Martin Gertler | 29. November 2007, 22:52 Uhr

354 | Der Campus war angesichts des nassen Novemberregens – der kein Ausweichen in die Grünanlagen erlaubte – schon fast zu eng für die vielen Besucher des »International Day« der CHN University Netherlands. Ein toller Tag…!

Es wirkte auf mich zunächst wie eine wilde Mischung aus Folklore, als ich an diesem Mittwoch durch meine Hochschule lief. Das Besondere: diesen Tag bereiten unsere Studenten aus aller Welt stets komplett und sehr liebevoll selbst vor. (Man beachte die Tattoos auf den Waden unseres Zweitsemesters in Hospitality Management aus Österreich!)

Stargast des Tages: der Botschafter von Kamerun. Auch er war natürlich nicht nur auf den Dialog mit »seinen« Studenten aus, sondern genoss die internationale Atmosphäre – und auch all die Leckereien aus aller Welt an den Ständen im Erdgeschoss.

»Hoi baas!« sagt mein Chef, Klaas Wybo van der Hoek (Vize-Präsident der Hochschule und verantwortlich für Forschung und Lehre, rechts im Bild) stets zu mir. »Baas« ist das niederländische Wort für »Boss« – und so drückt mein in Indonesien aufgewachsener Chef auf seine Weise, zurückhaltend und ein wenig »zwischen den Zeilen« kommunizierend, seine Achtung und Verbundenheit aus.

Ich gestehe, dass ich diese interkulturelle Kultur (mein Arbeitsbegriff, vorläufig) meines Vorstands und der gesamten CHN sehr schätze. Denn so bekomme ich den notwendigen Raum, um meinen Aufgaben wirklich nachgehen und unsere Erfolge sichern zu können.

Andreas (links im Bild) filmt vorsorglich alles für unser künftiges CHN-TV. Und Parvez (rechts im Bild), einer meiner Masterstudenten und bereits verfilmt für unseren Online-Videochannel, er stammt aus Bangladesh, verbrüdert sich derweil mit anderen Studenten aus Vietnam.

So muss es sein!

Frisches aus aller Welt – ein Genuss für die Besucher dieses Tages.

Auf dem Parkplatz der CHN standen gleich mehrere Busse aus Deutschland. Mitsamt Eltern waren viele junge Leute in die die friesische Hauptstadt gereist, um sich über die Studienangebote und das Leben in der kleinen Hauptstadt mit ihren gerade mal 90.000 Einwohnern in Ruhe zu informieren.


Diese Bilder-Impressionen erzählen vom stolzen Auftreten der sechzig Landsmannschaften, die derzeit bereits an der CHN vertreten sind.

Was nehmen die zahlreichen internationalen Besucher dieses internationalen Tages von dieser internationalsten Hochschule der Niederlande mit nach Hause?

Ich weiß es nicht genau – aber so ehrlich und intensiv dieser Tag war, so wirkungsvoll wird er sein! :-)

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353 | Allen Warnungen zum Trotz haben manche Hochschulen – siehe dazu die Serie in diesem Blog – die virtuelle Online-Spielplattform »Second Life« ohne Skrupel für eigene Zwecke benutzt. Ein niederländisches Forschungsprojekt zeigt nun, dass rund zehn Prozent der Nutzer inzwischen süchtig nach der Scheinwelt geworden sind.

Mindestens zwanzig Stunden pro Woche »Second Life«, Unruhe, Frustration und Irritationen ohne Interaktion mit dem Online-Sandkastenspiel – so die Kriterien der Untersuchung.

Doch noch viel mehr Befragte bezeichnen sich bereits selbst als »verslavt«, wie das holländische Wort so schön sagt, also als abhängig: ein Drittel!

Die Virtualität des Spiels wird für immer mehr Nutzer zur Realität. Kamen die Nutzer zunächst besonders aus den Bereichen IT-, Kreativ- und Kommunikationsberufen, steigt nun die Zahl derer, die in den Berufsgruppen der Pädagogen, Therapeuten und Ökonomen zu finden sind.

Immer weniger Pioniere und zudem eher weniger Gebildete sind es, die sich von dem Spiel noch fesseln lassen.

Derweil startete das niederländische Innenministerium eine Umfrage zu virtuellen Welten:

Können virtuelle Welten der Kommunikation dienen? Sind sie genügend sicher für Kinder? Können sie staatliche Aufgaben übernehmen?

Die Frage nach dem Suchtfaktor stellt jene staatliche Aktion allerdings offensichtlich nicht.

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Martin Gertler | 28. November 2007, 00:00 Uhr

352 | Die kuriose Abschottungsstrategie von Apple beim Vertrieb des iPhone – mobile Telefone werden an Provider gebunden, hoffentlich macht Apple das demnächst nicht auch noch mit seinen Computern und seinem Betriebssystem…! – lenkt den Blick auf das krasse Gegenteil: Open Source for mobile phones, made by openmoko.

Für 300 Dollar (das sind inzwischen schlanke 200 Euro, wie ich staunend bemerke) gibt es aus Taiwan ein Gerätchen samt Developer-Kit, an dem jeder alles ausprobieren darf, um daraus einen Gegenentwurf zum Kulthandy aus Cupertino zu erschaffen.

Auch wenn dieses Projekt aus der Massenschmiede des Ostens schon länger bekannt ist als das teure Statussymbol der Nobelmarke aus dem Silicon Valley des Westens: es lenkt den Blick auf das Eigentliche der interaktiven Netzwelt, nämlich auf das Mitgestalten und Teilen von Ideen und Produkten.

