Martin Gertler | 15. Dezember 2007, 22:08 Uhr

370 | An diesem Wochenende war Großeinsatz der Fachleute von der TCI Groep. In der Study Landscape der CHN University in Ljouwert ersetzten sie 110 PCs durch eine innovative Client-Lösung. Das Ergebnis: kein Rauschen mehr und viel weniger Stromverbrauch.

Allein der Abbau der bestehenden Geräte brauchte seine Zeit. Nach rund 4 Jahren Dienst sind die PCs nun reif für eine Überholung und einen Einsatz an weniger beanspruchenden Orten als hier.

Sechs Mitarbeiter werkelten an mehr als hundert Arbeitsplätzen nicht nur auf, sondern auch unter den Tischen, um das neue System zu installieren.

Lediglich ein Flachbildschirm, eine Tastatur und eine Maus sind nun verblieben. Über ein spezielles Interface wurde jeder Platz mit dem zentralen Server verbunden.

Ein paar gebündelte Kabel für Netzspannung und Netzwerkanbindung – das ist inzwischen alles, was man heutzutage in solchen Arbeitsumgebungen benötigt.

Keine summende, pustende oder gar Feinstaub verbreitendende Maschinerie mehr!

Und dann: der Test. 110 neue Plätze müssen wieder laufen, wenn am Montagmorgen die Studenten ins Haus strömen!

»Bevor nicht alles funktioniert, gibt es keinen Feierabend!«, sagte IT-Chef Edgar van Gorkum noch mittags streng.

Doch bereits kurz nach Beginn der Dämmerung zeigte sich, dass alles nach Plan gelaufen war.

Einige erste Studenten dürfen wieder hinein, als Versuchspersonen sozusagen.

Und was sehe ich? Sogleich ein strahlendes Gesicht vorn und zufrieden arbeitende Studenten weiter hinten! Was höre ich? Den Wind, der leicht am Dach rüttelt… So muss es sein.

Ruhiges Arbeiten für tausend Studenten

Damit hat die CHN nun den gesamten offenen Studienbereich rund um die Bibliothek in bemerkenswerter Weise modernisiert. Zweihundert »Thin«-Plätze bieten nahezu tausend Studenten, die meist in Gruppen arbeiten, gleichzeitig die Möglichkeit zur Recherche, zum Strukturieren und zum Abfassen ihrer Aufgaben.

Die CHN beschäftigt sich oft mit den Begriffen »Leadership« und »Service«. Mit dieser sicher nicht preiswerten, aber wichtigen Aktion zeigt sie, was sie darunter versteht: Wertschätzung für die Menschen, mit denen man arbeitet. Denn nur der kann letztlich führen, der dienen will – nicht beherrschen. Diese Aktion »Thin Clients for our students« setzt dafür auch gegenüber unseren Studenten ein sichtbares Zeichen.

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369 | »Buch, Regie und Produktion: FBI«, überschreibt Telepolis einen Beitrag seines Online-Magazins. Nun hört mir aber mal auf! Sowas gibt es doch nicht in Miami und nicht im freiesten Land der Welt, bei unseren amerikanischen Freunden! Absurde Spinnereien. Ein Geheimdienst benutzt ein paar Ausländer, um ein Terrornest zu erfinden, und lässt seine Statisten dann auch noch verhaften? So etwas gibt es nur in billigen Schundheftchen! Jawoll.

Lesen Sie selbst…:

Buch, Regie und Produktion: FBI

Thomas Pany / 14.12.2007

Der Fall »Liberty City 7«: Wie präemptiv soll Terrorabwehr sein?

Laut Zeugen (1) aus dem ärmlichen Viertel in Miami machten die Männer »keine Probleme«; sie hätten sich aber etwas eigenartig benommen, sich bewegt wie Wachposten bei einer militärischen Übung, und ihre Gesichter in seltsame Turbane eingewickelt, die nur die Augen sehen ließen.

Am 22.Juni 2006 wurden die sieben Männer aus Liberty City/Miami verhaftet (2).

Das FBI verdächtigte sie, dass sie eine terroristische Zelle bildeten, die Anschläge auf Gebäude in Miami und auf den Sears Tower in Chicago (3) geplant habe.

Gestern sprach (4) ein Gericht einen der Angeklagten frei; das Schicksal der sechs anderen liegt in den Händen einer neuen Jury, die im nächsten Jahr ein neues Verfahren aufnehmen wird. Die alte Jury konnte sich auch nach neuntägigen Beratungen nicht dazu entschließen, ein Urteil zu fällen: »eine schmerzhafte Niederlage für die Bush-Regierung«, urteilte (5) Fox News.

Die Razzia auf das Lagerhaus, wo die sieben seltsamen Männer ihr Quartier aufgeschlagen hatten, und die Verhaftung ereigneten sich zu einer Zeit, als die terroristische Gefahr, die von der amerikanischen Homefront droht, von Repräsentanten der Regierung besonders herausgestellt wurde. Laut Fox News (6), einer Quelle, die sich bislang nicht durch überzogene, einseitige Kritik an der amerikanischen Regierung hervorgetan hat, wurde der Fall der Männer aus Miami vom Weißen Haus öffentlich als Erfolg der Maßnahmen im Kampf gegen den Terror gefeiert, weil ein terroristischer Anschlag schon im Vorfeld vereitelt werden konnte. Der FBI-Vize John S. Pistole rühmte (7) die Wichtigkeit der Aktion:

These are members of a homegrown terrorist cell. Their goal was simple: to accomplish attacks against America. We pre-empted their plot.

