Kommunikation oder Unterhaltung?

Aufgabenstellungen der Medien

Qualität im Fernsehen? Was sollen die Medien überhaupt? Dominanz der Ökonomie – Programm nur noch als Bühne der Werbespots?

Mit solchen und weiteren Fragen beschäftigt sich Band 10 der Reihe „Schriften zur Medienwirtschaft und zum Medienmanagement“ des Nomos-Verlags (Baden-Baden), ISBN: 3-8329-0698-3.

Die Reihe wird herausgegen von Prof. Dr. Mike Friedrichsen (Universität Flensburg, Lehrstuhl Medienmanagement) und Prof. Dr. Martin Gläser (Hochschule der Medien, Stuttgart).

Dieser Band 10 entstand aufgrund meiner Initiative und in persönlicher Herausgeberschaft. Ich bin seit 28 Jahren TV-Journalist und -Produzent und war Verantwortlicher Redakteur der ersten privaten Fernsehsendung in Deutschland, live gesendet vom EPF (Erstes Privates Fernsehen, Ludwigshafen) am 1. Januar 1984.

Daher nahm ich dieses „Jubiläum“ sowie die Fertigstellung des Medienzentrums der RFH zum Anlass für die Festschrift, an der sich auch viele Dozierenden der RFH mit eigens verfassten Beiträgen beteiligt haben.

Ansatz und Inhalt

Am Anfang der medienökonomischen Wertschöpfungskette steht der Kreative, der eine Idee realisiert hat, und am Ende der Rezipient, der das Realisierte wertschätzt oder auch nicht. Sowohl die Frage nach der Qualität eines Medienprodukts wird damit zum medienökonomischen Eckpfeiler, als auch die Frage nach den Bedürfnissen und Wünschen der Rezipienten. Für den Endpunkt (Rezipienten) gibt es die Instrumente der empirischen Marktforschung – für den Ausgangspunkt (Qualität des Medienprodukts) sind vergleichbare Forschungsinstrumente noch nicht in Sicht. Daher stellen sich Orientierungsfragen wie diese: „Kommunikation oder Unterhaltung?“

In diesem Band sind dazu Beiträge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zusammengekommen:

1. basics beginnt mit der Sicht auf den genannten Ausgangspunkt der Medienprodukte: das Design und die rezipientenorientierte Konzeption. Beiträge zu Public Relations und zum Medienrecht verbreitern den Blick auf die Medienökonomie, deren Spannweite anschließend dargelegt wird. Aspekte zu medienwirtschaftlich bedeutsamen Prozessen und Teilmärkten werden zudem vertieft behandelt.
2. tools stellt Praxislösungen vor. Sie beziehen sich auf Medienproduktionen, aber auch auf andere medienökonomisch relevante Felder bis hin zur Bedeutung logistischer Netzwerke, ohne die große Medienhersteller und -distributoren heute nicht konkurrenzfähig wären.
3. trends befasst sich mit verschiedenen Entwicklungen der Medienmärkte sowie mit Marketingkommunikation, den Veränderungen der Printbranche und den Fortschreibungen des Urheberrechts.
4. Als essay berichten frisch diplomierte Medienwirte in sehr persönlicher Weise über den Prozess ihrer Agenturgründung und der Herausgeber über den Anlass dieser Schrift: das “Jubiläum” des privaten Fernsehens in Deutschland sowie die Eröffnung des Medienzentrums der Rheinischen Fachhochschule in Köln.

Die Beiträge des Buchs, das ca. 340 Seiten umfasst und im Juli 2004 erschienen ist:

basics

Marie-Susann Kühr
„Hübsch, bunt, – und ein paar Blümchen wären schön!“
Die Bedeutung von Design für die professionelle Kommunikation

Martin Gertler
Für „User“ produzieren! Eine rezipientenorientierte Konzeptionsmethodik

Johannes Irmer
Alternative Erlösmodelle in der TV-Branche

Holger Berens
Medienrecht und Medienfreiheit – Die Rolle des Bundesverfassungsgerichts bei der Entwicklung des Medienrechts anhand der Fernsehentscheidungen

Klaus J. Haller
Public Relations – Perspektiven einer Profession in der Mediengesellschaft

Niklas Mahrdt
Medien- und Kommunikationsmanagement mit Stakeholdern

Dietmar Barzen
Die Spannweite der Medienwirtschaft

tools

Christoph Zacharias
Gründen in der Krise? In der Krise gründen!

Michael Syré, Michael Vollert
Mit logistischen Netzwerken die Unternehmensleistung steigern – APS-Systeme zur Optimierung von Lieferketten

Stefan Ludwigs
E-Learning – Ein praxisorientierter Überblick

Manfred Schwabe
Hauptsache schön? Coaching in der Soap

Martin Gertler
Mehr als Flimmern und Rauschen – Grundlagen der Bewegtbildkommunikation

trends

Jaroslav Kasperczik, Tibor Kliment
Neue Werbeformen im Fernsehen

Klaus Goldhammer
Jenseits von Information und Unterhaltung: Kaufhaus Fernsehen

Mike Friedrichsen
Strategische Optionen für die Kinofilmproduktion in der digitalen Wertschöpfung

Kai Bühler
Bewegtbildkommunikation für mobile Endgeräte: Chancen und Perspektiven für Mobile Entertainment

Frank Reichow
Druckvorstufe hausgemacht?

Susanne Roth
Veränderungen der Marketingkommunikation

Ulrich Luckhaus
Folgen für Medienschaffende aus den Veränderungen im deutschen Urheberrecht

essay

Michael Hacke, Max Helke, Niels Struckmeyer
Gesagt, gewagt! Eine Agenturgründung in der Krise

Martin Gertler
Anlass zum Jubeln – Grund zum Nachdenken
Die Auslieferung des Buchs an den Handel und an die Autoren erfolgte im Juli 2004. Die Drucklegung wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung seitens der Rheinischen Fachhochschule Köln und der Fa. tele vision, Köln.

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