Martin Gertler | 27. Februar 2008, 00:00 Uhr

403 | Vor wenigen Jahren war da, wo nun mein Hotel und der angegliederte Golfclub samt 18-Loch-Anlage zu finden sind, nichts, also Savanne. Heute bin ich hier umgeben von vielen alten Menschen, die sich fragen, wie das alles weitergehen soll.

Letzter Frühstückkaffee dieses Morgens samt Orangensaft auf der Terrasse; hinter ein paar Stellwänden wird gerade unter gelegentlichem Lärm eine neue Rampe für die Nutzung von Rollstühlen und Rollatoren hinunter zum Golfplatz betoniert.

Ein älterer, dürrer Mann, der gerade irgendwelche Zahlen von Hand korrigierte, fragt mich, wo ich herkomme. Geboren in Deutschland? Oh, er war 1958 in Nürnberg stationiert, und dann war er noch in Schwäbisch Hall und in Stuttgart, und sein Schiff hatte in Bremerhaven angelegt, aber Norddeutschland kannte er sonst nicht. Klar, die amerikanische Besatzungszone war ja im Süden. Es sei eine tolle Zeit gewesen in Germany.

In der kalten Jahreszeit genießt er inzwischen in einem Appartment um die Ecke die Wärme Floridas, lebt ansonsten mehr im Norden der USA. Aber dass das Benzin inzwischen so teuer geworden ist…! 3,45 Dollar pro Gallone in Florida, daheim sei der Preis noch gerade unter 3 Dollar. Und in Europa? »Da sind Sie nun mit uns fast gleichauf!«, lache ich, »Viele Jahre lang beneideten wir Euch um die niedrigen Energiepreise. Das ist aber nun vorbei.«

Auch das Brot… 3,70 Dollar für ein geschnittenes Brot (das mich in Leeuwarden ca. 1,30 Euro kosten würde) ist ein normaler Preis in diesem Land. Senior versteht nicht, wie jemand mit normalen Stundensätzen das alles in Florida noch zahlen kann.

Ich verkneife mir die Frage, warum er und all die anderen in diesem Kontinent nicht längst Sturm laufen gegen den Kriegspolitiker, der ihnen das alles eingebrockt hat. Die Not ist wohl noch lange nicht so groß, dass jemand hierzulande auf revolutionäre Gedanken käme.

In Deutschland wird in den Bezahlmedien immer noch zu wenig Notiz genommen vom wirtschaftlichen Absturz der USA, und das ist gefährlich, denn auch wir Europäer werden mehr und mehr mit in den Strudel gerissen.

Immer noch träumt der Springer-Verlag (der nach den merkwürdigen »Terroranschlägen« des 11.9.2001 alle Mitarbeiter auf eine unbedingte und unkritische Treue gegenüber dem Nationalfreund USA verpflichtete) davon, dass die Frau des Kriegsherrn Bill Clinton besser an der Spitze Amerikas stehen sollte. Über Barack Obama, der momentan Frau Clinton hinter sich lässt, mault das Blatt:

»Das Entzücken über Obama hält nicht an

Amerika macht einen großen Fehler, hatten Clintons Berater bei dem Pressefrühstück gesagt. Obama sei für den Republikaner John McCain, was 1972 George McGovern für Richard Nixon gewesen sei – ein redegewaltiger, aber politisch viel zu weit links stehender Antikriegs-Kandidat. Mit ihm gehe die Wahl gegen McCain verloren. Das Entzücken über Obama werde nicht reichen, und auch nicht anhalten. Kürzlich fragte der Talkmaster Chris Matthews einen Obama-Unterstützer aus Texas, einen Kongressabgeordneten, welche politische Leistung Obamas er aus dem Stegreif nennen könne. Der Abgeordnete schwieg vor laufender Kamera und kratzte sich auf hartnäckiges Nachfragen am Kopf. Matthews, ein Parteigänger Clintons, genoss es. Die Szene versetzte den Clinton-Stab in helle Aufregung. Da! Er ist doch für Blinde zu sehen, der Graben, in den McCain Obama stoßen wird!«

Wenig Visionäres bei der Redaktion jener Zeitung – und wenig Vision auch bei den Menschen, die mich in Florida umgeben. Sie wurden auf Konsum und auf Krieg getrimmt. Jeder darf hier mit Waffen rumlaufen und inzwischen jeden totschießen, von dem sich anschließend glaubwürdig behaupten lässt, dass man sich von ihm bedroht fühlte. Und die hiesigen Religionen und Konfessionen unterstützen diese tödliche Weltsicht sogar, fast ausnahmslos.

