Die Gymnasiallehrer in meinem Freundeskreis meckern regelmäßig: Wieso werdet Ihr Professoren, ohne auch nur ein einziges Semester Pädagogik absolvieren zu müssen? Und immer wieder gebe ich ihnen recht… Vielleicht hilft uns Profs ja ein neues Buch auf die Sprünge?!?

Zur »Förderung von Kompetenzen in der Hochschullehre« ist an der Universität Regensburg ein Handbuch mit dem gleichnamigen Titel neu erschienen. Als Leitfaden für Dozierende, die ihre didaktischen Kompetenzen in der Hochschullehre verbessern wollen, beschäftigt sich das Herausgeberwerk mit den theoretischen Hintergründen, die kompetentes Lehren ermöglichen, und gibt gleichzeitig Tipps für die Umsetzung in die Lehrpraxis an die Hand.

Die didaktische Qualität von Hochschullehre hat nicht zuletzt durch die Einführung von Studienbeiträgen an öffentlichem Interesse gewonnen. Immer stärker wird das Bewusstsein, dass die Reputation der Universitäten nicht nur von der Qualität der Forschung, sondern auch von der Exzellenz der Lehre abhängt.

Für Lehrende wird es aber immer schwieriger, sich in der Gestaltung der Lehre an den eigenen Studienerfahrungen zu orientieren, da sich die Kompetenzanforderungen an gute Lehre mit Studienstrukturreformen, Internationalisierungsprozessen und neuen Medien ständig wandeln. Didaktische Programme wie etwa das Programm ProfiLehre in Bayern haben zur Aufgabe, Dozierende an Hochschulen auf die anspruchsvolle Aufgabe guter Lehre vorzubereiten.

Basierend auf langjähriger Erfahrung mit didaktischen Fortbildungen gaben Birgit Hawelka (Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsdidaktik ZHW der Universität Regensburg), Marianne Hammerl (Zentrum für Weiterbildung ZW der Universität Regensburg) und Hans Gruber (ZHW) ein Handbuch heraus, das Lehrenden an Hochschulen ein breites Wissen an die Hand gibt und es ihnen erlaubt, neueste Erkenntnisse pädagogisch-psychologischer Forschung in der eigenen Lehre an der Universität nutzen zu können.

Insgesamt 17 Einzelbeiträge beschäftigen sich mit dem gesamten Spektrum der Aufgaben in der Hochschullehre und behandeln die fünf Kompetenzbereiche »Lehr-Lern-Konzepte«, »Präsentation und Kommunikation«, »Evaluation der Lehre«, »Fach- und Methodenberatung für Studierende« sowie »Mündliche und schriftliche Prüfungen«.

Alle Autorinnen und Autoren besitzen umfangreiche Erfahrung in der Hochschullehre und beschäftigen sich gleichzeitig wissenschaftlich mit Fragen der tertiären Bildung. Die Kapitel gründen auf langjähriger Erfahrung in der Gestaltung und Durchführung hochschuldidaktischer Weiterbildungen.

Lesenswert…!