437 | Genüsslich verbreitet sich der Spiegel online darüber, dass Berliner Datenschützer nunmehr Bußgelder gegen die merkwürdige Bewertungsplattform MeinProf.de verhängt haben, über die nahezu jedermann die Hochschullehrer mit Noten und Kommentaren verfolgen kann. Aber niemand, auch nicht das selbsternannte Nachrichtenmagazin, fragt grundsätzlich nach dem dort verbreiteten Unsinn und dem Unwahren der Webdatenbank.

Meinen Namen wird man nur zu finden glauben können, wenn man den Buchstaben “l” durch “I” ersetzt.
Nun gut, so heiße ich nicht, aber ich bin vermutlich gemeint.
Gleich zu Beginn hatte ich den Betreibern der Website mitgeteilt, dass sie mich dort bitte nicht zur allgemeinen Schlammbewerfung freigeben mögen. Und da sie wirklich ernsthafte Menschen mit gut gemeinten Zielen sind, haben sie auch seitdem eine Registrierung unter meinem Namen unterbunden.
Irgendwer hat dann halt meinen Nachnamen umgedichtet. Aus Gertler wurde GertIer. Nun gibt es tatsächlich eine Handvoll Benotungen, mehr nicht, zu diesem Namen. Diese Benotungen stammen denn wohl auch überwiegend vom Erfinder des Namens »GertIer«.
Die Publikationen der Website sind zudem mitunter schlichtweg falsch:

Die Einträge zu den Kursen »Web-Authoring« offenbaren den Fake - und damit das Grundproblem der Website MeinProf.de.
Denn dieses Fach gibt es überhaupt nicht an unserer Hochschule und in diesem Studiengang Mediendesign. Allenfalls gibt es dort das Fach »Website-Authoring«, aber erstmals seit Wintersemester 2006/07 und noch nicht im Sommersemester 2006.
Und doch steht es da. Schwarz auf weiß. Mit »Bewertungen«…
Betrachtet man die Bewertungskategorien, dann wird es erst recht schräg:
- Fairness
- Unterstützung
- Material
- Verständlichkeit
- Spaß
- Interesse
- Note/Aufwand
- Empfehlung
Das Entscheidende fehlt, nämlich ob ein Student vom Dozenten bzw. aufgrund seiner Lehrveranstaltungen, Didaktik und Kompetenz viel oder wenig gelernt hat oder lernen konnte. Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn umgekehrt anhand solcher Kategorien die Studenten von den Dozenten »bewertet« würden am Ende eines Semesters und sie so zu ihren Noten kämen…
MeinProf.de ist Bluff, weil dort unkontrolliert falsche »Tatsachen« publiziert werden können und weil dort unpassende Kategorien zur »Bewertung« eingesetzt sind.
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