Kann Barack Obama dort etwas verändern…?

»Yes we can«

Ein Musikvideo mit Obama-Aussagen. Und das Bemerkenswerte: der »Star« setzt nicht irgendein amerikanisches, unehrliches Lächeln auf (wie der derzeitige Amtsinhaber, der noch dümmlich grinst, wenn er über die zweifelhaften Erfolge seiner Gewaltaktionen berichtet), sondern guckt echt und ernst in diese heruntergekommene Welt.

Mein Chef zeigt seine Position

Robert Veenstra begegnete in Cincinnati Barack Obama. Der hatte sich in Jura an der Harvard Business School qualifiziert, die zuvor immer nur Weißen eine Chance gegeben hatte. Er zeichnete sich nicht einmal durch Bestnoten aus, aber durch seine Überzeugungskraft.

Glaube ich ihm mehr als anderen US-Politikern…? Das weiß ich noch nicht. Aber dass Robert und sein inzwischen guter Freund Stephen Covey sich offenbar für Barack Obama entschieden haben und sich mit ihm treffen, finde ich doch sehr bemerkenswert:

Von links nach rechts: Nancy L. Zimper, President University of Cincinnati – Barack Obama – Stephen R. Covey, Buchautor und Leadership-Guru – Robert Veenstra, President Stenden University, Leeuwarden

Stephen R. Covey habe ich nicht persönlich, aber über seine Bücher kennengelernt, die in den Niederlanden wie in den USA Bestseller sind (in Deutschland weniger). Der wertekonservative Mormone Covey unterstellt, dass jemand erst einmal sich selbst ändern und optimieren muss, bevor er es als Vorgesetzter von anderen erwarten kann – dies ist eine mir sympathische Grundüberlegung, die ich auch von Franziskus kenne.

Und dass Robert, mein Chef, sich dem Kandidaten Obama zuwendet, der zumindest momentan als Symbol für Friedfertigkeit und für die Überwindung aller Grenzen durch Herkunft und Hautfarbe steht, freut mich sehr, denn das passt zu unserer Hochschule mit ihrer christlichen Herkunft, und es freut mich auch angesichts der Verzweiflungen mancher Menschen, die ich parallel gerade in Florida erlebe.

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Martin Gertler | 26. Februar 2008, 00:00 Uhr

402 | Schon aus 50 Meilen Entfernung weisen Schilder den Weg zur neuen Stadt des alten Denkens, in der man eines der vielen neuen auf Vorrat gebauten Häuser kaufen kann, um dann unter seinesgleichen zu sein: »Ave Maria«.

Italienischer Baustil, wie man ihn liebt in der Umgebung von Naples/Florida – und das Zentrum bildet eine große Kathedrale.

Doch diese Kirche darf vorerst noch nicht Kirche heißen, sondern nur Oratorium, denn bislang fehlt der römisch-katholische Segen. Und ohne den geht nichts in dieser Stadt, die ein frommer reicher Mann namens Tom Monoghan von den Gewinnen aus seiner Pizza-Kette namens Domino’s Pizza buchstäblich aus dem Nichts stampfen ließ, fernab von jeglicher sündhafter Nachbarschaft. Die Gründung führte gleich zu Beginn zu enormen Spannungen.

Mein Sonntagsausflug galt dieser neuen frommen Uni-Stadt im Osten von Naples – gut eine Stunde Autofahrt pro Strecke muss man schon einkalkulieren, davon die Hälfte über endlos gerade Straßen durch Savannen und riesige landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Eine Universität entsteht in »Ave Maria«, und die Fahnen signalisieren, wer bei ihr entscheidende Rollen spielt und das Denken leitet: die U.S.A., der Bundesstaat Florida (rechts) und der Vatikan (links).

