Sonntagsspaziergang rund um das bäuerliche Anwesen, auf dem es sich für diesen Sommer eingenistet hat.

Bonsai – die kleinste Yacht von Ljouwert – brummelte auf dem Rückweg dann noch so etwas wie: Solche Ausflüge sollten wir öfter mal machen… Na klar!

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263 | Die Provinz staunt: »Auch aus den Niederlanden weht frohe Kunde herüber. Dort sollen demnächst Liftboys promoviert werden – eine Hochschule, an der ›Hospitality-Management‹ gelehrt wird, erstrebt den Rang einer Universität.«

Dieses vergebliche Schmunzeln samt falscher Behauptung bloggte medienwirksam jemand, der sich ansonsten gern durch penible Genauigkeit unterscheidet und lehrend wie auch unternehmerisch im »Medien-Management« bewegt, das ja längst nicht mehr nur an Fachhochschulen, sondern auch an Universitäten (in Mainz, Köln, Flensburg, Weimar…) höchst akademisch studiert werden kann, bis hin zur Promotion in »Medien-Management«.

Die Hotel- und Tourismusbranche zählt indes weltweit mehr Mitarbeiter als jene Medienbranche und benötigt folglich nicht weniger studierte Manager.

Dieses wirtschaftlich und wirtschaftswissenschaftlich relevante Themenfeld wurde daher ebenfalls nicht nur von Fachhochschulen, sondern auch von vielen Unis weltweit besetzt (in Lüneburg, Dresden, Cambridge, an div. Unis in UK und USA und Australien und Spanien, etc.).

Im Serviceland Niederlande sind solche Studien sehr gefragt. Allein an der CHN in Leeuwarden starten in wenigen Tagen, Beginn September,

  • ca. 700 Erstsemester in »Hospitality Management«
  • ca. 200 Erstsemester in »Leisure Management«
  • ca. 250 Erstsemester in »Tourism Management«
  • jedoch nur ca. 170 Erstsemester in »Media & Entertainment Management« (also unwesentlich mehr als an der RFH Köln)

In allen diesen Studiengängen schreiben sich übrigens immer mehr Deutsche ein. Die CHN verzeichnet zum September insgesamt mehr als 2.600 Immatrikulationen, darunter ca. 700 aus anderen Ländern, darin etwa 300 aus Deutschland. Zum September 2007 schrieben sich 16 % mehr Studenten an der CHN ein als im Vorjahr.

In der legendären Servicewüste Deutschland ist der Wirtschaftsbereich der Gastlichkeit – wie könnte es anders sein – auch an den Hochschulen weniger in Mode gekommen als die stets lauter tutende Medienbranche mit ihren Selbstdarstellern und Konsumanpreisern.

Mögen doch in den Niederlanden die Liftboys im Hotelmanagement promovieren – und in Deutschland die Kabelhilfen im Medienmanagement… :P


CHN University Netherlands is a unique university in the northern part of the Netherlands, the province Friesland. CHN stands out with its innovative and enterprising character. Some of the unique accomplishments of CHN are:

  • CHN is one of the most international universities of professional education in the Netherlands. Students from over 60 countries have followed and are following their education at CHN.
  • Grand Tour concept. CHN has its own campus sites, with specially designed unique minors, in Thailand, South Africa, Qatar and China.
  • Problem Based Learning system. This system, now widely used, was developed at CHN.
  • CHN’s Master progammes were the first master programmes to be offered at a university of professional education in the Netherlands, and the first to be accredited by the NVAO (The Dutch-Flemish accreditation organisation).
  • The buddy system. This system, uniquely developed at CHN, links every newly arriving student to a so-called ‘buddy’. This buddy, a current student, shows the newly arrived student around and helps with practical things, like setting up a bank account.
  • CHN has gone through extensive renovations in 2004, resulting in a state of the art building with modern facilities, including an extensive study landscape and knowledge boulevard.

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Martin Gertler | 25. August 2007, 00:02 Uhr

262 | Für eine neue Veranstaltungsform hat sich der Fachbereich Mediendesign der RFH Köln entschieden: ein »Forum Mediendesign« mitten in Köln.

Bitte den Termin jetzt schon vormerken!!!

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Martin Gertler | 24. August 2007, 00:02 Uhr

261 | More troops to Afghanistan? Should the German reconnaissance jet planes remain for a long time in that country, supporting the U.S. war against the Taliban? No! Because this war is a crime.

Produced and directed by Irish filmmaker and former BBC producer Jamie Doran, the film »Afghan Massacre – The Convoy of Death« tells the story of thousands of prisoners who surrendered to the US military’s Afghan allies after the siege of Kunduz.

According to the film, some three thousand of the prisoners were forced into sealed containers and loaded onto trucks for transport to Sheberghan prison.

When the prisoners began shouting for air, U.S.-allied Afghan soldiers fired directly into the truck, killing many of them. The rest suffered through an appalling road trip lasting up to four days, so thirsty they clawed at the skin of their fellow prisoners as they licked perspiration and even drank blood from open wounds.

Witnesses say that when the trucks arrived and soldiers opened the containers, most of the people inside were dead. They also say US Special Forces re-directed the containers carrying the living and dead into the desert and stood by as survivors were shot and buried. Now, up to three thousand bodies lie buried in a mass grave.