Wie sich aber im Laufe der Verhandlung genauer herausstellte, spielten das FBI, bzw. ein Sonderermittler, der für die Gruppe abgestellt wurde, eine zumindest dubiose Rolle in dem Fall. Für die Verteidigerin (8) des Anführers der Gruppe sogar eine federführende Rolle: Ihrer Meinung nach hat das FBI das Script zu Geschichte geschrieben, die Regie bei der Inszenierung der Gruppe als Terrorgruppe geführt und die Gruppe auch produziert, also mit Geld ausgestattet.

Der Anführer Narseal Batiste sagte vor Gericht aus, dass er die Anschlagspläne nur ausgeheckt hätte, um 50.000 Dollar von dem Al-Qaida-Emissär zu bekommen. Der Al-Qaida-Emissär war aber in Wirklichkeit ein FBI-Agent, der sich vor den Männern als Gesandter Osama Bin Ladens ausgab. Die Verteidigung und Kritiker werfen ihm und dem FBI, das ihn auf die Spuren der radikalen Islamisten geschickt hat, vor, dass er imgrunde erst die Situationen herstellte, die dann strafrechtlich relevant wurden. Wie zum Beispiel des Schwören eines Treue-Eides auf al-Qaida, das von dem Agenten gefilmt wurde und als wichtiges Beweisstück fungierte. Selbst die Anklage warf ein, dass die Gruppe eher von Aspirationen beseelt (9) war, denn von operativen Geist.

Die Männer, die allesamt entweder aus Haiti oder der domikanischen Republik stammen (10), widmeten sich nach Angaben von amerikanischen Medien (11) einem unorthodoxen religiösen Mix aus »Islam, Buddhism, Christianity, Freemasonry, Gnosticism and Taoism« - von einer radikal islamischen Gruppe kann im strengen Sinn nicht die Rede sein. Ihr Oberhaupt Narseal Batiste soll sich als spirituelle Führer des »Moorish Science Temple« verstanden haben.

Als das FBI den Treff der Gruppe, das Lagerhaus in Miami, das Batiste mit den 50.000 Dollar von Bin Laden zu einem veritablen Tempel ausbauen wollte, räumte, fand (12) man: ein Messer und einen Schlagstock. Immerhin soll die Gruppe aber im Wald mit Paintball-Gewehren trainiert haben.

Die Verdächtigen bleiben laut LA-Times auf der Basis von Einwanderungsgesetzen in Haft.

Links:

(1) http://edition.cnn.com/2006/US/06/22/miami.raids/
(2) http://abcnews.go.com/US/story?id=2109053
(3) http://www.theskydeck.com/
(4) http://www.local10.com/news/14848243/detail.html
(5) http://www.foxnews.com/story/0,2933,316789,00.html
(6) http://www.foxnews.com/story/0,2933,316789,00.html
(7) http://www.nytimes.com/2006/06/23/us/22cnd-indict.html?_r=2&ex=1151208000&en=d20a074c7a5a563f&ei=5087%0A&oref=slogin&oref=slogin
(8) http://www.latimes.com/news/printedition/asection/la-na-liberty14dec14,1,4186597.story?coll=la-news-a_section
(9) http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/7143553.stm
(10) http://www.latimes.com/news/printedition/asection/la-na-liberty14dec14,1,4186597.story?coll=la-news-a_section
(11) http://www.tpmmuckraker.com/archives/004904.php
(12) http://www.tpmmuckraker.com/archives/004904.php

Telepolis Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26853/1.html

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368 | Die dritte »Auflage« des Films »Loose Change« ist nun erschienen. Er ist ein Bestseller in der Reihe der Beiträge, die sich (wirklich?) kritisch mit den Ereignissen und Hintergründen des elften September des Jahres Zweitausendeins beschäftigen.

Die Probleme dieses Films liegen erneut nicht so sehr in seiner dargestellten Argumentation, sondern im Auslassen weiterer Beobachtungen und Untersuchungen…



Ziemlich merkwürdig erscheint mir diese Meldung auf der Website, die eigentlich den Film in HD-Qualität zum Download anbieten will:

Handelt es sich etwa bloß um eine rein fiktionale Hollywood-Produktion, die an bestimmte Vertriebswege und ihre Termine gebunden ist…?

Wer soll denn solche Auflagen gemacht haben – jenen Filmemachern, die schon in den Vorversionen nicht davor zurückschreckten, ohne Rechteerwerb Videomaterial von anderen für ihr Wechselgeld zu nutzen?

Es ist schon merkwürdig und irgendwie unglaubwürdig, was da vorgeführt wird: dass diese angeblich investigativen Dokumentarfilmer sich in irgendwelche superlegalen Abhängigkeiten begeben haben sollen… Wessen Geschäft betreiben sie nun wirklich?!?

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