Martin Gertler | 10. November 2007, 23:19 Uhr

327 | Martin (ich) & Martin (der andere) waren an jenem kalten 9. November von Münster aus nach Utrecht gefahren. Auf der abendlichen Rückfahrt erzählten uns die niederländischen NOS-Nachrichten im Radio etwas Seltsames aus Berlin: die Mauer sei geöffnet worden…

Damals schon gab es das Tempolimit in den Niederlanden, das ich heute so sehr schätze, weil es das Fahren zum Reisen (statt zum Rasen) macht.

Aber am 9. November 1989 konnten wir nicht schnell genug ins Sendegebiet der deutschen Radios gelangen. Denn Martin (ich) verstand zwar aufgrund der Studienzeit in Nijmegen die holländischen Nachichten, aber Martin (der andere), der einen Monat später nach Berlin umziehen wollte, verstand sie nicht so gut – und konnte die Story vor allem noch weniger glauben.

Am späten Abend verfolgten wir dann in Münster mit ungläubigem Staunen die Berichte des deutschen Fernsehens mitsamt Live-Bildern, dass gerade die bisher konstruierte Welt aus angeblichen Gegensätzen von Ost und West zusammenfiel.

Der Jubel war jedoch schon damals gebremst durch Zweifel, durch Sorgen. Das schon bald mit uns »vereinigte« Sorgenkind »DDR« war schließlich wirtschaftlich eine Ruine, über Wasser gehalten durch den ständigen Staatsterrorismus, durch Waffengewalt an der Grenze, durch die Stasi.

Und so zahlen die Wessis noch immer für dieses inzwischen volljährige Kind namens »neue Bundesländer« den Solidaritätszuschlag – mancher hält ihn für eine Art Kindergeld.

Die deutsche Wirtschaft hat dieses Zusammengehen bis heute nicht wirklich auffangen können. Und die vor allem aus dem Osten zugewanderte anhaltende Erwartung einer Rundum-Versorgung mit allen erdenklichen sozialen Sicherheiten hält mein Heimatland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – wie etwa meine neue Wahlheimat Niederlande – bis dato gefesselt.

Das Ende des Kalten Krieges, das Ende des Ost-West-Konflikts – es geschah im Zusammenbruch des ostdeutschen Regimes und durch die Öffnung der Grenze in Berlin. Es geschah in Deutschland, und – diese persönliche Bemerkung sei mir erlaubt – dort wird auch bis heute überwiegend die Zeche für diese Befreiung gezahlt.

Leider hat der gewonnene Friede nicht lange vorgehalten. Die Nachfolger der damaligen Herrscher dieser Welt erliegen hemmungslos ihren gnadenlose Geld- und Machtinteressen. Sie zelebrieren mit Lügen Feindbilder (…wie war das doch noch mit den Märchen von den Massenvernichtungswaffen des Saddam Hussein und denen von den teppichmesserschwingenden Arabern, die angeblich den 11. September 2001 auf dem Kerbholz haben? …wie glaubhaft sind die Geschichten vom angeblichen Antiterrorkampf des KGB-Putin in Tschetschenien und überall sonst?) und führen ungestraft Überfallkriege, ziehen auch unsere / meine Länder mit hinein in diesen verbrecherischen Mist.

Der damalige Ost-West-Konflikt resultierte aus den schrecklichen Konstruktionen und Verbrechen des Adolf Hitler und seiner Schergen. Sie wurden allzugern aufgegriffen und gar instrumentalisiert von den Machthabern in Moskau und Washington.

Den Faschismus sind wir gottseidank los, die Ost-West-Teilung in Deutschland und Europa ebenfalls, die anderen bösen Geister leider nicht.

Wer hätte all das gedacht, vor 18 Jahren, als wir die Universitätsstadt Utrecht besuchten und auf dem Rückweg waren in die Universitätsstadt Münster, Stadt des Westfälischen Friedens…

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326 | »Interreg« ist ein euopäisches Programm, das sich besonders mit den Ländern der Nordseeregion beschäftigt. In dieser Woche hatten wir Interreg mit ihrem diesjährigen Kongress in der CHN zu Gast.

Unsere Lectorin für Service Studies, Dr. Elena Cavagnaro (links im Bild), verantwortete den Kongress (Motto: »To Learn Sustainable Tourism in the North-Sea Region«) zusammen mit ihrem Forscherkreis.

Federführend waren Albert Postma in Zusammenarbeit mit Anne Klaas Schilder sowie Johan Kasper vom Institute Service Management der CHN.

Zur Eröffnung der zweitägigen Veranstaltung in Leeuwarden konnte ich nicht nur die Teilnehmer in unserem »Stilte Centrum« auf Niederländisch, Englisch und natürlich Deutsch begrüßen, sondern auch mit einigen von ihnen ins Gespräch kommen.

