347 | Mit einer kräftigen »Kopfwäsche« begann das zweitägige Treffen der Deans und Manager der CHN in Eernewoude (Fryslan). Prof. Dr. Wim van Dinten brachte mit seinen Analysen und Zuspitzungen unerwartet neue Perspektiven ins Gespräch, so dass die anschließenden Planungsgespräche eine starke Offenheit und Tiefe bekamen.

Nicht eine vorgefertigte Tagesordnung betrachtet Wim van Dinten grundsätzlich als hilfreich, weil sie den Beteiligten den notwendigen Raum nehme. Er wollte vor allem wissen, mit welchen Einschränkungen und Hürden jeder Einzelne zu kämpfen hat.
Eine »content«-produzierende und -bestimmte Einrichtung wie eine Hochschule müsse immer diesen »content« zentral stellen und stets von ihm ausgehen, wenn sie sich Systeme schaffe, um ihn zu sichern, nicht aber umgekehrt vorgehen – so der erfahrene Organisationsberater, der selbst viele Jahre lang im Hochschulbetrieb arbeitete.
Und weiterhin suchte er nach den Bindungen zwischen den Kräftefeldern im Hause. Nur in der Bindung können wir stark handeln, lautete eines der Essentials seiner Arbeit mit uns.

So aufs richtige Gleis gebracht, arbeiteten wir mit neuer Energie daran, das Wesentliche unserer »Jaarplannen« (Pläne für 2008) – einer Mischung aus Zielen, Analysen und Kalkulationen – auf den Punkt zu bringen.

Klaas Wybo van der Hoek, der Lehre und Forschung der CHN verantwortet, wusste perfekt die Linien zwischen den verschiedenen Abteilungen und ihren Vorhaben herauszustellen.
Dazu hatte er sich ein schlaues Prozedere ausgedacht, wonach jede/r drei wichtige Ziele vorzustellen hatte, die die Ambitionen der Hochschule aufgreifen, sowie drei »Links« zu den anderen Kollegen und Abteilungen des Hauses und Wünsche an sie, die zur Erfüllung der Ziele notwendig seien.

Dass dabei einige Tagesordnungspunkte auf der Strecke bleiben mussten, um diese Gespräche in Ruhe laufen und zu Ergebnissen kommen zu lassen, bereitete ihm und uns allen gottlob keine Kopfschmerzen.

Verwesentlichen und zur Umsetzung bringen – das kennzeichnete unser aller Arbeiten während der zweitägigen Zusammenkunft.
Auch wenn Wim van Dinten nur am ersten Tag dabei war und uns bereits am Nachmittag verließ: er hat unverkennbar Spuren hinterlassen. Seine Kritik an manchen unserer Vorstellungen und Vorgehensweisen klang bis zum Schluss nach. »Wir werden uns mit ihm auf jeden Fall nochmals zusammensetzen, das steht fest!«, so brachten es die Vorstände Robert Veenstra und Klaas Wybo van der Hoek auf einen Nenner, dem wir alle uneingeschränkt zustimmen konnten.
Wim führt einen erfahrungsgeleiteten und nicht »vermeldenden« Weblog. Für meine niederländischen Freunde und Kollegen, die nicht dabei sein konnten (und natürlich auch für alle, die dabei waren), hier ein Stückchen Wim per Video:
Vorab hatte uns Robert Veenstra, Vorstandsvorsitzender der Stiftung CHN, bereits in seiner Begrüßungspräsentation genau auf diese Spur gebracht:

Übersetzt ins Deutsche heißt dieser Kernsatz in etwa: »Wenn du (weiterhin lediglich) tust, was du (halt immer schon) getan hast, bekommst du (auch weiterhin bloß), was du (halt immer schon) bekamst.«
Hmmm. Hat außer mir sonst noch jemand unter den Lesern dieses querdenkerischen Blogs das Vergnügen, in einem Team und an einer Hochschule zu arbeiten, in der es sogar »ganz oben« um Veränderung geht – und dies nicht kosmetisch, sondern essentiell?!?

Es war ein echter Schritt nach vorn, was wir in den beiden Tagen miteinander erlebten. Wir konnten zwischendrin auch mal Abstand nehmen von den vielen Prozeduren einer Organisation, die ja überwiegend von staatlichen Mitteln lebt und daher jeden Cent nicht nur dreimal umdrehen, sondern auch fünfmal rechtfertigen muss, und konnten uns konzentrieren auf das Wesentliche: auf die Elemente zur Umsetzung der Ambitionen dieser prächtigen, unaufhaltsam wachsenden Hochschule – und auf die dazu notwendigen Veränderungen. Danke an alle!
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