Im Buchladen kann man gegen Cash alle Studienbücher für die ersten Studiengänge erwerben, die bereits begonnen haben. Außerdem gibt es eine Menge Erbauliches, das den Standort des Ganzen durchaus deutlich macht: so wird zum Beispiel ein dickes Buch über »Mother Angelica« angeboten, der Gründerin von EWTN, verfasst und sogar handsigniert vom dankbaren Chefredakteur des amerikanischen Traditionalisten-Senders. Und ein priesterlicher Dozent der AMU hat gleich zwei dicke Bücher auf den Markt gebracht, in denen er bestreitet, dass Homosexualität biologisch bedingt sei, und in denen er von erfolgreichen Umbaumaßnahmen zu berichten weiß… Nun ja: außerhalb von Ehe und Fortflanzung genossene Sexualität ist nach traditioneller kirchlicher Lehre sündhaftes Handeln.

Immerhin steht in der Kathedrale – deren Gewölbe von einem unangenehmen Geflecht aus gebogenen T-Trägern aus Stahl getragen und optisch dominiert wird – der Altar mitten im Chorraum und damit nicht so, dass ein Priester dort mit Rücken zum Volk seine Zelebration vollziehen würde, wie es Traditionalisten noch immer bevorzugen.



Ein Student porträtiert seine Ave Maria University mit lockerer Hand(kamera).

Die ausladende Bibliothek steht bereits, ebenso die »Student Union«. Gleich neben den Unigebäuden und den üblichen Sportanlagen hat sich in neu angelegten Gewässern, gemäß dem »Wetland Restoration Plan« der AMU, bereits die typische Fauna Südfloridas ausgebreitet.

Das Konzept der Universität verspricht breite Studienangebote der »Humanities« und Platz für mehrere tausend Studenten.

Es waren an diesem Sonntag überwiegend Senioren in der kleinen neuen frommen Stadt in Florida zu Besuch. Viele von ihnen hatten diese erschreckenden Aufkleber am Autoheck: »Support Our Troops«.

Die konservative Klientel, die leider immer noch die Christenheit unserer Welt bestimmt und dabei Volksfrömmigkeit und ihre inkonsistente Moral als »Theologie« verkennt, hat sich offenbar weder jemals die Bergpredigt zu Herzen genommen noch die Zehn Gebote. In denen steht nicht zu lesen: »Du sollst leib- und lustfeindlich sein und darfst Dich nur zum Zeugen eines Kindes hingeben!«. Aber in denen steht eindeutig das Gebot: »Du sollst nicht töten!«. Ohne Wenn und Aber, und nicht beschränkt auf das noch ungeborene menschliche Leben.

Ave Maria ist ein interessantes Projekt – aber offenbar leider doch nur eine Domäne der konservativen reichen Bürgerlichkeit und nicht die radikale Keimzelle eines entschieden friedlichen, geschwisterlichen Lebens nach dem Evangelium.

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Martin Gertler | 25. Februar 2008, 00:00 Uhr

401 | Bislang dachte ich, dass die Eidechsen in Florida angestammte Tiere seien. Doch beim morgendlichen Kaffee auf der Terrasse meines Hotels in Naples (Florida), in dem ich mich für die Zeit der »Krokus-Ferien« meiner Stenden-Hochschule einquartiert habe, sah die Welt plötzlich etwas anders aus.

Etwas aufgeregt zappelte die kleine Eidechse, fünf Meter von mir entfernt. Offenbar bewegten sie Frühlingsgefühle und es ging nun um eine erfolgreiche Balz.

Und da klappte immer mal wieder ein lichtdurchlässiges orangenes Schild auf bei meiner »Eidechse«, die vermutlich ein Bahama-Anolis war – die inzwischen häufigste Echse in Florida.