Sowohl die interpersonale Kommunikation, die über Telefon auch bei großen Abständen möglich ist, als auch die Web-Welt sind immer noch und sogar zunehmend auf individuelle Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten ausgerichtet.

Web 2.0 ist ein klarer Fingerzeig, weg vom Abbild des starren Printprodukts und der in festen Zeiten ablaufenden audiovisuellen Produkte, hin zum sowohl individuellen als auch gemeinsamen Ausgestalten von virtuellen Räumen aus virtuellen Begegnungen.

Wir alle bilden uns ein, miteinander durch gute Umsetzung der digitalen Einsen und Nullen menschliche Kommunikation zu betreiben. Doch die sucht immer nach passenden Kontexten und lässt nonverbal eine Menge Bedeutungsangebote mitschwingen.

All das passt vielleicht sogar besser zu einem Open-Source-Vorhaben als zu einem durchgestylten Kommerzprodukt…



Möglicherweise bleibt openmoko nur eine Fiktion. Aber es ist auf alle Fälle ein Indiz für das Bedürfnis nach einem anderen Ansatz.

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Martin Gertler | 27. November 2007, 21:00 Uhr

351 | Zum ersten Mal bringt eine interdisziplinäre und internationale Tagung – vom 6. bis 9. Dezember in Mainz – Wissenschaftler aus den Transmedialitäts- und den Transkulturalitätsstudien zusammen. Ziel ist Koordinierung und Erweiterung der Begriffe und Theorien zur Transmedialität und Transkulturalität, welche die Forschung herausgebildet hat und anwendet.

Um was geht bei dieser spannenden Konferenz in Mainz?

  • Hinsichtlich der Transkulturalitätsstudien wurden in der internationalen Diskussion die Lücken zwischen einerseits Sozialphilosophie und Amerikanistik/Anglistik und andererseits Romanistik und Lateinamerikanistik noch nicht geschlossen, obwohl die Verwendung des Begriffs der Transkulturalität in den Lateinamerikastudien bis in die 1940er Jahre zurückdatiert.
  • Der Begriff Transmedialität wiederum, wie er zur Zeit in Medienwissenschaften, Narratologie, Kunstgeschichte und Ästhetik entwickelt wird, steht im Wettbewerb mit den Begriffen Remediation und Adaption.

Ein systematischeres Verständnis der Formen und Typologien des Wandels, Austauschs und Prozesses, die von Transmedialität und Transkulturalität konnotiert werden, soll sich, so die Veranstalter, als bereichernd für die kritische Nutzbarkeit beider Begriffe wie auch für die verschiedenen Ansätze in den beteiligten Disziplinen erweisen.

Das Kolloquium wird vom Forschungsfonds 2007 der Universität Mainz gefördert. Konferenzsprache ist Englisch.

Neben Plenarvorträgen mit jeweils anschließender Respondenz und Diskussion am 6., 8. und 9. Dezember tagen am Freitag, den 7. Dezember, Arbeitsgruppen in parallelen Sitzungen.

Neben der Theorie kommt das Erleben nicht zu kurz: Als Teil des Rahmenprogramms lädt die britisch-französische Pianistin Emilie Crapoulet unter dem Titel »Transmediality and Transculturality in Performance: from Aloysius Bertrand’s La Nuit et ses prestiges (1842) to Maurice Ravel’s Gaspard de la nuit (1908)« zu einem Gesprächskonzert zwischen Spätromantik und französischem Impressionismus ein.

Eine sehr interessante Tagung, offen für alle – also auch für unsere Dozenten und unsere Studierenden!

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Martin Gertler | 26. November 2007, 00:00 Uhr

350 | Eine Dependance der Universität Utrecht im kleinen Städtchen Middelburg – mit einem wohlklingenden Namen…

Interessanterweise erwähnt in den Niederlanden jeder diese »Roosevelt Academy« mit Ehrfurcht. Wovor eigentlich – fragt sich zumindest der Betrachter dieses Films.

Online auffindbare Selbstdarstellungen / Spots / Imagevideos von Hochschulen aus dem In- und Ausland werden in dieser Serie vorgestellt.



Bitte bewerten Sie das gezeigte Werk nun auf der zugehörigen Website des Video-Distributors YouTube.

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Martin Gertler | 25. November 2007, 16:00 Uhr

349 | Informatik-Studierende, die gerne forschen möchten, können jetzt in Saarbrücken direkt nach dem Bachelor in ein Doktorandenprogramm einsteigen, ohne den Umweg über den Masterabschluss.

Studierende mit dem Bachelor-Abschluss sollen dabei in drei Semestern mit Vorlesungen und Seminaren in wissenschaftlicher Breite ausgebildet werden. Sie müssen danach eine Qualifizierungsprüfung bestehen, der dann die Forschungs- und Dissertationsphase folgt.

Dieses von den USA kopierte Studien- und Promotionsmodell ist bisher in Deutschland einzigartig und wird im Rahmen der neuen internationalen Graduiertenschule für Informatik auch mit Stipendien gefördert.

Die Graduiertenschule ist erst vor kurzem durch die Exzellenzinitiative der deutschen Bundesregierung ausgewählt worden und wird über fünf Jahre mit insgesamt rund 6,5 Millionen Euro unterstützt.

Weitere Informationen und Kontaktdaten

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