Die Zusammenkunft diente zur Diskussion von verschiedenen Konzepten zu künftigen Entwicklungen des Tourismus in der Nordseeregion.

Für die teilnehmenden Länder gibt es zugewiesene Proberegionen, aus denen erfolgreiche Beispiele benannt und untersucht werden konnten.

Universitäten, Fachhochschulen und Tourismusverbände arbeiteten zwei Tage lang intensiv gemeinsam an Lösungen für die Fragen, die sich im Spannungsfeld ökologischer und ökonomischer Interessen stellen.

Danke allen Teilnehmern für die intensiven Diskussionen und Ansätze, mit denen wir gemeinsam und länderübergreifend uns – wissenschaftlich verantwortet – dauerhaft noch besser werden engagieren können!

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325 | This chair was created in May 2006 by Nyenrode Business University and is held by Paul de Blot SJ (Paul de Chauvigny de Blot SJ).

P. de Blot visited our CHN University Leeuwarden this week. We invited him as our guest of the »Month of Spirituality«. His speech was very impressive to my colleagues.

The objective of the chair is to develop a high quality knowledge centre to improve the quality of the way business is done in general and the renewal and revitalization of business in particular using organizations’ own spiritual strength.

»Do modern organizations offer sufficient significance to people so that they want or are able to contribute?«, the Nyenrode University writes about the research perspectives of this chair.

»This is the essence of organizations’ right to existence, anchored in their spiritual strength and which directs managements’ renewal. The Business Spirituality Chair addresses organizational renewal, with a particular focus on their spirituality on order to answer the abovementioned question, or at least to perform focused research in this domain. In doing so it also devotes the necessary attention to the importance of the environment and openness for other cultures.«

Thank you, P. de Blot, for your introduction on spirituality and leadership!

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324 | Die »Philosophisch-Theologische Hochschule Münster« (PTH), eine wissenschaftliche Hochschule (Universitätsrang) in Trägerschaft der Ordensprovinz der Rheinisch-Westfälischen Kapuziner, bereitet derzeit zwei weiterbildende Master-Studiengänge auf ihre Akkreditierung vor. Für die School of Graduate Studies der CHN (SGS) in Leeuwarden ergeben sich dabei möglicherweise interessante Formen einer Zusammenarbeit mit der PTH in Münster.

Zum einen führt die PTH bereits seit einigen Jahren ein zweijähriges Weiterbildungsstudium durch, das sich an leitende Mitarbeiter in Krankenhäusern und Alten- sowie Behinderteneinrichtungen wendet. Dieses Angebot wird derzeit so überarbeitet, dass es als akkreditiertes Masterstudium zugelassen werden kann.

Zum anderen hat die PTH ein »Institut für Kirche, Management und Spiritualität« eingerichtet, das bereits in der laufenden Akkreditierungsphase den Masterstudiengang »Organisationsmanagement und Spiritualität« anbietet. In einer ersten kleinen Gruppe von 8 Teilnehmern aus ganz Deutschland wird nun der Brückenschlag zwischen der auf Effizienz ausgerichteten Seite der Organisationen und ihrer Spiritualität versucht. Kirchliche Hilfswerke, Verwaltungen und sogar Finanzinstitute lassen am IGMS der PTH in Münster ihre Manager berufsbegleitend studieren.

Bei einem Arbeitstreffen im Provinzialat der Kapuziner in Frankfurt haben Br. Christophorus Goedereis OFMCap (mitte), Provinzialminister der Kapuziner und zugleich Generalmoderator der Hochschule, Br. Prof. Dr. Thomas Dienberg OFMCap (rechts), Rektor der PTH und Vikar der Ordensprovinz, und ich (SGS/CHN und u. a. Gastprofessor an der PTH) in dieser Woche über Gemeinsamkeiten in einigen Elementen der Masterstudiengängen beider Hochschulen nachgedacht.

Denn es gibt elementare Berührungspunkte zwischen SGS und PTH: das Forschen und Lehren über Management im Zusammenhang mit Spiritualität und Werten.

»Uns liegt sehr an der internationalen Zusammenarbeit mit Hochschulen, mit denen wir ein Stück unserer Mission und auch unserer Studieninhalte teilen können, und es wäre schön, wenn wir dies auch mit der CHN einmal durchdenken könnten« sagt Rektor Thomas Dienberg.

Wir werden daher in den nächsten Monaten die bereits laufenden und die neu vorzubereitenden Module der jeweiligen Masterstudiengänge analysieren und die Schnittmengen ausloten. Danach werden wir überlegen, ob Möglichkeiten einer Zusammenarbeit umsetzbar sein könnten.

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