Das Klima im südlichen Florida erlaubt es auch tropischen Tieren, es sich hier anzusiedeln. Und so kriechen inzwischen asiatische Tigerpythons durch die Everglades, paddeln afrikanische Nilwarane durch die Pools der Vorstadtbewohner, springen mittelamerikanische Basilisken an den Kanälen herum, dümpeln südamerikanische Kaimane am Miami Airport in den Tümpeln und klettern Geckos aus allen Kontinenten nächtens an den Fassaden auf und ab.

Ganz genau kennt man die Zahl der fest etablierten – d. h. sich über mehrere Generationen fortpflanzenden – eingeschleppten Arten nicht, es sind aber wohl mindestens 45.

Warum eigentlich nicht? Schließlich dürfen auch Menschen aus aller Welt hier leben – und meinerseits gern überall auf unserem runden Erdball!

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Martin Gertler | 17. Februar 2008, 21:00 Uhr

400 | Jeder Wirtschaftsaufschwung zeigt sich im Einzelhandel - und der ist eng vernetzt mit den Grossisten und den internationalen Händlern. Wie soll man nun also den ersehnten Aufschwung managen, und das auch noch in internationaler Vernetzung?

Für diese Herausforderung kann der gut einjährige, weiterbildende Masterstudiengang »International Retail Management« der Stenden University of Applied Sciences in Leeuwarden (Niederlande), einer Hochschule mit mehr als 10.000 Studenten, fit machen.

Das Studienprogramm wurde gemeinsam mit wichtigen Unternehmen entworfen und hat vor allem einen strategischen Ansatz. Es beleuchtet die empirischen Aspekte des Handels, ohne die finanzielle Basis zu übersehen.

Ein Blick auf die Module dieses rein englischsprachigen Masterprogramms, zu dem sich Jahr für Jahr Interessenten aus aller Welt anmelden und in dem sie ihre Horizonte miteinander austauschen können:

  • Nach einer Einführung in unterschiedliche internationale Handelskonzepte und -entwicklungen werden Analysetechniken des Handels und die Wachstumsmechanismen untersucht.
  • Danach geht es um die allüberall wichtigen Faktoren Marketing und Finanzierung.

Absolventen des Kompaktstudiums in der Hauptstadt der niederländischen Provinz Friesland sollen imstande sein, künftige Visionen und Entscheidungen entwickeln zu können, die auf Kundenbedürfnissen fußen und die zudem die stets sich verändernden Bedingungen der Umgebung berücksichtigen. Die Masterabsolventen sollen sich in einer führenden Rolle dieser Entscheidungsprozesse bewähren können, ihre Schritte stets gut begründen, ihre Karriere mit mehr Weitblick und von persönlich definierten Werten aus weiterbauen können und so zu einem System effektiver »Leadership« kommen.

Es werden nur Top-Dozenten eingesetzt, die sowohl den Bezug zum Berufsfeld sicherstellen als auch den notwendigen akademischen Background haben. Nicht nur die Studienprogramme, sondern auch die Dozenten und Standorte sind doppelt validiert, durch das niederländische Akkreditierungssystem NVAO und die britische Akkreditierung.

Einen echten Leckerbissen für FH-Absolventen bietet damit die »School of Graduate Studies« an: Masterstudiengänge, die sowohl einen FH-Abschluss als auch einen wissenschaftlichen Uni-Abschluss Master of Arts beinhalten. Diese einzigartige Kombination kann Stenden durch eine langjährige Kooperation mit der London Metropolitan University in der englischen Hauptstadt verwirklichen. Die Absolventen erhalten daher zwei Mastertitel: einen von der Stenden University und einen von der LondonMet.

Mit ca. 2.000 Stunden Workload ist der Masterstudiengang eine echte Herausforderung. Aus allen Ländern der Welt melden sich daher die Teilnehmer für dieses anspruchsvolle Programm an.

Das Vollzeitstudium an der Stenden University in Leeuwarden beginnt Anfang September. Es richtet sich an Interessenten, die ihre konzeptionellen Fähigkeiten und ihre praxisorientierte Entschlossenheit erweitern wollen, indem sie sich mit der Ambition auf höhere Positionen im internationalen Retail Management als Masterstudenten bewähren.