Outraged human rights groups and lawyers are calling for an investigation but the U.N. special envoy to Afghanistan refuses any U.N.-backed investigation until the Afghan government can protect witnesses. Two of the witnesses in the film have already been killed.

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Martin Gertler | 23. August 2007, 00:02 Uhr

260 | Ende der 60er Jahre kam er als Referendar in unsere Klasse. Und bald in der Mittelstufe übernahm er meinen Kurs, als Assessor, und schließlich, bei meinem Abitur 1973, war er Studienrat. Deutsch und Musik waren die Fächer von Gerhard Wild – einem Mann, zu dem ich damals aufgeschaut hatte und der noch heute in meiner Heimat Menschen bewegt.

So schreibt der Männerchor Westkirchen über ihn:

»Nach dem Musikstudium in Köln, Wien und Münster absolvierte er das Staatsexamen.
Bis zu seiner Pension war Gerhard Wild als Oberstudiendirektor für Musik am Gymnasium Paulinum in Münster tätig.

Gerhard Wild gilt als hochgeschätzte Persönlichkeit des münsterschen Musiklebens. Seit mehr als 30 Jahren leitet er den Münsterschen Männergesangverein (MM) und seit einigen Jahren den Männergesangverein ›Constantia‹ Münster. Daneben ist Wild Dirigent des 40 Personen starken Sinfonieorchesters ›Pro Musica‹, welches von ihm selbst gegründet wurde.

Gerhard Wild ist ein professioneller Musikpädagoge, der sich durch seine Tätigkeit als Dirigent, Komponist und Arrangeur einen Namen gemacht hat und der es stets verstanden hat, seine Chöre und Orchester zu hohem musikalischen Anspruch zu motivieren.«

Einmal durfte ich damals, ca. 1970, bei einer Probe unseres Schulorchesters seine Rolle als Dirigent übernehmen. Das Einhalten des Taktes fiel mir schon schwer genug – ans Anweisen der Einsätze der Instrumente war gar nicht zu denken…

Aber an meinem Instrument, der Orgel, konnte ich mithalten. Mehrmals gaben wir zusammen Konzerte unter seiner Leitung, das Schulorchester und ich an der Orgel der Petrikirche in Münster.

Auch in diesem Jahr 2007 leitet er wieder manche Konzerte – die ersten Proben nach der Sommerpause sind bereits angesetzt.

Alle Achtung – und ein weiterhin erfolgreiches Wirken!

Fotos: muenster.org

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Martin Gertler | 22. August 2007, 00:14 Uhr

259 | Den Regierungsumzug von Bonn am Rhein nach Berlin an der Spree habe ich schon immer für unnötige Geldvernichtung gehalten. Man hätte auch nach niederländischem Vorbild (Hauptstadt: Amsterdam – Regierungssitz: Den Haag) vorgehen und dabei den Steuerzahler weniger unnütz beuteln können. Erfreulicherweise punktet die Hauptstadt Berlin nun aber offenbar mit ihrem Bildungsangebot. Das ist doch mal was!

Der Tagesspiegel schreibt dazu am 21.8.2007:

Berlin kämpft sich hoch

Berlins Bildungssystem hat sich im bundesweiten Vergleich innerhalb eines Jahres am meisten verbessert. Das geht aus dem neuen »Bildungsmonitor« hervor, den das unternehmernahe Institut für die deutsche Wirtschaft (IW) in Köln und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gestern vorgestellt haben. Berlin kann vor allem mit der Forschungsstärke seiner Universitäten punkten, die Hauptstadt hat zudem bei der Bekämpfung der Bildungsarmut stark aufgeholt.

… Seinen großen Sprung nach vorn verdankt Berlin zum großen Teil seinen Universitäten. In keinem anderen Land tragen die Hochschulen so viel zur Forschungsentwicklung in der Region bei. Die Berliner Hochschulen führen auch deutlich bei den internationalen Kooperationen. Nirgendwo promovieren und habilitieren sich mehr Absolventen pro Professor.

Der Beitrag beschäftigt sich auch mit der Gesamtlage in Deutschland:

… Insgesamt seien die Bildungssysteme aller Länder sehr viel internationaler geworden, bilanzierte Klös – indem etwa in den Schulen durchgehend mehr und früher Fremdsprachen gelehrt werden und die Hochschulen bessere Kooperationen mit ausländischen Unis anbieten. Durch die steigende Zahl von Bachelorstudiengänge könnten viele Studierende ihre Hochschulkarriere »zeiteffizienter« gestalten. Auch steige die Zahl der Hochschulabsolventen kontinuierlich.

Das bestätigt auch eine neue Auswertung des Statistischen Bundesamts: 2006 schlossen 265 700 Studenten erfolgreich ihr Examen ab – fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Deutlich mehr Absolventen waren in der Mathematik (plus 14 Prozent), in der Informatik (plus 13 Prozent), im Maschinenbau (plus 8 Prozent) und in den Naturwissenschaften (plus 9 Prozent) zu verzeichnen – in jenen Fächern also, in denen die Unternehmen derzeit beklagen, dass sie frei werdende Stellen nicht mehr neu besetzen können.

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