Ein grundständiges FH- oder Universitätsstudium wird vorausgesetzt und muss nachgewiesen werden. Das englische Sprach-Niveau muss getestet sein.

Die Gebühren betragen 9.500 Euro für das Studium, das bei erfolgreichem Bestehen mit der Master-Diplomierung nach knapp 15 Monaten endet. Anmeldeschluss ist der 15. August.

Interessenten können sich direkt an Marlies Böckenhauer, Management Assistant, unter der Tel. +31 - 58 - 2 44 16 65 wenden oder sich mit ihr per E-Mail unter masters@chn.nl in Verbindung setzen.

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399 | Hmmm. This video should be a »must« for media design and media management students.

Although they cannot produce anything similar professionally by themselves…



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Martin Gertler | 15. Februar 2008, 00:00 Uhr

398 | Auch nach Stefan Austs unfreiwilligem Abschied ist der Spiegel noch nicht wirklich ein besserer geworden. Am Valentinstag verbreitet er ohne Not Schreckensmeldungen über die angeblich hohe Zahl der Bachelor-Abbrecher.

»Überraschend viele Abbrecher im Bachelor-Studium« will er der Welt weismachen. Pustekuchen! Denn: »mein« erster Bachelor-Kurs Mediendesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln marschiert gerade geschlossen und ohne einen einzigen Abbrecher in die Zielgerade ein.



Presentation Day: Projektarbeiten werden zur Diskussion gestellt. Mediendesign (Bachelor) an der RFH ist ein Studiengang, der auf dem höchst möglichen Niveau arbeitet und sich zudem immer mehr mit führenden deutschen und internationalen Design-Agenturen vernetzt. Und – er ist weltweit der einzige mit diesem Degree.

In nicht einmal einem halben Jahr wird der erste Bachelor-Kurs »Mediendesign« in Köln sein sechssemestriges Studium mit dem neuen Degree abschließen können – natürlich aufgrund der erfolgreichen Akkreditierung, die rechtzeitig vor dem Studienbeginn im Wintersemester 2005/06 erfolgte.

Hingegen waren im alten Diplomsystem ständig Studierende abgesprungen, hatten auf halber Strecke das Handtuch geworfen.

Und dieser Unterschied fällt auf. Wir hatten von Anfang an im Bachelorstudiengang die Anforderungen deutlich erhöht. Offenbar wollen Studenten heute mehr gefordert werden!?!

In einer Pressemitteilung hatte die HIS Hochschul-Informations-System GmbH auf eine Studie namens »Die Entwicklung der Studienabbruchquote an den deutschen Hochschulen – Ergebnisse einer Berechnung des Studienabbruchs auf der Basis des Absolventenjahrgangs 2006« hingewiesen.

Die dort erwähnten Studienabbrüche bei Bachelorstudiengängen beziehen sich auf Immatrikulationen aus den Jahren 2000 - 2004. In der aktuellen Debatte um Studienabbrüche bei Bachelorstudiengängen vermisse ich zwei wichtige Faktoren, die zu diesen Ergebnissen beigetragen haben könnten:

1. In jenen Jahren wurden Langzeitstudenten durch die Einführung erster Gebühren aus den Hochschulen vertrieben; dies dürfte zu einer Zunahme von Umentscheidungen geführt haben.

2. In jenen Jahren entstand gerade erst das Akkreditierungswesen, es gab also bereits eine Reihe nicht akkreditierter Studiengänge, die noch gar nicht den heutigen Standards entsprachen. Alter Wein in neuen Schläuchen – auch die damit verbundene Unwucht dürfte in der Pilotphase des BaMa-Modells zu manchen Abbrüchen geführt haben.

Zurück zu Hamburgs Spiegel.

Um das Blatt mal zu zitieren: »Das überraschende Ergebnis: Viele Bachelor-Absolventen sind mit ihrem Studium zufriedener als diejenigen, die traditionelle Studiengänge absolviert haben. Sie haben also zumindest das Gefühl, höher, schneller und weiter zu kommen.«

Wieso überraschend?!? Wieso zumindest und wieso Gefühl?!?

Nur Qualität setzt sich auf Dauer durch…! :D

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